Betrugswarnung: SMS-Phishing springt um 162 Prozent in die Höhe
Veröffentlicht: 18.07.2026 um 16:42 Uhr, Redaktion boerse-global.de
In Köln schnappte die Polizei ein mutmaßliches Bandenmitglied. Die Bundesregierung kündigt gleichzeitig ein milliardenschweres Paket gegen Steuerbetrug an. Und Experten warnen vor einer neuen Welle digitaler Betrugsmaschen.
Festnahme nach Gerichtstermin
Mitte Juli gelang den Ermittlern ein Schlag gegen eine Betrügerbande. In Köln nahmen sie einen 24-Jährigen fest. Der Mann soll Teil einer Gruppe sein, die im nordhessischen Raum aktiv war.
Die Masche: Die Täter gaben sich als Bankmitarbeiter aus. In mindestens acht Fällen brachten sie ihre Opfer in Kassel, Homberg und Bad Arolsen um EC-Karte und PIN. Der Schaden liegt im mittleren fünfstelligen Bereich. Die Festnahme erfolgte nach einer Gerichtsverhandlung wegen eines Waffendelikts. Gegen den Verdächtigen wurde Untersuchungshaft angeordnet.
Quishing und SMS-Betrug auf dem Vormarsch
Digitale Betrugsmethoden boomen – und werden immer raffinierter. Die Zahlen sind alarmierend: Im ersten Quartal stieg das sogenannte Quishing um 146 Prozent. Dabei manipulieren Kriminelle QR-Codes auf Briefen, an Ladesäulen oder auf gefälschten Strafzetteln. Wer scannt, landet auf täuschend echten Bankseiten.
Noch krasser fällt der Zuwachs beim SMS-Phishing aus: 162 Prozent im zweiten Quartal. Betroffen sind laut Berichten Kunden der ING, Versicherte der AOK und Nutzer des Steuerportals Elster. In Sachsen überwies ein Opfer sogar eine Million Euro – nach einem Deepfake-Betrug. International gelang den US-Behörden ein Erfolg: Sie zerschlugen das Netzwerk „Outsider“. Mit rund 8.000 Domains soll die Gruppe einen Schaden von 1,9 Milliarden US-Dollar verursacht haben.
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Wie verbreitet die Gefahr ist, zeigt eine Branchenbefragung: 28 Prozent der Nutzer erhalten mehrmals pro Woche verdächtige Nachrichten. Jeder Fünfte klickt auf Links oder gibt Daten ein.
100 Milliarden Euro Schaden: Regierung legt Aktionsplan vor
Steuerhinterziehung kostet den Staat jährlich rund 100 Milliarden Euro. Finanzminister Klingbeil und Justizministerin Hubig präsentierten Mitte Juli einen neuen Aktionsplan. Die Kernpunkte: schärfere Strafen und eine Einschränkung der strafbefreienden Selbstanzeige.
Die Kontrolldichte soll steigen. 1.500 neue Stellen bei der Zollfahndung sind geplant. Künstliche Intelligenz soll helfen, komplexe Betrugsmuster schneller zu erkennen. Ein öffentliches Register listet künftig sanktionierte Unternehmen auf. Der Erfolg der bisherigen Maßnahmen: Im vergangenen Jahr deckten die Behörden über 34.000 Fälle auf. Das brachte Mehreinnahmen von 2,6 Milliarden Euro.
Steuererklärung lohnt sich – aber Vorsicht vor Fallen
Trotz aller Risiken: Die Steuererklärung bleibt für viele Bürger ein gutes Geschäft. Im Schnitt gibt es 1.240 Euro vom Finanzamt zurück. Dabei helfen verschiedene Pauschalen:
- Werbungskosten: 1.230 Euro Pauschale
- Homeoffice: 6 Euro pro Tag, maximal 1.260 Euro im Jahr
- Pendlerpauschale: 30 Cent für die ersten 20 Kilometer, ab dem 21. Kilometer 38 Cent
- Arbeitsmittel: Anschaffungen bis 800 Euro sofort absetzbar
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Doch Sicherheitsexperten warnen vor neuen Maschen. Besonders ältere Menschen werden Opfer von Betrug via manipulierter APK-Dateien. Die werden über WhatsApp verbreitet und geben Kriminellen oft Fernzugriff auf Bankkonten. In Einzelfällen entstanden Schäden im sechsstelligen Bereich. Die Polizei rät: QR-Codes und App-Downloads nur aus vertrauenswürdigen Quellen. Im Verdachtsfall sofort das Konto über die Notrufnummer 116 116 sperren lassen.
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