Bestattungen neu: Sarg mit GPS-Tracker für 59 Euro vorgestellt
04.06.2026 - 21:39:33 | boerse-global.de
Auf der Fachmesse BEFA Forum in Düsseldorf, die am 3. Juni 2026 eröffnet wurde, präsentieren Unternehmen Innovationen, die von digitaler Echtzeit-Tracker-Technologie bis zu biologisch abbaubaren Särgen aus Pilzmyzel reichen. Der Wandel spiegelt einen breiten Trend zu mehr Transparenz, Nachhaltigkeit und Individualisierung in der Trauerkultur wider.
Digitale Transparenz für trauernde Angehörige
Das Düsseldorfer Unternehmen RIP Solutions stellte einen neuartigen digitalen Sarg vor, der mit einem speziellen Tracker ausgestattet ist. Das System, das für 59 Euro erhältlich ist, kombiniert NFC, Bluetooth und GPS-Technologie und übermittelt den Standort des Verstorbenen in Echtzeit.
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Über eine mobile App können Angehörige den gesamten Bestattungsprozess verfolgen – von der Abholung bis zur Beisetzung. Nach der Beerdigung wird der endgültige Standort übermittelt, der Tracker ist für die Wiederverwendung vorgesehen. „Das gibt Familien ein Gefühl von Sicherheit und Klarheit“, erklärt CEO Karl Wilhelm. Die Technologie soll vor allem jenen helfen, die sich während der logistischen Phasen einer Bestattung verunsichert fühlen.
Pilz-Sarg zersetzt sich in 45 Tagen
Nachhaltigkeit steht im Fokus vieler Neulinge der Branche. Bob Hendrikx von Loop Biotech präsentierte einen Sarg aus Pilzmyzel, der sich innerhalb von 45 Tagen vollständig zersetzt. Die Kosten für diese ökologische Alternative liegen zwischen 2.000 und 3.000 Euro.
Der Trend zu biologisch abbaubaren Materialien fällt mit politischen Weichenstellungen zusammen. Erst Anfang der Woche verabschiedete die Bundesregierung ein Kreislaufwirtschaftsprogramm, das unter anderem digitale Produktpässe und verbesserte Produktionsprozesse vorsieht. Die Bestattungsbranche reagiert damit auf wachsende Umweltanforderungen – ähnlich wie schwedische Forscher, die kürzlich Baustoffe aus Hefe entwickelten.
Luxus-Überführung im Porsche Taycan
Doch nicht nur Ökologie, auch Luxus ist gefragt. Gunnar Göbelsmann präsentierte einen speziellen Bestattungswagen auf Basis des Porsche Taycan. Das Elektroauto mit 598 PS und einer Spitzengeschwindigkeit von 280 km/h kostet rund 85.000 Euro. Für einen Aufpreis von 100 Euro können Bestatter die Überführung bis zu 50 Kilometer in diesem Fahrzeug anbieten.
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Ebenfalls im Trend: außergewöhnliche Urben-Designs. Jürgen Krupp von C. Miesen zeigte Urnen in Form italienischer Handtaschen. Die Stücke kosten 600 Euro und richten sich an Menschen, die eine persönlichere und weniger traditionelle Erinnerungsform suchen.
Branche im Umbruch
Das BEFA Forum dient als Plattform für Dienstleister wie NEMOCEAN, die gemeinsam mit Bestattern über nachhaltige Praktiken und sinnstiftende Angebote diskutieren. Die Kombination aus digitalen Tools, Luxusoptionen und ökologischen Alternativen zeichnet das Bild eines diversifizierten Marktes. Die Branche passt sich veränderten Kundenwünschen an – und bietet zunehmend Optionen, die den Lebensstil und die Werte der Verstorbenen widerspiegeln.
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