Betrug auf Smartphones: NFC-Malware springt um 188 Prozent
03.06.2026 - 14:35:52 | boerse-global.deBesonders Online-Investments und gefälschte Jobangebote verursachen massive Verluste. Die Täter setzen zunehmend auf KI-gestützte Angriffe und ausgefeiltes Social Engineering.
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Rekordverluste durch Fake-Jobs
Die US-Handelsbehörde FTC meldet alarmierende Zahlen: Im vierten Quartal 2025 gingen über 25.000 Beschwerden zu Recruitment-Scams ein. Der Gesamtschaden? Mehr als 150 Millionen US-Dollar.
Die Masche ist immer ähnlich: Auf TikTok oder Instagram locken Betrüger mit scheinbar einfachen Tätigkeiten. Die Opfer sollen Vorabzahlungen für angebliche Hintergrundchecks oder Arbeitsausrüstung leisten. Das Geld ist weg, der Job existiert nie.
Anlagebetrug: Wenn aus Liebe Verlust wird
Besonders perfide: Die Täter nutzen Dating-Plattformen als Einstieg. Ein Fall aus Offenburg zeigt das Muster: Ein 60-Jähriger verlor zwischen März und Juni 2026 über 200.000 Euro. Der Erstkontakt erfolgte über eine Dating-App.
Ähnliches passierte in Innsbruck. Eine Seniorin investierte Anfang des Jahres einen sechsstelligen Betrag. Sobald das Geld geflossen war, verweigerten die Plattform-Betreiber die Auszahlung. Stattdessen forderten sie weitere Zahlungen – angeblich für Gebühren.
BaFin schreitet ein
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht reagiert. In den vergangenen Tagen veröffentlichte sie mehrere Warnungen. Im Visier: Plattformen wie investtrading(.)co, bitora(.)vip und wealthtrade(.)ltd.
Die Aufsicht warnt vor Identitätsdiebstahl. Die Betrüger treten unter Namen auf, die an seriöse Unternehmen erinnern – etwa „TradingPoint“. Am 27. Mai 2026 verbot die BaFin zudem das öffentliche Angebot von Partizipationsscheinen der AMAGVIK Int. AG. Grund: Es lag kein Verkaufsprospekt vor.
NFC-Malware: Trojaner im Vormarsch
Doch nicht nur soziale Manipulation ist das Problem. Cybersicherheitsdienstleister melden einen Anstieg von NFC-Malware-Angriffen um 188 Prozent in den ersten vier Monaten 2026. Der Trojaner „OverlayPhantom“ zielt auf über 180 Finanz-Apps ab. Ein Schwerpunkt der Aktivitäten liegt in Deutschland.
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Messenger-Betrug: Schnell zugeschlagen
Auch über Messenger-Dienste läuft das Geschäft der Kriminellen. Eine Kaspersky-Studie beziffert den durchschnittlichen Schaden in Deutschland auf rund 1.180 Euro – deutlich über dem globalen Durchschnitt.
Besonders alarmierend: Die Geschwindigkeit der Angriffe. In fast der Hälfte aller Fälle entsteht der finanzielle Schaden bereits innerhalb der ersten 30 Minuten nach dem Erstkontakt.
Sicherheitslücken und Ermittlungserfolge
Bei Meta gab es eine Schwachstelle in einem KI-Support-Chatbot. Sie hätte zur Übernahme von Social-Media-Konten führen können. Das Unternehmen bestätigte die Behebung und scannt betroffene Konten.
Die Strafverfolger feiern derweil Erfolge: Die niederländische Polizei zerschlug das Botnetz „Asocks“. Es umfasste rund 17 Millionen infizierte Geräte. Doch die Experten warnen: Neue Methoden wie QR-Code-Phishing mit ASCII-Art umgehen herkömmliche Sicherheitssysteme. Ihr Rat: Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren und bei unaufgeforderten Kontaktaufnahmen misstrauisch bleiben.
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