Betrugsring, Relaisstationen

Betrugsring zerschlagen: 115 Relaisstationen, 84 Festnahmen weltweit

19.06.2026 - 10:18:18 | boerse-global.de

Internationale Ermittler zerschlagen illegale KI-gestützte Betrugsnetzwerke. Der verhinderte Schaden liegt bei fast zwei Milliarden Euro.

KI-Betrugsnetzwerke zerschlagen: Milliarden-Schaden verhindert
Betrugsring - Ein stilisiertes, leuchtendes digitales Vorhängeschloss über einem Netzwerk aus miteinander verbundenen Knoten und Linien, das die Zerschlagung der Cyberkriminalitätsinfrastruktur darstellt. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Bilanz kann sich sehen lassen: 115 illegale Relaisstationen ausgehoben, 84 Festnahmen und ein geschätzter Schaden von fast zwei Milliarden Euro, den die Behörden verhindert haben. Im Fokus standen vor allem KI-gestützte Betrugsmaschen.

Zerschlagung von Manipulationszentralen in Südkorea

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Seit Mitte Mai gingen südkoreanische Ermittler gemeinsam mit dem Anbieter KT gegen Voice-Phishing vor. Die Täter nutzten illegale Relaisstationen, um Telefonnummern zu fälschen und die Herkunft ihrer Anrufe zu verschleiern.

Die Beamten stellten 5.580 technische Geräte sicher. 54 der 84 Festgenommenen sitzen in Untersuchungshaft. Mit KI-gestützter Analyse des Mobilfunkanbieters konnten die Behörden verdächtige Leitungen identifizieren. Die Erfolge sind messbar: Im Mai sanken die Schäden durch Voice-Phishing um 19 Prozent, bei Betrugsfällen im Einkaufsdienst sogar um 24 Prozent.

Milliardenschaden durch chinesisches Phishing-Netzwerk

Parallel dazu vermelden US-Behörden den Erfolg der Operation „Ghost Hook“. Ziel war das chinesische Netzwerk „Outsider Enterprise“, das nach dem Modell „Phishing-as-a-Service“ arbeitete.

Der geschätzte Schaden: rund 1,9 Milliarden Euro. Die Täter nutzten Googles KI-Modell Gemini, um automatisiert über 9.000 betrügerische Websites und eine Million URLs zu erstellen. Allein in zwei Wochen im Mai verschickten sie 2,5 Millionen SMS an Android-Nutzer. Die Behörden beschlagnahmten Server, Domains und Bargeld. Mehr als 3,87 Millionen Kreditkartennummern sollen den Kriminellen in die Hände gefallen sein.

Deutschland rüstet auf

Auch hierzulande ziehen die Behörden die Schrauben an. Mitte Juni eröffnete in Osnabrück die neue Zentralstelle Cybercrime Niedersachsen (ZCN). 15 spezialisierte Staatsanwälte kümmern sich dort um digitalen Anlagebetrug, Erpressung durch Schadsoftware und Angriffe auf IT-Infrastruktur.

Justizministerin Kathrin Wahlmann betonte bei der Eröffnung: Fachwissen müsse gebündelt werden, die personellen Kapazitäten müssten weiter wachsen. Zeitgleich führten die Staatsanwaltschaft Oldenburg und die Polizei eine Großrazzia durch. Bei elf Durchsuchungen in Bremen, Delmenhorst und Ganderkesee nahmen die Beamten fünf Verdächtige fest. Der Schaden liegt im Millionenbereich.

Tech-Konzerne ziehen nach

Die Industrie reagiert auf die wachsende Bedrohung durch KI-gestützte Betrugsmaschen. Meta kündigt neue Sicherheitsmechanismen für WhatsApp und den Messenger an. Die KI erkennt verdächtige Verhaltensmuster und typische Betrugstexte – ohne die Verschlüsselung zu beeinträchtigen.

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Google plant für Juni eine Echtzeit-Betrugserkennung für Android. Sie soll Nutzer vor bösartigen Apps und manipulierten Anrufen warnen.

Aufklärungsoffensive zum Digitaltag

Verbraucherschützer und Polizei bereiten für den Digitaltag am 24. Juni eine bundesweite Aufklärungskampagne vor. Der Hintergrund ist alarmierend: Laut Verbraucherzentrale Bundesverband ist bereits jeder vierte Deutsche Opfer von Internetbetrug geworden. In sechs Prozent der Fälle lag der finanzielle Schaden bei über 10.000 Euro.

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