Betrugsanrufe bei WhatsApp: ICO untersucht 3.684 Beschwerden im September
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 14:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die britische Datenschutzbehörde Information Commissioner's Office (ICO) hat eine Untersuchung zu einem drastischen Anstieg automatisierter Betrugsanrufe eingeleitet.
Bei der aktuellen Betrugswelle fordert eine computergenerierte Bandansage die Angerufenen dazu auf, die angezeigte Rufnummer im Messenger-Dienst WhatsApp als Kontakt hinzuzufügen. Allein im September 2026 gingen bei der Aufsichtsbehörde mehr als 3.600 Beschwerden zu derartigen Vorfällen ein.
Rasantes Wachstum auf ein Fünfjahreshoch
Nach Angaben der Aufsichtsbehörde stieg das Beschwerdeaufkommen über automatisierte Anrufe im September 2026 auf 3.684 Fälle. Dies markiert den höchsten Stand seit 2021 und bedeutet zugleich ein Fünfjahreshoch.
Die Zahlen verdeutlichen eine rapide Zunahme der Aktivitäten: Während die ICO im Juli 2026 noch 1.374 Beschwerden registrierte, stieg dieser Wert im August 2026 um 58 Prozent auf 2.178 Meldungen. Im September 2026 folgte ein weiterer Zuwachs um 69 Prozent auf die gemeldeten 3.684 Eingaben. Damit haben sich die Beschwerdezahlen innerhalb von drei Monaten beinahe verdreifacht.
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Die Behörde geht davon aus, dass die eingegangenen Meldungen lediglich einen kleinen Teil des tatsächlichen Ausmaßes widerspiegeln. Es stehe die Vermutung im Raum, dass Millionen von Menschen entsprechende Anrufe erhalten haben.
Masche zielt auf Rekrutierungsbetrug und Phishing
Die Ermittler vermuten, dass die Anrufe aus dem Ausland initiiert werden. Nach Einschätzung von ICO-Chefermittler Andy Curry dürften die den Angerufenen angezeigten britischen Mobilfunknummern gefälscht sein. Als Hintergrund der Kampagne vermutet die ICO unter anderem Rekrutierungsbetrug.
In einigen Fällen werden den Betroffenen vermeintliche Teilzeitjobs in Aussicht gestellt. Dahinter verbergen sich nach Erkenntnissen der Datenschützer betrügerische Maschen wie gefälschte Stellenangebote, die letztlich auf Geldwäsche über die Bankkonten der Opfer abzielen. Zudem könnten die Anrufe als Phishing-Methode dienen, um zu überprüfen, ob bestimmte Rufnummern aktiv genutzt werden.
Schutzmaßnahmen und politische Pläne
Als Schutzmaßnahme empfiehlt die ICO den Verbrauchern, Anrufe von unbekannten Nummern zu ignorieren und verdächtige Kontakte direkt auf dem Endgerät zu blockieren. Betroffene sollten entsprechende Vorfälle zudem über das Online-Formular der Behörde melden, um die Ermittlungen zu unterstützen.
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Der Messenger-Dienst WhatsApp verwies auf integrierte Sicherheitsfunktionen, mit denen sich Anrufe von unbekannten Nutzern automatisch stummschalten lassen. Zudem sperre die Plattform jährlich Millionen von Benutzerkonten wegen missbräuchlichen Verhaltens.
Auf politischer Ebene strebt die Regierung Schritte gegen unerwünschte Kommunikation an: Bis November 2026 soll die sogenannte Telecommunications Charter umgesetzt werden, um den Schutz vor Missbrauch in den Telekommunikationsnetzen zu stärken.

