Betrug, Fertilitätskliniken

Betrug in Fertilitätskliniken: FCDO warnt vor 30 Fällen falscher Spender

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 22:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das britische Außenministerium warnt vor unseriösen Fruchtbarkeitskliniken in Nigeria und Nordzypern. Betroffene riskieren rechtliche Konsequenzen bei der Ausreise mit Kindern.

FCDO-Reisewarnung: Betrugsmaschen bei IVF-Kliniken in Nigeria und Zypern
Ein unscharfer Blick in einen modernen, sterilen Warteraum einer Klinik, der ein Gefühl von Vorsicht und Wachsamkeit vermittelt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das britische Außenministerium (FCDO) hat seine offiziellen Reisehinweise für Nigeria und Zypern aktualisiert, um Staatsbürger vor schwerwiegenden Betrugsmaschen im Bereich der Reproduktionsmedizin zu warnen. Die Warnungen beziehen sich insbesondere auf sogenannte „Miracle Baby“-Szenarien in Westafrika sowie auf Unregelmäßigkeiten bei Samenspenden in Kliniken im Norden Zyperns.

Betrug mit Scheingeburten in Nigeria

In den aktualisierten Hinweisen für Nigeria warnt das FCDO britische Staatsbürger vor organisierten Betrugsmaschen im Zusammenhang mit In-vitro-Fertilisation (IVF) und der Vorspiegelung von Geburten.

Berichtet wird über Fälle von inszenierten Scheingeburten, bei denen den Betroffenen suggeriert wird, sie hätten auf natürlichem oder medizinisch unterstütztem Weg ein Kind zur Welt gebracht, während es sich in Wahrheit um untergeschobene Säuglinge handelt.

Die britische Regierung weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Regulierung des Sektors für Fruchtbarkeitsbehandlungen in Nigeria schwach ausgeprägt sei. Es wird ausdrücklich davor gewarnt, dass die Mitnahme eines Kindes aus Nigeria, das keine biologische Verbindung zu den Eltern aufweist, ohne die Einhaltung korrekter rechtlicher Verfahren zur Strafverfolgung führen kann.

Die Behörden betonen die Risiken, denen sich Reisende aussetzen, wenn sie versuchen, Kinder ohne verifizierbare biologische Herkunft außer Landes zu bringen.

Unregelmäßigkeiten und DNA-Abweichungen in Zypern

Parallel dazu hat das FCDO seine Sicherheitshinweise für Zypern angepasst. Hierbei steht insbesondere die Situation im türkisch kontrollierten Norden der Insel im Fokus. Da die dortigen Kliniken nicht dem britischen Regulierungsrahmen unterliegen, bestehe für Patienten ein erhöhtes Risiko bei Fruchtbarkeitsbehandlungen.

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Hintergrund dieser Verschärfung ist eine Untersuchung der BBC, die erhebliche Mängel in der Branche aufdeckte. Den Berichten zufolge könnten bis zu 30 Kinder, die mehrheitlich aus britischen Familien stammen, im Norden Zyperns mit Sperma falscher Spender gezeugt worden sein.

Laufende Ermittlungen und DNA-Tests deuten darauf hin, dass die genetischen Informationen der Kinder nicht mit den den Eltern bereitgestellten Spenderinformationen übereinstimmen.

In der Untersuchung wird insbesondere das Do?u? IVF Centre genannt, auf das etwa die Hälfte der identifizierten Fälle entfallen soll. Die Organisation Cryos International habe diese Klinik bereits seit 2016 auf eine schwarze Liste gesetzt.

Trotz dieser Risiken ziehen die niedrigen Kosten weiterhin Patienten an: Laut FCDO liegen die Preise für Behandlungen im Norden Zyperns bei etwa der Hälfte dessen, was für eine private Behandlung im Vereinigten Königreich veranschlagt wird.

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Angesichts der Vorfälle rät die britische Regierung dringend zu einer umfassenden Recherche vor der Inanspruchnahme grenzüberschreitender medizinischer Dienstleistungen. Potenzielle Patienten sollten vorab Rücksprache mit der britischen Aufsichtsbehörde für Befruchtung und Embryologie (HFEA) halten.

Das Außenministerium unterstreicht, dass die medizinischen Standards und rechtlichen Absicherungen außerhalb des britischen Rechtsraums erheblich variieren können, was im Falle von Unregelmäßigkeiten die Durchsetzung von Rechtsansprüchen massiv erschwert. Die aktuellen Ermittlungen im Fall des Spender-Skandals dauern derzeit noch an.

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