Berlin-Hack: Rhysida erbeutet 5,79 Terabyte Behördendaten
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 22:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Berliner Senat hat einen schwerwiegenden Sicherheitsvorfall in seinem Verwaltungsnetz bestätigt. Nach einem Ransomware-Angriff durch die Gruppierung Rhysida kam es zu einem umfangreichen Abfluss von Behördendaten. Während die Täter ein hohes Lösegeld fordern, hat die Berliner Landesregierung die Zahlung offiziell abgelehnt. Die Ermittlungen zum genauen Ausmaß der Kompromittierung sowie zur Wiederherstellung der Systemsicherheit dauern an.
Umfang des Datendiebstahls und Forderungen der Angreifer
Nach Angaben der Hackergruppe Rhysida wurden bei dem Angriff auf die Senatsverwaltungen insgesamt 5,79 Terabyte an Daten sowie rund 1,44 Millionen Dateien erbeutet. Die Gruppierung untermauerte ihren Einbruch am 28. August mit einem entsprechenden Bekennerschreiben. Die entwendeten Informationen umfassen laut den Behauptungen der Angreifer unter anderem 46.500 Verträge, 80.000 Ordnungswidrigkeitenverfahren sowie 6.000 Dateien mit Login-Daten.
Darüber hinaus sollen sich unter den kompromittierten Dokumenten 3.200 Vertraulichkeitsvereinbarungen (NDAs) und 148 IBAN-Nummern befinden. Auch Wasseranalyse-Daten sowie personenbezogene Informationen von 12.076 Personen seien Teil des Datenpakets.
Die Erpresser fordern für die Nichtveröffentlichung der Daten ein Lösegeld in Höhe von 30 BTC, was einem Gegenwert von etwa 2 Millionen Euro beziehungsweise 2,3 Millionen US-Dollar entspricht.
Ein Countdown der Angreifer läuft bis zum kommenden Freitag; nach Ablauf dieser Frist droht die Veröffentlichung der gesamten 5,8 Terabyte an Daten im Darknet. Berichten zufolge haben die Angreifer bereits mit der Versteigerung der Informationen begonnen, nachdem die Forderung abgelehnt wurde.
Reaktion der Landesregierung und zeitlicher Hergang
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner bezog bereits kurz nach Bekanntwerden der Forderungen Stellung. Er lehnte die Zahlung eines Lösegelds an die kriminelle Vereinigung entschieden ab. Der Senat bestätigte zudem, dass eine entsprechende Lösegeldforderung bereits am 27. August eingegangen sei.
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Interne Untersuchungen ergaben, dass die eigentliche Exfiltration der Daten bereits zwischen dem 7. und 12. August erfolgt war. Die Entdeckung des Eindringens in das Verwaltungsnetz fand Mitte August statt. Trotz der Schwere des Vorfalls gibt die Landesregierung in einer ersten Einschätzung Entwarnung bezüglich kritischer demokratischer Prozesse: Wahlbezogene Daten seien nach aktuellem Kenntnisstand nicht von dem Diebstahl betroffen.
Ermittlungsstand und Sicherheitsmaßnahmen
Die Berliner Landesregierung prüft derzeit den vollständigen Umfang der gestohlenen Daten. Da der Vorfall weite Teile der Senatsverwaltungen betrifft, laufen die forensischen Ermittlungen unter Hochdruck, um festzustellen, welche spezifischen Verwaltungseinheiten am stärksten betroffen sind.
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Experten beobachten den Vorfall im Kontext einer zunehmenden Bedrohungslage für öffentliche Verwaltungen durch spezialisierte Ransomware-Banden. Der aktuelle Fall verdeutlicht die Risiken für sensible Behördendaten, die von Passwörtern über Bußgeldverfahren bis hin zu internen Vertragsdetails reichen.
Während die Ermittlungen fortgeführt werden, liegt der Fokus der Behörden auf der Sicherung der betroffenen IT-Infrastrukturen und der Schadensbegrenzung im Falle einer drohenden Veröffentlichung der gestohlenen Datensätze.
