Betrugswelle: 100.000-Euro-Verluste über WhatsApp und Phishing
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 20:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Betrüger haben bundesweit über soziale Netzwerke und Messenger-Dienste hohe Schäden verursacht – von dreistelligen Beträgen bis zu sechsstelligen Verlusten. Besonders betroffen: WhatsApp-Nutzer und Anleger auf gefälschten Trading-Plattformen.
Cyber-Trading: 100.000 Euro Verlust im Landkreis Eichstätt
Die Kriminalpolizei Ingolstadt meldet einen der schwersten Fälle. Ein 57-Jähriger verlor über 100.000 Euro an eine betrügerische Investment-Plattform. Die Täter lockten ihn mit Gewinnversprechen ab einer Ersteinzahlung von 250 Euro.
Die Dimensionen sind erheblich. Allein im Bereich Oberbayern Nord beziffern Ermittler die Beute aus solchen Taten für 2025 auf über 38 Millionen Euro.
Ähnliche Muster zeigen sich in Kaiserslautern: Eine 69-jährige Frau büßte mehr als 60.000 Euro ein – auch hier mit falschen Investmentversprechen. In Dresden-Radeberger Vorstadt ermittelt die Polizei gegen Unbekannte. Eine 62-Jährige hatte über Monate Kontakt zu einem vermeintlichen Geschäftsmann und verlor rund 16.000 Euro.
WhatsApp-Hijacking: Wenn Freunde plötzlich um Geld bitten
Ermittler beobachten zunehmend die Übernahme bestehender Messenger-Konten. In Swisttal wurde ein 21-Jähriger Opfer des sogenannten WhatsApp-Hijacking. Die Täter schickten einen Link zu einer angeblichen Abstimmung. Nachdem der Mann seine Handynummer und einen Bestätigungscode eingegeben hatte, war sein Konto gekapert.
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Die Betrüger kontaktierten anschließend seine gespeicherten Kontakte und baten unter einem Vorwand um Geld. Ein Freund überwies einen mittleren dreistelligen Betrag per Echtzeitüberweisung.
Die Polizei Bonn warnt eindringlich: Verifizierungscodes niemals weitergeben. Ungewöhnliche Geldbitten von Kontakten sollten immer durch einen persönlichen Anruf verifiziert werden.
Robbie Williams als Lockvogel – Phishing-Welle bei ELSTER
Die Methoden variieren stark. In Osnabrück überwies eine Frau knapp 1.000 Euro an Betrüger, die sich als Popstar Robbie Williams ausgaben und eine angebliche Kontosperrung vorschoben.
Parallel warnt die Verbraucherzentrale vor einer aktuellen Phishing-Welle im Namen der Steuerplattform ELSTER. Unter dem Betreff einer angeblichen Datensynchronisierung werden Nutzer aufgefordert, schädliche PDF-Dokumente herunterzuladen oder Links anzuklicken. Die Täter setzen die Empfänger mit kurzen Fristen – etwa bis zum 4. August 2026 – unter Druck.
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Prävention: 2FA aktivieren, QR-Codes prüfen
Das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein hat gemeinsam mit dem Weissen Ring die Kampagne „Im Namen der Anderen“ gestartet. Ziel: für die Risiken von Identitätsdiebstahl durch Datenlecks, Schadsoftware und Phishing sensibilisieren.
Experten raten dringend zur Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) bei allen sozialen Medien und Messengern. Auch bei QR-Codes in offiziellen Schreiben ist Vorsicht geboten. Ein Vorfall in Witten zeigt das Risiko: Ein QR-Code in einem Stadtbrief leitete Nutzer auf eine Seite mit einem kostenpflichtigen Abonnement für rund 50 Euro monatlich – bevor das eigentliche Dokument erreichbar war.
International gibt es Erfolge gegen die Täterstrukturen. In Tirana zerschlugen Ermittler ein Callcenter-Netzwerk, das europaweit einen Schaden von mindestens 50 Millionen Euro verursacht haben soll. Hunderte Computer und Mobiltelefone sowie hohe Bargeldbeträge wurden sichergestellt.
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