Berlin-Marathon, Tigst

Berlin-Marathon: Tigst Assefa siegt trotz Krämpfen und Sehnenverletzung

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 21:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Tigst Assefa stellt einen Streckenrekord auf; Guye Adola holt seinen zweiten Berliner Titel, während Esther Pfeiffer vorzeitig aussteigt.

Berlin-Marathon: Assefa siegt trotz Verletzung, Adola gewinnt
Eine menschenleere, nasse Asphaltstraße einer Marathonstrecke an einem bewölkten Tag. Illustration mit AI erstellt.

Spitzensport im Marathonbereich verlangt dem menschlichen Organismus Höchstleistungen an den absoluten physiologischen Grenzen ab. Wie schmal der Grat zwischen einem historischen Triumph und dem körperlichen Einbruch ist, verdeutlichen die Geschehnisse beim Berlin-Marathon.

Dramatischer Rennverlauf im Elitefeld der Frauen

Die Äthiopierin Tigst Assefa verpasste einen neuen Weltrekord denkbar knapp. Nach 40 Kilometern lag die 29-Jährige noch klar auf Weltrekordkurs, verlor jedoch auf den letzten Kilometern durch Krämpfe und muskuläre Probleme rund 90 Sekunden.

Dennoch sicherte sie sich in 2:11:04 Stunden den Sieg, stellte einen Streckenrekord auf und lief die drittschnellste Zeit in der Geschichte des Frauen-Marathons. Nach 2022 und 2023, als sie in Berlin mit 2:11:53 Stunden einen damaligen Weltrekord markiert hatte, war dies ihr dritter Erfolg bei dem Wettbewerb.

Die physischen Folgen des Rennens zeigten sich unmittelbar nach dem Zieleinlauf: Wegen einer Sehnenverletzung fehlte Assefa bei der Siegerehrung sowie der Pressekonferenz und musste nach Angaben des Veranstalters SCC Events zu Untersuchungen in ein Krankenhaus gebracht werden.

RTL-Expertin Sabrina Mockenhaupt merkte zum Rennverlauf an, dass ein solcher Verlauf bitter sei, aber zum Marathon gehöre, wenn die Muskulatur zumache.

Der Weltrekord verbleibt somit bei der Kenianerin Ruth Chepngetich, die am 13. Oktober 2024 in Chicago eine Zeit von 2:09:56 Stunden gelaufen war; Chepngetich ist derzeit infolge eines positiven Dopingtests gesperrt. Rang zwei in Berlin belegte Bedatu Hirpa in 2:16:53 Stunden, knapp zwei Sekunden vor Dera Dida.

Herausforderungen auf der Strecke und deutsche Platzierungen

Welche Rolle mentale und physische Faktoren auf langen Distanzen spielen, spiegelte sich auch bei den deutschen Starterinnen wider. Esther Pfeiffer aus Düsseldorf musste kurz vor der 15-Kilometer-Marke aufgeben, obwohl sie bis dahin auf Kurs eines neuen deutschen Rekords gelegen hatte.

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Die 29-Jährige, die mit ihrem Ehemann Hendrik als Tempomacher antrat, erklärte, sie sei untröstlich und der enorme Druck habe Tribut gefordert sowie Magenprobleme verursacht. Der deutsche Rekord verbleibt damit bei Irina Mikitenko mit einer Zeit von 2:19:19 Stunden aus dem Jahr 2008.

Schnellste deutsche Athletin wurde Anna Langerwisch vom Marathon-Team Berlin/SCC Berlin. Die 25-jährige Polizistin verbesserte ihre Bestzeit um über vier Minuten auf 2:27:31 Stunden (Halbmarathon-Splits: 72:35 und 74:56 Minuten) und erreichte Rang 16. Sie erklärte, sie sei überglücklich und sehr zufrieden, da sie das Ziel verfolgt habe, unter zweieinhalb Stunden zu bleiben. Kristina Hendel belegte in 2:29:48 Stunden den 22. Rang, während Laura Hottenrott kurzfristig nicht antrat.

Adolas Erfolg bei den Männern und Rollstuhlwettbewerbe

Im Männerfeld setzte sich der 35-jährige Äthiopier Guye Adola durch. Als ältester Starter der Elite verbesserte er seine Bestzeit um 55 Sekunden auf 2:02:51 Stunden und holte nach 2021 seinen zweiten Berliner Titel. Die weiteren Podestplätze sicherten sich Gemechu Deriba in 2:03:19 Stunden und der Tansanier Gabriel Geay in 2:03:59 Stunden.

Weltrekordler Sabastian Sawe aus Kenia, der im April in London als erster Mensch unter zwei Stunden geblieben war, hatte seinen Start verletzungsbedingt abgesagt. Bester Deutscher wurde Haftom Welday auf Rang 16 mit 2:08:25 Stunden, gefolgt von Aaron Bienenfeld (2:09:18 Stunden) und Sebastian Hendel (2:09:50 Stunden).

In den Rollstuhl-Wettbewerben dominierte Catherine Debrunner bei den Frauen. Sie gewann zum vierten Mal mit einer Zeit von 1:35:01 Stunden und fast sieben Minuten Vorsprung vor Manuela Schär. Bei den Männern feierte Marcel Hug in 1:23:28 Stunden seinen elften Sieg in Berlin und bleibt dort seit 2019 ungeschlagen.

Großveranstaltung im Zeichen des Ausdauersports

Die 52. Auflage des Marathons verzeichnete mehr als 56.000 Teilnehmende in sechs Startwellen aus 162 Nationen, darunter rund 21.500 Starter aus Deutschland. Bei Temperaturen von etwa 13 Grad säumten bis zu eine Million Zuschauer die Strecke, abgesichert von 1.800 Polizisten.

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Über das gesamte Wochenende hinweg waren rund 84.000 Aktive in verschiedenen Disziplinen wie Inlineskaten, Breitensportläufen sowie Nachwuchs- und Rollstuhlrennen auf den Straßen der Hauptstadt unterwegs.

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