Betrugsmasche: Kriminelle geben sich als „Bares für Rares
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 14:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aktuell warnen Verbraucherschützer und IT-Experten vor einer neuen Welle betrügerischer Maschen. Die Täter nutzen bekannte Medienmarken und aktuelle Kinofilme, um an Wertgegenstände und persönliche Daten zu gelangen.
Falsche Händler an der Haustür
Das ZDF-Erfolgsformat „Bares für Rares“ steht im Zentrum einer dreisten Betrugsmasche. Kriminelle geben sich am Telefon oder an der Haustür als Mitarbeiter der Sendung aus, um sich Zugang zu Antiquitäten und Wertgegenständen zu verschaffen.
Expertin Annika Raßbach hatte am vergangenen Wochenende über soziale Medien vor der Masche gewarnt. Beim Sender selbst sind in den letzten drei Jahren mindestens 20 solcher Vorfälle registriert worden.
Die Verantwortlichen stellen klar: Bewerbungen laufen ausschließlich über ein offizielles Online-Formular. Mitarbeiter der Produktion erscheinen niemals unangekündigt an Haustüren oder forcieren telefonisch den Ankauf von Objekten.
„Die Odyssee“ als Trojaner-Pferd
Parallel dazu nutzen Cyberkriminelle die Vorfreude auf Christopher Nolans Film „Die Odyssee“ aus. Vermeintliche Downloads des Kinofilms enthalten in Wahrheit den „Lumma Stealer“ – eine Schadsoftware, die Browser-Passwörter, Cookies und Zahlungsinformationen von infizierten Geräten abgreift.
Die Analyse stammt von Anfang August. Nutzer sollten Dateien ausschließlich aus vertrauenswürdiges Quellen beziehen und ihre Sicherheitssoftware aktuell halten.
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Angreifer setzen auf Blockchain-Technologie
Die Täter werden technologisch immer raffinierter. Microsoft warnt derzeit vor der Angriffswelle „ClickFix“: Manipulierte Webseiten und gefälschte Captcha-Abfragen verleiten Nutzer zur Installation von Schadsoftware.
Neu ist der Einsatz von Blockchain-Infrastrukturen auf der BNB Smart Chain. Über Smart Contracts steuern die Angreifer ihre Befehle – das erschwert die Nachverfolgung und Abschaltung der schädlichen Inhalte erheblich.
Betroffen sind Windows- und macOS-Systeme. Besonders im Visier: Krypto-Wallets und Passwörter. Kein Wunder, dass Phishing weiterhin als häufigster Angriffsvektor für Sicherheitsverletzungen in Unternehmen gilt. Die durchschnittlichen Kosten eines dadurch verursachten Datendiebstahls liegen im Millionenbereich.
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Falsche Behörden-Seiten im Umlauf
Auch öffentliche Institutionen geraten ins Visier der Betrüger. Aktuell kursieren Phishing-Mails, die das offizielle „Elster-Portal“ der Finanzverwaltung imitieren. Verbraucherschützer berichten zudem von Seniorinnen und Senioren, die auf gefälschten Webseiten zum Rundfunkbeitrag hereinfielen.
In einem dokumentierten Fall führten solche Seiten zu unberechtigten Mahnschreiben aus dem Ausland – für die Betroffenen ein rechtlicher Albtraum.
Die Devise der Experten: Bei unaufgeforderten Kontaktaufnahmen skeptisch bleiben. Offizielle Webseiten immer direkt über die Adresszeile des Browsers aufrufen, statt Links aus E-Mails oder Kurznachrichten zu folgen.
