Betrugsnetzwerk, Finanzberater

Betrugsnetzwerk: 700 falsche Finanzberater in 20 Callcentern enttarnt

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 05:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach einem Fake-Refund-Betrug nahm die Polizei in Delhi drei mutmaßliche Helfer eines Cybernetzwerks fest und stellte Mobiltelefone sowie ein Fahrzeug sicher.

Delhi nimmt drei Verdächtige wegen Cyberbetrugs fest
Eine schattige Gasse in Delhi in der Dämmerung mit verworrenen Stromleitungen vor einem tiefblauen Himmel. Illustration mit AI erstellt.

Die Polizei in Delhi hat drei Männer festgenommen, denen die Bereitstellung sogenannter Mule-Accounts für ein weit verzweigtes Cyberbetrugsnetzwerk vorgeworfen wird. Die Ermittlungen gegen die Verdächtigen, die als Sunny, Zaid und Ghani Khan identifiziert wurden, konzentrierten sich auf deren Rolle bei der finanziellen Abwicklung betrügerischer Online-Geschäfte.

Wie aus Berichten vom 19. September 2026 hervorgeht, wurde die Aktion durch eine Anzeige eines Einwohners aus Mainpuri ausgelöst, der im Rahmen eines Fake-Refund-Scams erhebliche finanzielle Verluste erlitten hatte.

Der Fall Gopal Krishna und die Ermittlungsergebnisse

Den polizeilichen Erkenntnissen zufolge nahm der Betrug seinen Anfang bei einer Online-Bestellung von Trockenfrüchten. Das Opfer, Gopal Krishna, wurde über Facebook-Werbung und den Messenger-Dienst WhatsApp kontaktiert. Im Zuge eines vorgetäuschten Erstattungsverfahrens verlor der Betroffene einen Betrag von 47.971 Indischen Rupien.

Die Ermittlungen in diesem Fall wurden von SI Azad Singh Malik und dem Team der PS Cyber East geführt. Im Rahmen der Festnahmen am 19. September 2026 stellten die Beamten drei Mobiltelefone sowie ein Fahrzeug, einen weißen Maruti Suzuki Brezza, sicher. Die drei Beschuldigten befinden sich derzeit in Justizgewahrsam. Das Verfahren wird unter den Bestimmungen des Bharatiya Nyaya Sanhita geführt.

Einordnung der Mule-Accounts in den globalen Kontext

Die Nutzung von Mule-Accounts – Konten, die von Dritten zur Geldwäsche oder Weiterleitung illegaler Gelder zur Verfügung gestellt werden – ist ein zentrales Element moderner Cyberkriminalität, gegen das Behörden weltweit verstärkt vorgehen. Ähnliche Strukturen wurden zuletzt in mehreren internationalen Operationen aufgedeckt.

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In Spanien verhaftete die Polizei im Rahmen einer großangelegten Operation 44 Personen, die einem Cyberbetrugsnetzwerk mit mindestens 146 Opfern zugerechnet werden. Der Gesamtschaden in diesem Fall beläuft sich auf über 433.000 Euro.

Bei 14 Durchsuchungen in sechs Provinzen, darunter Tarragona, Barcelona und Málaga, stellten die spanischen Behörden unter anderem 3.410 Euro Bargeld, Kryptowährungen im Wert von 54.000 Euro sowie 57 Bankkarten und 24 Mobiltelefone sicher.

Auch in Pakistan führten die NCCIA und die FIA koordinierte Schläge gegen Finanzbetrüger durch. In den Regionen Lodhran, Faisalabad und Dera Ghazi Khan wurden sechs Verdächtige festgenommen. Die Vorwürfe umfassen neben Cyberbetrug auch illegalen Geldwechsel und Menschenschmuggel.

In Lodhran soll ein Verdächtiger namens Shahryar Bürger um 653.200 Pakistanische Rupien betrogen haben. In Faisalabad wurden bei den Verdächtigen Sunil Amin und Usman Ali 17 Mobiltelefone, 81 ATM-Karten und 195 SIM-Karten sichergestellt. Ein weiterer Fall in Dera Ghazi Khan betraf den Betrug um 756.500 Pakistanische Rupien im Zusammenhang mit Visa-Versprechen für Kanada.

Zerschlagung internationaler Investmentbetrugsringe

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Die Professionalität solcher Netzwerke zeigt sich auch in einem durch die niederländische Polizei zerschlagenen Ring für Investmentbetrug. Diese Organisation unterhielt 20 Callcenter und beschäftigte mehr als 700 falsche Finanzberater. Auf dem Höhepunkt ihrer Aktivitäten soll die Gruppe monatlich mehr als 100 Millionen Euro (114 Millionen US-Dollar) umgesetzt haben.

Das Netzwerk war mindestens seit 2021 aktiv. In diesem Zusammenhang wurden zwischen dem 7. und 10. Juli 2026 weitere Festnahmen in Zypern, Griechenland und Belgien durchgeführt. Den Ermittlern gelang es, 550 konkrete Betrugsmeldungen mit Verlusten in Höhe von 28,6 Millionen US-Dollar diesem Ring zuzuordnen.

Die jüngsten Festnahmen in Delhi verdeutlichen, dass die Identifizierung der Inhaber von Mule-Accounts ein entscheidender Hebel der Strafverfolgungsbehörden bleibt, um die Finanzströme dieser global agierenden kriminellen Strukturen zu unterbrechen.

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