Betrug auf Rekordniveau: 14,7 Milliarden Euro Schäden in USA
16.06.2026 - 00:14:50 | boerse-global.de
Immer raffiniertere Methoden, darunter der Einsatz künstlicher Intelligenz und gefälschte Barcodes, treiben die Schäden in die Milliardenhöhe. Besonders perfide: Die Täter geben sich als Behördenmitarbeiter oder Unternehmen aus.
Identitätsbetrug auf Höchststand
Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC verzeichnet das neunte Jahr in Folge Identitätsbetrug als häufigste Betrugsform. Die Schäden durch sogenannte „Imposter Scams" beliefen sich 2025 auf umgerechnet rund 3,2 Milliarden Euro – fast eine Verdreifachung gegenüber 2020. Insgesamt stiegen die Betrugsverluste in den USA auf umgerechnet etwa 14,7 Milliarden Euro, ein Anstieg von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Anzeige: Die Betrugswelle rollt: Allein in den USA entstand 2025 ein Schaden von 14,7 Milliarden Euro – und die Täter werden immer kreativer. Mit QR-Code-Fallen und KI-Stimmenimitationen zielen sie gezielt auf Senioren. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie die neuen Maschen in Sekunden erkennen und sich schützen. Schutzleitfaden jetzt anfordern
Besonders dreist: Firmen-Imitationen verursachten Schäden von knapp 900 Millionen Euro. Werden die Täter als Regierungsvertreter aktiv, entstand ein Schaden von rund 845 Millionen Euro. Auch in Großbritannien schlägt die Welle voll durch. Die Branchenvereinigung UK Finance zählte 2025 rund 4,1 Millionen Betrugsfälle – ein Plus von elf Prozent. Die Gesamtschadenssumme auf der Insel: umgerechnet 1,5 Milliarden Euro. Besonders Investmentbetrug legte um 40 Prozent zu und erreichte Rekordhöhen.
Neue Masche: Der Barcode-Betrug
Der US-Energieversorger PG&E schlägt Alarm: Kriminelle setzen zunehmend auf QR-Codes und Barcodes, um von Kunden Zahlungen zu erschleichen. Allein 2025 verzeichnete das Unternehmen rund 24.000 Meldungen mit Verlusten von umgerechnet 277.000 Euro. Die Entwicklung im ersten Halbjahr 2026 deutet auf eine dramatische Verschärfung hin.
Bis Mitte Juni 2026 haben PG&E-Kunden bereits mehr als 194.000 Euro durch diese Betrugsmasche verloren. Der durchschnittliche Schaden pro Opfer stieg von 543 Euro im Vorjahr auf aktuell 891 Euro. Der Konzern betont: Niemals fordere man Zahlungen per Barcode, QR-Code, Prepaid-Karten oder Kryptowährung. Die Warnung reiht sich ein in eine wachsende Bedrohungslage – auch die Logistikbranche beobachtet einen Anstieg KI-gestützter Urkundenfälschung und automatisierter Social-Engineering-Angriffe.
US-Behörden schlagen zurück
Die US-Postaufsicht und andere Behörden warnen: Generative KI macht Betrugsmaschen wie Liebesbetrug oder gefälschten technischen Support immer realistischer. Als Reaktion legte das Gesundheitsministerium den „Federal Elder Justice Action Plan" auf. 17 Bundesbehörden sollen gemeinsam die geschätzten 25,7 Milliarden Euro bekämpfen, die älteren Menschen jährlich durch Betrug verloren gehen.
Die Strafverfolger gehen auch gegen die Infrastruktur der Betrüger vor. FBI und Google zerschlugen kürzlich das Netzwerk „Outsider Enterprise" – eine in China ansässige Plattform, die „Phishing-as-a-Service" anbot. Die als „Ghost Hook" bezeichnete Operation legte einen Dienst lahm, der 1,59 Millionen Phishing-URLs und tausende betrügerische Websites erstellt hatte. Allein in zwei Wochen im Mai 2026 meldeten Android-Nutzer 55.000 Spam-SMS, die mit diesem Netzwerk in Verbindung standen.
Anzeige: Imposter Scams haben sich seit 2020 fast verdreifacht – 3,2 Milliarden Euro Schaden allein in den USA. Besonders perfide: Täter geben sich als Behördenmitarbeiter aus. Unser Report enthält eine Checkliste mit 7 Warnsignalen, die Ihnen hilft, solche Anrufe sofort zu durchschauen. Checkliste jetzt kostenlos sichern
Weltweite Ausmaße und lokale Erfolge
Die Betrugswelle ist ein globales Phänomen. Malaysias Polizei meldete für 2025 einen Anstieg der Online-Betrugsfälle um 87 Prozent, die Schadenssumme erreichte umgerechnet 650 Millionen Euro. In der britischen Region West Midlands registrierte die Polizei 70 Fälle von Kurierbetrug, bei dem sich Kriminelle als Bank- oder Polizeibeamte ausgaben und gezielt Senioren über 70 Jahre um Bargeld und Schmuck brachten.
Auch einzelne Täter werden zur Rechenschaft gezogen. In Miami bekannte sich ein Kanadier der Geldwäsche-Verschwörung schuldig. Er hatte sich als Google-Support ausgegeben und einem Opfer in Kalifornien 185 Bitcoin im Wert von rund 12 Millionen Euro gestohlen. In New Orleans sucht die Polizei derweil nach einem Verdächtigen, der sich als Bauunternehmer ausgab und Anfang des Monats einen älteren Hausbesitzer betrog.
