Betrüger-Netzwerk: WhatsApp und Zoom für USCIS-Impersonation
22.06.2026 - 14:34:54 | boerse-global.de
Die New Yorker Behörden schlagen Alarm: Immer mehr Kriminelle geben sich als Einwanderungsbeamte aus und nutzen moderne Kommunikationsplattformen für ihre Machenschaften. Betroffen sind vor allem schutzbedürftige Migranten.
Gefälschte Anhörungen per Video-Call
Die Betrugsmethoden werden immer dreister. Wie das New Yorker Außenministerium am Montag mitteilte, geben sich Kriminelle als Vertreter der US-Einwanderungsbehörde USCIS aus. Sie nutzen dafür Plattformen wie WhatsApp, Zoom oder Facebook Messenger, um gefälschte Anhörungen oder Interviews durchzuführen.
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Die Behörde stellt klar: Echte USCIS-Mitarbeiter kommunizieren ausschließlich über offizielle Briefpost, Festnetztelefonate oder E-Mail-Adressen mit der Endung .gov. Offizielle Anhörungen der Einwanderungsgerichte (EOIR) finden nur über die zertifizierten Plattformen Webex oder Cisco statt.
Zu den häufigsten Betrugsmaschen zählen:
- Gefälschte Anwaltskanzleien
- Visa-Lotterie-Betrug
- Abschiebungsdrohungen zur Erpressung von Geld
Die Täter verlangen oft sofortige Zahlungen über nicht rückverfolgbare Wege wie Kryptowährungen oder Geschenkkarten. Die Behörden betonen: Die echte Visa-Lotterie wird ausschließlich und kostenlos vom US-Außenministerium durchgeführt.
FBI warnt vor Cyber-Betrugssystemen
Parallel zu den Warnungen aus New York hat das FBI am Montag eine umfassende Sicherheitswarnung herausgegeben. Die Ermittler warnen vor sogenannten Traffic Distribution Systems (TDS). Diese Systeme leiten Nutzer über Phishing-Mails, gefälschte Software-Updates oder betrügerische Werbung auf schadhafte Webseiten um. Dort werden sensible Daten wie Browser-Informationen, Gerätetypen und Standortdaten abgegriffen.
In einer separaten Aktion am Montag entzog das US-Außenministerium drei Ausländern die Visa. Ihnen werden Identitätsdiebstahl, Überweisungsbetrug und Wertpapierbetrug vorgeworfen. Einer der Beschuldigten soll das Gesundheitsprogramm Medicaid um mehr als fünf Millionen Euro betrogen haben.
Neue Gesetzeslage schafft Verwirrung
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Die jüngsten Änderungen in der Einwanderungspolitik schaffen ein komplexes Umfeld, das Betrüger ausnutzen könnten. Am 5. Juni 2026 kippte ein Bundesgericht in Rhode Island vier USCIS-Richtlinien im Fall Dorcas gegen USCIS. Das Urteil, das am 11. Juni in Kraft trat, hob interne Stopps auf, die die Bearbeitung von Anträgen aus mehreren Ländern – darunter Afghanistan, Iran, Haiti und Somalia – blockiert hatten.
Zudem erhielt ein Entwurf des Heimatschutzministeriums am 16. Juni 2026 die Zustimmung des Haushaltsausschusses. Die neue Regelung soll den „Duration of Status“ für F-1- und J-1-Studenten- und Austauschvisa beenden. Statt einer unbegrenzten Aufenthaltsdauer wäre dann ein fester Zeitraum von bis zu vier Jahren vorgesehen.
Angesichts dieser Entwicklungen appellieren die New Yorker Behörden an die Öffentlichkeit, Rechtsvertreter stets über offizielle Register zu überprüfen und verdächtige Aktivitäten zu melden. Eine spezielle Hotline wurde unter 1-800-566-7636 eingerichtet.
