Betablocker, Nierenschwäche

Betablocker bei Nierenschwäche: Studie sieht Sterberisiko mehr als verdoppelt

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 05:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine südkoreanische Beobachtungsstudie verknüpft Betablocker bei chronischer Nierenerkrankung mit höheren Sterbe- und Komplikationsraten.
Ein Arzt in einer Arztpraxis betrachtet medizinische Unterlagen vor einem Monitor mit Herzrhythmuskurve. Illustration mit AI erstellt.

Die Verabreichung von Betablockern zählt in der kardiovaskulären Medizin zu den etablierten Therapiestandards. Eine wissenschaftliche Untersuchung aus Südkorea liefert nun wichtige Erkenntnisse zum Einsatz dieser Wirkstoffklasse bei Menschen mit chronischen Nierenleiden, die zuvor keine Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufwiesen.

Eine Analyse von Versichertendaten deutet darauf hin, dass die langfristige Einnahme in dieser spezifischen Patientengruppe mit einer deutlichen Zunahme gesundheitlicher Risiken einhergehen könnte.

Signifikant höhere Mortalität bei dauerhafter Anwendung

Im Mittelpunkt der Untersuchung unter Leitung der Nephrologie-Professoren Han Sang-yeop und Han Seung-hyeon vom Inje University Ilsan Paik Hospital stand die Frage, wie sich Betablocker auf Patienten mit chronischer Nierenerkrankung auswirken, bei denen bislang keine kardiovaskulären Vorerkrankungen diagnostiziert wurden. Als Kriterium für die Nierenschwäche galt eine geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) von unter 60 mL/min/1,73 m2.

Wie aus einem Medienbericht von sportschosun.com vom 20.10.2026 über die Veröffentlichung hervorgeht, zeigte sich bei einer Betablocker-Einnahme von mindestens sechs Monaten ein ca. 2,09-fach erhöhtes Sterberisiko aus jeglicher Ursache im Vergleich zu Patienten, die diese Medikamente nicht einnahmen.

Anzeige

Wer sich mit den Risiken einer dauerhaften Medikamenteneinnahme befasst, sucht oft nach Wegen, den Blutdruck auf natürliche Weise zu regulieren. Dieser kostenlose PDF-Report stellt 8 wirksame Maßnahmen vor, um die Werte ohne zusätzliche Belastung durch Arzneimittel zu senken. 8 natürliche Maßnahmen gegen Bluthochdruck jetzt entdecken

Laut der koreanischsprachigen Fassung der Studie verdoppelt der Einsatz der Wirkstoffe bei chronischer Nierenerkrankung ohne vorbestehende kardiovaskuläre Erkrankung damit rechnerisch das Sterberisiko. Zudem zeichnete sich eine klare Tendenz ab: Je weiter die Nierenfunktion abnahm, desto höher lag das Sterberisiko für die Betroffenen.

Deutlicher Anstieg kardiovaskulärer Komplikationen

Neben der Gesamtsterblichkeit analysierten die Forscher auch das Auftreten spezifischer kardiovaskulärer Vorfälle unter der Medikation. Über alle erfassten kardiovaskulären Ereignisse hinweg verzeichneten die Wissenschaftler bei Einnahme von Betablockern einen ca. 1,33-fachen Anstieg. Die Wahrscheinlichkeit eines kardiovaskulären Todes war demnach ca. 2,07-fach erhöht.

Bei detaillierter Betrachtung einzelner Krankheitsbilder ergaben sich ebenfalls erhöhte Raten:
- Das Risiko für einen Herzinfarkt lag ca. 1,29-fach höher.
- Für Schlaganfälle ermittelten die Autoren eine ca. 1,21-fache Zunahme.
- Die Häufigkeit von Krankenhausaufnahmen wegen Herzinsuffizienz war um das ca. 1,58-Fache gesteigert.

Anzeige

Die vorgestellte Studie unterstreicht, wie wichtig es ist, die eigene Medikation und deren Auswirkungen auf den Körper genau zu kennen. In diesem kostenlosen Ratgeber erfahren Sie, welche Übungen und Methoden Ihren Blutdruck effektiv verbessern können, ohne den Organismus durch Nebenwirkungen zu gefährden. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber für Blutdruck-Patienten herunterladen

Umfassende Versichertendaten als methodische Grundlage

Die Untersuchung stützt sich auf eine breite Datenbasis südkoreanischer Krankenversicherungen aus den Jahren 2012 bis 2015. Insgesamt flossen die Daten von 26.161 Patienten in die Analyse ein. Diese Gruppe unterteilte sich in 9.067 Personen, die Betablocker erhielten, sowie 17.094 Patienten in der Vergleichsgruppe ohne entsprechende Verschreibung.

Publiziert wurden die Resultate im Clinical Kidney Journal (CKJ), einem Fachjournal der European Renal Association. Bei der Einordnung der Daten weisen die Autoren auf methodische Grenzen hin: Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, lässt sich aus den ermittelten Zusammenhängen keine direkte Kausalität ableiten. Dennoch geben die Ergebnisse wichtige Impulse für die künftige Risikoabwägung beim medikamentösen Management chronischer Nierenerkrankungen.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70368397 |