Betelnuss, Drogenkonsum

Betelnuss: Ältester Drogenkonsum der Menschheit vor 25.000 Jahren

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 08:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Zahnanalysen belegen Betelnusskonsum auf Sulawesi vor bis zu 25.000 Jahren und verschieben die Frühgeschichte psychoaktiver Substanzen.

Sulawesi: Ältester Nachweis für psychoaktiven Substanzkonsum
Eine archäologische Ausgrabungsstätte in einer Kalksteinhöhle auf Sulawesi mit natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle archäologische Untersuchungen werfen ein neues Licht auf die Frühgeschichte des menschlichen Substanzkonsums. Eine Forschungsgruppe der Griffith University unter der Leitung von Adam Brumm lieferte im September 2026 Belege dafür, dass Bewohner der indonesischen Insel Sulawesi bereits vor bis zu 25.000 Jahren Betelnüsse konsumierten.

Die in der Fachzeitschrift Science Advances veröffentlichte Studie identifiziert diesen Fund als den bislang ältesten bekannten Nachweis für den Gebrauch psychoaktiver Substanzen in der Menschheitsgeschichte.

Chemische Rückstände in prähistorischem Zahngewebe

Die Forschungsergebnisse stützen sich auf die Analyse von Zahngewebe zweier Individuen, die der Gruppe der Jäger und Sammler angehörten. Wie aus Berichten vom 10. September 2026 hervorgeht, gelang es den Wissenschaftlern, Arecolin in den Gebissen nachzuweisen. Arecolin ist das primäre Alkaloid der Areca-Nuss, auch bekannt als Betelnuss.

Die Funde stammen aus zwei unterschiedlichen Perioden: Ein älterer Fund vom Fundort Leang Bulu Bettue wird auf eine Zeitspanne von 25.000 bis 16.000 Jahren datiert. Ein jüngerer Fund aus Leang Cappalombo 1 wird zeitlich auf 7.600 bis 6.300 Jahre vor der Gegenwart eingeordnet.

An beiden Gebissen stellten die Archäologen tiefe Zahngrooves fest. Diese speziellen Abnutzungserscheinungen lassen darauf schließen, dass die Konsumenten an ganzen Areca-Nüssen saugten. Dieser Vorgang setzt laut den Forschern ausreichend Arecolin frei, um neuronale Rezeptoren im menschlichen Gehirn zu aktivieren.

Einordnung im Vergleich zu anderen psychoaktiven Substanzen

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Die Datierung dieser Funde verschiebt die bekannten Anfänge des menschlichen Drogenkonsums erheblich nach hinten. Laut einem Bericht vom 9. September 2026 ist dieser Nachweis mindestens 3.000 Jahre älter als die rund 13.000 Jahre alte Bierbrauerei in Israel. Zudem übertrifft das Alter der Funde auf Sulawesi den bekannten Meskalin-Konsum in Peru, der auf etwa 10.000 Jahre datiert wird.

Bisher galten Funde aus Thailand, die auf ein Alter von 3.500 bis 3.000 Jahren geschätzt werden, als die ältesten Belege für einen vergleichbaren Substanzgebrauch. Die neuen Daten der Griffith University korrigieren diesen Zeitplan somit um mehrere Jahrtausende.

Während moderne Konsumpraktiken häufig das Kauen der Nüsse in Kombination mit Kalk umfassen, beschreibt die aktuelle Studie für die frühen Bewohner Sulawesis das Saugen an den ganzen Früchten als primäre Konsumform.

Medizinische Nutzung und globale Verbreitung

Hinsichtlich der Intention des Konsums gehen die Forscher um Adam Brumm davon aus, dass die Betelnuss vermutlich als Zahnschmerzmittel verwendet wurde. Die psychoaktiven Eigenschaften der Nuss könnten somit primär zu medizinischen Zwecken beziehungsweise zur Schmerzlinderung genutzt worden sein.

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In der heutigen Zeit hat die Betelnuss eine weitreichende globale Bedeutung behalten. Fachberichten vom September 2026 zufolge gilt sie nach Alkohol, Koffein und Nikotin als die vierthäufigste psychoaktive Substanz weltweit.

Schätzungen gehen davon aus, dass rund 10% der Weltbevölkerung diese Substanz konsumieren. Die Entdeckung auf Sulawesi belegt nun, dass die soziokulturelle oder medizinische Integration dieses Wirkstoffs eine Tradition fortsetzt, die bereits in der späten Eiszeit ihren Ursprung hatte.

Mehr zum Thema bei DER STANDARD: „High vor 25.000 Jahren: Bisher frühester Beleg für Drogenkonsum entdeckt - Archäologie“

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