Verwaltung, Terabyte

Berliner Verwaltung gehackt: 5,79 Terabyte Daten für 2 Millionen Euro

Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 18:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Ransomware-Gruppe Rhysida fordert Bitcoin für gestohlene Berliner Behördendaten; eine Veröffentlichung im Darknet steht weiterhin im Raum.

Cyberangriff auf Berlin: 5,79 Terabyte Behördendaten entwendet
Dunkler Serverraum mit blinkenden LED-Anzeigen an metallischen Server-Racks in einer modernen IT-Infrastruktur. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Berliner Landesverwaltung ist Opfer eines schwerwiegenden Cyberangriffs geworden, bei dem erhebliche Datenmengen aus den internen Systemen entwendet wurden. Ersten Erkenntnissen zufolge sind etwa 5,79 Terabyte an sensiblen Informationen abgeflossen.

Zu den gestohlenen Daten gehören E-Mails, Telefonnummern sowie zahlreiche Passwörter von Behördenmitarbeitern. Der Vorfall unterstreicht die Verwundbarkeit öffentlicher IT-Strukturen und stellt die Sicherheitsverantwortlichen vor enorme Herausforderungen.

Hinter dem Angriff steht offenbar die Ransomware-Gruppe „Rhysida“, die bereits konkrete Forderungen an das Land Berlin gestellt hat. Die Akteure gaben bekannt, rund 5,8 Terabyte an entwendeten Daten Berliner Behörden versteigern zu wollen. Das Paket soll unter anderem 46.500 Verträge, 80.000 Dokumente zu Ordnungswidrigkeitsverfahren sowie 6.000 Login-Datensätze umfassen.

Für die Versteigerung, die für die kommende Woche angesetzt ist, wurde ein Startgebot von 30 Bitcoin festgelegt. Dies entspricht nach aktuellem Stand einem Wert von etwa 2 Millionen Euro. Sollte keine Zahlung erfolgen, drohen die Erpresser damit, die Informationen auf dem Schwarzmarkt oder im Darknet zu veröffentlichen.

Die Analyse des Vorfalls zeigt, dass die Infiltration bereits Anfang August ihren Anfang nahm. Erste Anzeichen für unbefugte Zugriffe wurden im Zeitraum zwischen dem 7. und 12. August registriert.

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Um den weiteren Abfluss von Daten zu unterbinden und die Systeme zu sichern, wurden die betroffenen Netzwerke am 14.08.2026 vollständig vom Internet getrennt. Trotz dieser Sofortmaßnahmen konnten die Angreifer bereits einen signifikanten Teil der Verwaltungsdaten kopieren.

Sicherheitsexperten äußerten sich besorgt über die Umstände des Datendiebstahls. Es gibt Hinweise darauf, dass Passwörter innerhalb der Verwaltung in ungesicherten Word-Dateien gespeichert wurden, was den Tätern den Zugriff erheblich erleichtert haben könnte.

Ein IT-Experte des Chaos Computer Club (CCC) warnte, dass die erbeuteten Informationen, insbesondere aus Justizakten und Bußgeldbescheiden, eine ideale Grundlage für Identitätsdiebstahl und Betrug darstellten.

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Die Daten könnten langfristig für gezielte Erpressungsversuche gegen Betroffene genutzt werden. Fachleute wiesen zudem darauf hin, dass bereits seit Jahren vor eklatanten Sicherheitslücken in der IT-Infrastruktur des Landes gewarnt worden war.

Die politische Führung des Landes reagierte entschlossen auf die Drohungen. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner betonte, dass sich das Land Berlin nicht von den Kriminellen erpressen lassen werde. Während die Behörden mit Hochdruck an der Aufarbeitung arbeiten, wurde klargestellt, dass die Wahlinfrastruktur von dem Angriff nicht betroffen ist.

Dennoch bleibt die Lage angespannt, da bereits erste Erpresserschreiben im Umlauf sind und die Veröffentlichung der sensiblen Vertrags- und Verfahrensdaten droht. Die Verwaltung muss nun prüfen, inwiefern die Sicherheitsvorkehrungen grundlegend modernisiert werden können, um künftige Vorfälle dieser Größenordnung zu verhindern.

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