Berufsschullehrkräfte, Resilienz

Berufsschullehrkräfte: Resilienz schützt laut Studie vor Burnout

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 03:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Studie mit 1.470 Berufsschullehrkräften identifiziert Resilienz als einzigen signifikanten Puffer zwischen Arbeitsanforderungen und Burnout.
Ein leerer, sonnendurchfluteter Klassenraum mit schlichten Holztischen und Stühlen in einer ruhigen, minimalistischen Atmosphäre. Illustration mit AI erstellt.

Wie stark Lehrkräfte im Berufsalltag belastet sind und welche Faktoren sie vor einer Überlastung bewahren können, steht zunehmend im Fokus der bildungswissenschaftlichen Forschung. Eine im Fachjournal Empirical Research in Vocational Education and Training veröffentlichte Querschnittsstudie liefert dazu detaillierte Einblicke.

Laut einem Bericht des Portals scienmag.com vom 26.10.2026 nahmen an der Untersuchung insgesamt 1.470 Berufsschullehrkräfte aus einem deutschen Bundesland teil. Die Befragung wurde im Zeitraum von Februar bis November 2022 durchgeführt. Das zentrale Ergebnis zeigt, dass die individuelle Resilienz eine herausragende Schutzfunktion einnimmt, wenn es um die Bewältigung beruflicher Belastungen geht.

Heterogene Lerngruppen und Multitasking als Hauptbelastungen

Im Rahmen der Erhebung gaben die Lehrkräfte Auskunft über die Art und Intensität ihrer täglichen Arbeitsanforderungen. Als stärkste wahrgenommene Belastung erwiesen sich dabei die heterogenen Leistungsvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler, die einen Mittelwert von 4,45 auf einer 5er-Skala erreichte. Dicht darauf folgte das geforderte Multitasking im Schulalltag mit einem Mittelwert von 4,34.

Auch strukturelle Anforderungen schlugen spürbar zu Buche: Die Kategorie Aufgabenumfang/-komplexität wurde mit einem Mittelwert von 3,96 bewertet, während der Bereich Lehren/Interaktion bei 3,93 lag. Dagegen wurden externe soziale Anforderungen von den Befragten deutlich geringer gewichtet; dieser Faktor verzeichnete mit einem Mittelwert von 1,44 den niedrigsten Wert der Untersuchung.

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Zusammenhang zwischen Anforderungen und Erschöpfung

Zur Erfassung des Erschöpfungszustands nutzte die Untersuchung das Erhebungsinstrument 12-Item-BAT. Die statistische Auswertung verdeutlicht den engen Zusammenhang zwischen den Arbeitsbelastungen und gesundheitlichen Risiken: Die erfassten Anforderungen erklären 26,8 % der Varianz des Burnout-Gesamtwerts.

Betrachtet man isoliert die Exhaustion-Subskala, erklären die Anforderungen 27,1 % der Varianz. Als stärkster Prädiktor für eine drohende Überlastung stellte sich dabei die Kategorie Aufgabenumfang/-komplexität heraus.

Resilienz als einzige moderierende Ressource

Vor diesem Hintergrund analysierten die Forschenden vier potenzielle Ressourcen, die Lehrkräften im Berufsleben zur Verfügung stehen können: die eigene Resilienz, die Unterstützung durch Familie und Freunde, der Rückhalt durch Kolleginnen und Kollegen sowie die Unterstützung durch die Schulleitung. Dabei moderierte von diesen vier Faktoren ausschließlich die Resilienz den Zusammenhang zwischen den Anforderungen und dem Auftreten von Burnout signifikant. Das entsprechende statistische Modell erklärt 40,7 % der Varianz.

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Gleichzeitig verweist die Untersuchung auf eine bedenkliche gesundheitliche Ausgangslage des Kollegiums. Das allgemeine Wohlbefinden der Berufsschullehrkräfte, gemessen über den WHO-5-Index, lag im Bereich schlechten Wohlbefindens.

Zudem lag der Resilienz-Mittelwert der befragten Lehrkräfte bei 3,22 und damit unter dem bundesweiten deutschen Normwert von 3,37. Die Ergebnisse verdeutlichen damit die Relevanz individueller Bewältigungsfähigkeiten angesichts hoher institutioneller Belastungen im Schulwesen.

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