Berliner Verwaltung gehackt: Rhysida erpresst 2 Millionen Euro
Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 02:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Berliner Verwaltung ist Ziel eines schwerwiegenden Cyberangriffs geworden, bei dem die Hackergruppe Rhysida enorme Datenmengen entwendet hat. Nach Entdeckung des Vorfalls Mitte August wurde das gesamte IT-Netzwerk der betroffenen Stellen vom Netz getrennt. Während die Angreifer mit der Veröffentlichung der Daten drohen, lehnt die Berliner Landesregierung jegliche Lösegeldzahlungen strikt ab.
Ausmaß des Datenabflusses und betroffene Informationen
Der Cyberangriff auf die Berliner Verwaltung wurde am 14. August 2026 entdeckt. Nachfolgende Untersuchungen ergaben, dass ein Datenleck bereits in der Zeit zwischen dem 7. und 12. August 2026 aktiv war. In diesem Zeitraum gelang es der Gruppierung Rhysida, insgesamt 5,7 Terabyte an Daten zu exfiltrieren.
Das Ausmaß der entwendeten Informationen ist erheblich. Den vorliegenden Berichten zufolge befinden sich darunter personenbezogene Daten von 12.076 Individuen. Weiterhin umfasst der Datensatz mehr als 16.000 E-Mail-Adressen, 12.000 Telefonnummern sowie rund 46.500 Verträge.
Auch E-Mails und Passwörter sind Teil der Beute, welche die Hacker nun als Druckmittel verwenden. Unmittelbar nach der Entdeckung des Angriffs am 14. August reagierte der Berliner Senat mit der Trennung des IT-Netzes, um weiteren Schaden zu begrenzen.
Lösegeldforderung und politische Reaktion
Die Hackergruppe Rhysida fordert für die Rückgabe oder die Nichtveröffentlichung der sensiblen Informationen eine Summe von 30 Bitcoins. Dies entspricht einem aktuellen Gegenwert von etwa 2 Millionen Euro beziehungsweise rund 2,3 Millionen US-Dollar.
Die Frist für die Zahlung dieses Lösegelds wurde von den Angreifern bis zum 4. September 2026 gesetzt. Parallel zur Erpressung begann die Gruppe bereits damit, die 5,7 Terabyte an Daten im Darknet zu versteigern, wobei das Startgebot ebenfalls bei 30 Bitcoins liegt.
Angesichts massiver Datenabflüsse in öffentlichen Verwaltungen gewinnt der proaktive Schutz vor Cyberangriffen für Unternehmen und Organisationen massiv an Bedeutung. Erfahren Sie in diesem kostenlosen E-Book, wie Sie Sicherheitslücken frühzeitig schließen und sich gegen aktuelle Bedrohungen effektiv absichern. IT-Sicherheit stärken und Unternehmen proaktiv schützen
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner bezog am 31. August 2026 öffentlich Stellung zu dem Vorfall. Er betonte, dass das Land Berlin keine Lösegeldzahlungen an die Hackergruppe leisten werde. Wegner erklärte, dass sich das Land nicht erpressen lasse. Damit folgt Berlin der allgemeinen Linie von Sicherheitsbehörden, die vor Zahlungen an Cyberkriminelle warnen, da dies weitere Angriffe provozieren könnte.
Sicherheitsmaßnahmen und Ermittlungsstand
Infolge des Vorfalls haben die Polizei, die Staatsanwaltschaft sowie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Ermittlungen aufgenommen. Der Fokus liegt derzeit auf der forensischen Analyse der betroffenen Systeme, um den genauen Infektionsweg zu rekonstruieren. Aufgrund der Komplexität des Angriffs setzt Berlin verstärkt auf eine Zero-Trust-Architektur, um die künftige Sicherheit der Verwaltungsinfrastruktur zu erhöhen.
Nach dem Bekanntwerden des Passwort-Leaks werden aktuell etwa 12.000 Systeme einer eingehenden Überprüfung unterzogen. Bislang gibt es aus diesen laufenden Untersuchungen keine gesicherten Hinweise auf einen weiteren Datenabfluss, die Analysen dauern jedoch an.
Der Diebstahl von Zugangsdaten ist oft der erste Schritt für weitreichende IT-Angriffe – wer Passwörter im Browser speichert, geht daher ein hohes Risiko ein. Ein kostenloser Ratgeber erklärt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Passwörter sicher und verschlüsselt auf Ihrem eigenen Computer verwalten. Kostenlose Anleitung zur sicheren Passwort-Verwaltung anfordern
IT-Experten raten den Betroffenen und Mitarbeitern der Verwaltung zur umgehenden Änderung ihrer Passwörter sowie zur konsequenten Implementierung einer Zwei-Faktor-Authentifizierung, um den Schutz der digitalen Identitäten zu verstärken.
