Betrugsmaschen: Fünf Länder starten Aktionswoche gegen Enkeltrick
29.06.2026 - 16:58:53 | boerse-global.de
Vom 29. Juni bis zum 5. Juli 2026 gehen die Länder mit einer gemeinsamen Aktionswoche verstärkt gegen Betrugsmaschen vor, die sich gezielt gegen ältere Menschen richten.
Im Fokus stehen klassische Tricks wie der Enkeltrick und Schockanrufe. Auch Cyberkriminalität wie Fake-Shops und Anlagebetrug (Trading Fraud) sollen stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung rücken. Die Polizei will vor allem Menschen ab 50 Jahren und ihre Angehörigen erreichen.
Prävention statt Reaktion
Die Kampagne kommt nicht von ungefähr. Bereits im vergangenen Jahr verzeichneten die Ermittler einen massiven Anstieg der Fallzahlen. Auch die Vermögensschäden legten deutlich zu.
Die Täter agieren oft mit perfider Masche: Sie geben sich als Verwandte in Not oder als Amtspersonen aus und fordern Bargeld oder Wertsachen. Besonders heimtückisch: die psychologische Druckausübung. Die Aktionswoche soll Betroffene befähigen, solche Angriffe frühzeitig zu erkennen – und abzuwehren.
Jedes Land setzt eigene Schwerpunkte
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Berlin plant über 40 Präventionsangebote, darunter ein spezielles Präventionstheater. Sachsen setzt seit Juni auf Plakate im öffentlichen Raum und verstärkte Präsenz in sozialen Medien.
„Genau hinhören“, appelliert das Landeskriminalamt Sachsen. Denn Telefonbetrug könne jeden treffen. LKA-Präsident Dirk Lichtenberger richtet einen klaren Appell an Angehörige: Das Thema müsse innerhalb der Familien aktiv angesprochen werden.
Thüringen hat das laufende Jahr zum Seniorenjahr erklärt. Das Landeskriminalamt setzt auf direkte Ansprache – etwa durch Seniorenkonzerte mit dem Polizeiorchester. „Die unmittelbare Präventionsarbeit vor Ort ist entscheidend“, betont LKA-Präsident Dirk Löther.
Wenn der Anruf zur Falle wird
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Die Dringlichkeit der Aufklärung zeigt sich an konkreten Fällen. Im Frühjahr übergab eine Seniorin im Kreis Paderborn einen vierstelligen Betrag – nach einem vermeintlichen Unfall ihres Sohnes. In einem anderen Fall forderten Betrüger 65.000 Euro. Nur das zufällige Erscheinen echter Angehöriger verhinderte die Tat.
Parallel läuft die strafrechtliche Aufarbeitung. Anfang April begann am Amtsgericht Bad Oeynhausen ein Prozess gegen einen 26-Jährigen wegen Geldwäsche. Er soll sein Konto für betrügerische SMS- und WhatsApp-Nachrichten zur Verfügung gestellt haben. Die Täter gaben sich auch hier als Angehörige aus.
