Berlin, KI-Videoüberwachung

Berlin: KI-Videoüberwachung am Kottbusser Tor startet im August

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 13:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Berlin beginnt mit KI-gestützter Videoanalyse am Kottbusser Tor. Das Projekt kostet bis 2030 rund 4,6 Millionen Euro und stößt auf Kritik.

Berlin startet KI-Videoüberwachung am Kottbusser Tor im August 2026
Eine moderne Überwachungskamera an einem Mast vor einer unscharfen Berliner Stadtkulisse bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Berliner Polizei hat mit der Umsetzung eines Pilotprojekts zur KI-gestützten Videoüberwachung am Kottbusser Tor begonnen. Wie aus Senatskreisen verlautete, erfolgt der Start des Systems bereits im August 2026. Das Vorhaben markiert den Beginn einer technologischen Aufrüstung an kriminalitätsbelasteten Orten der Hauptstadt, wobei eine Ausweitung auf die Warschauer Straße bereits in der Planung vorgesehen ist.

Innensenatorin Iris Spranger (SPD) betonte im Rahmen der Einführung, dass die eingesetzte Software keine biometrische Gesichtserkennung durchführe. Die technische Analyse beschränke sich stattdessen auf die Erfassung und Auswertung von Bewegungsabläufen. Ziel sei es, untypische Verhaltensmuster oder Gefahrensituationen automatisiert zu identifizieren, ohne dabei die Identität der erfassten Personen individuell festzustellen.

Investitionen in Millionenhöhe bis 2030

Für die Implementierung und den langfristigen Unterhalt der neuen Technik hat die Berliner Polizei ein detailliertes Budget aufgestellt. Für den Zeitraum zwischen 2026 und 2030 sind Investitionen in Höhe von 2,47 Mio. Euro veranschlagt. Die Kosten für den laufenden Betrieb der Systeme im selben Zeitraum werden auf 2,13 Mio. Euro beziffert.

Zusätzlich zur Überwachung öffentlicher Plätze soll die KI-Technologie künftig verstärkt im Bereich des Objektschutzes eingesetzt werden. Ab Dezember 2026 ist die Installation entsprechender Systeme am Roten Rathaus sowie in der Klosterstraße geplant. Für diesen Teilbereich des Projekts sind für die Jahre 2026 und 2027 Investitionsmittel in Höhe von 1,76 Mio. Euro vorgesehen.

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Rechtliche Basis und politischer Widerstand

Die gesetzliche Grundlage für den erweiterten Einsatz der Videoanalyse bildet die im Dezember 2025 verabschiedete Änderung des Allgemeinen Sicherheits- und Ordnungsgesetzes (ASOG). Diese Reform schuf die Voraussetzungen für den Einsatz intelligenter Überwachungssysteme durch die Berliner Sicherheitsbehörden.

Trotz der gesetzlichen Verankerung stößt das Pilotprojekt auf Widerstand. Datenschützer sowie Vertreter der Opposition lehnen den Einsatz der KI-Kameras ab. Die Kritiker äußerten grundlegende Bedenken hinsichtlich der Wahrung von Freiheitsrechten im öffentlichen Raum und der Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen.

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Berlin orientiert sich bei der technischen Umsetzung an bestehenden Strukturen in anderen Bundesländern. Nach Angaben der Polizei wird eine vergleichbare Technologie bereits in Frankfurt am Main eingesetzt, um dortige Brennpunkte zu überwachen. Die Erfahrungen aus der hessischen Metropole dienen als Referenz für den nun gestarteten Testbetrieb in Berlin.

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