Betrugsmasche, Polizei

Betrugsmasche: Polizei warnt vor gefälschten BMI-Anrufen

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 16:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Betrugsserie nutzt gefälschte Behördenanrufe, Deepfakes und Krypto-Versprechen. Behörden nennen Schutzmaßnahmen gegen finanzielle Schäden.

Callcenter-Betrug: Polizei warnt russischsprachige Personen
Ein Smartphone liegt auf einem dunklen Büroschreibtisch neben einem Notizbuch bei natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Das Polizeipräsidium Oberpfalz warnt aktuell vor einer spezialisierten Betrugsmasche durch Callcenter, die sich gezielt an russischsprachige Personen richtet. Die Täter nutzen dabei eine Kombination aus technischer Manipulation und psychologischem Druck, um hohe Geldbeträge zu erbeuten. Dabei geben sich die Anrufer als Mitarbeiter von Banken, der Polizei oder sogar der Deutschen Bundesbank aus.

Manipulierte Rufnummern und fiktive Kredite

Im Fokus der aktuellen Warnung steht ein Modus Operandi, bei dem die Täter den Opfern vorgaukeln, es sei in ihrem Namen ein Kredit über 17.000 Euro aufgenommen worden. Um diesen angeblichen Betrug abzuwenden, werden die Betroffenen dazu gedrängt, die Summe auf ein sogenanntes Sicherheitskonto zu überweisen.

Die Kommunikation findet dabei nicht nur über herkömmliche Telefonanrufe statt, sondern wird über den Messengerdienst Telegram sowie per Videoanruf fortgesetzt, um eine professionelle Atmosphäre zu suggerieren.

Ein zentrales Element dieser Masche ist das sogenannte Call-ID-Spoofing. Den Opfern wird auf ihren Displays die Rufnummer 030 186810 angezeigt. Diese Nummer gehört regulär zum Bundesministerium des Innern (BMI), wird jedoch von den Tätern missbräuchlich verwendet, um die Glaubwürdigkeit der Anrufe zu erhöhen.

Die Ermittler betonen, dass staatliche Behörden oder Banken niemals per Videoanruf zur Überweisung von Geldern auf Sicherheitskonten auffordern würden.

Bundesweite Zunahme komplexer Betrugsphänomene

Die Warnung aus der Oberpfalz reiht sich in eine Serie aktueller Meldungen über Finanzbetrug ein. Die Polizei Oldenburg berichtet in diesem Zusammenhang von einer Zunahme bei Betrugsfällen mit E-SIM-Karten. Hierbei aktivieren Täter per SMS neue digitale SIM-Karten und buchen anschließend kostenpflichtige Dienste von Drittanbietern.

Anzeige

Angesichts der zunehmenden Professionalität von Betrügern, die sogar SIM-Karten manipulieren, wird die grundlegende Absicherung mobiler Geräte immer wichtiger. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen fünf einfache Schritte, mit denen Sie Ihr Smartphone effektiv vor unbefugten Zugriffen und Datenmissbrauch schützen können. 5 sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen entdecken

Hierbei seien bereits Schäden im vierstelligen Bereich entstanden. Juristen und Polizeivertreter raten daher dringend zur Einrichtung einer Drittanbietersperre und zur konsequenten Nutzung der Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Auch im Bereich der Kryptowährungen werden die Methoden laut Verbraucherschutzorganisationen raffinierter. Die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt meldete den Fall eines Rentners, der nach einer Anzeige für eine vermeintliche Krypto-Anlage 83.000 Euro verlor.

Eine manipulierte App täuschte demnach ein Scheinguthaben von 193.000 Euro vor. Im weiteren Verlauf forderten die Betrüger zusätzliche 8.100 Euro. Der Geschädigte ist nun mit einer monatlichen Kreditbelastung von 1.700 Euro konfrontiert, was bei einer Rente von 2.250 Euro eine existenzbedrohende Situation darstellt.

Prävention gegen Deepfakes und gefälschte Inkassoschreiben

Neben technischer Manipulation setzen Kriminelle verstärkt auf Künstliche Intelligenz. Die Sparkasse Nürnberg gab bekannt, in den vergangenen Monaten einen Schaden durch Deepfake-Anlagebetrug verhindert zu haben. Dabei wurden KI-generierte Werbeanzeigen mit Prominenten genutzt, um hohe Renditen zu versprechen.

Anzeige

Wer sich mit dem Schutz digitaler Identitäten befasst, erkennt schnell, dass herkömmliche Passwörter oft nicht mehr ausreichen, um Konten bei Amazon, WhatsApp oder Online-Banking abzusichern. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, wie Sie die moderne Passkey-Technologie nutzen, um Hackern keine Chance mehr zu lassen. Kostenlosen Passkey-Ratgeber jetzt herunterladen

Parallel dazu warnt die Verbraucherzentrale Brandenburg vor gefälschten Inkassoschreiben, die unter real existierenden Anwalts- oder Firmennamen versendet werden. Ein wesentliches Warnsignal sei hier oft eine ausländische IBAN, wobei eine deutsche Kennung laut den Experten kein automatisches Gütesiegel mehr darstelle.

Die Relevanz dieser Warnungen wird durch aktuelle Marktdaten unterstrichen. Eine Studie von SquareTrade unter 3.000 Befragten zeigt, dass deutsche Verbraucher im europäischen Vergleich die höchsten Schäden durch Online-Betrug verzeichnen, während die Aufklärungsquote gleichzeitig am niedrigsten liege. Demnach haben zwei Drittel der Befragten bereits Geld durch Betrug verloren, wobei der durchschnittliche Schaden bei 657 Euro liege.

Die Behörden raten zur erhöhten Wachsamkeit: In der Region Mansfeld-Südharz reagierten Stellen bereits auf Fälle in Dessau, bei denen Überweisungsträger aus Briefkästen geangelt wurden, indem die Einwurfmöglichkeiten technisch gesichert oder verschlossen wurden. Bürger sollten bei unaufgeforderten Kontaktaufnahmen grundsätzlich skeptisch reagieren und im Zweifelsfall die offiziellen Kanäle der jeweiligen Institutionen nutzen.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70044289 |