Berlin-Hack, Millionen

Berlin-Hack: 1,44 Millionen Dateien im Darknet – BSI warnt vor Phishing

Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 14:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach dem Angriff auf Berliner Senatsverwaltungen warnt das BSI vor Phishing und Identitätsdiebstahl; die Analyse der kompromittierten Systeme läuft.

Cyberangriff auf Berlin: 1,44 Millionen Dateien im Darknet
Ein minimalistischer, dunkel beleuchteter Flur in einem modernen Verwaltungsgebäude bei Nacht. Illustration mit AI erstellt.

Die Berliner Landesverwaltung ist Ziel eines beispiellosen Cyberangriffs geworden, bei dem Unbekannte Zugriff auf sensible Systeme erlangten und umfangreiche Datenmengen im Darknet veröffentlichten.

Seit dem 5. September 2026 kursieren insgesamt 1,44 Millionen Dateien mit einem Gesamtvolumen von etwa 5,8 Terabyte in verschlüsselten Bereichen des Internets. Hinter dem Angriff steht nach aktuellen Erkenntnissen die Hacker-Gruppe Rhysida. Betroffen sind primär die Senatsverwaltungen für Bauen sowie für Verkehr.

Umfangreiche Datenpakete und Lösegeldforderungen

Die Veröffentlichung der entwendeten Informationen erfolgte in mehreren Schritten. Bereits am 4. September 2026 wurde ein erstes Datenpaket zugänglich gemacht, das rund 1,4 Millionen Dateien umfasste.

Darunter befanden sich hochsensible Dokumente wie Pläne für den Verteidigungsfall, interne Vermerke der Verwaltung, Gehaltslisten sowie private Mobilfunknummern von Mitarbeitern. In der darauffolgenden Nacht veröffentlichten die Angreifer ein weiteres Paket, das zusätzlich interne Zugangsdaten enthielt.

Im Zuge des Angriffs forderte die Gruppe Rhysida ein Lösegeld in Höhe von 30 Bitcoin, was zum Zeitpunkt des Vorfalls einem Gegenwert von etwa 2 Millionen Euro entsprach. Der Berliner Senat kam dieser Forderung jedoch nicht nach. Als Reaktion auf den Vorfall wurden die Sicherheitsvorkehrungen innerhalb der betroffenen Verwaltungen unmittelbar nachgeschärft.

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Experten stufen Vorfall als historischen Angriff ein

Vertreter des Chaos Computer Clubs (CCC) ordnen den Vorfall als den bislang größten bekannten Hackerangriff auf eine öffentliche Verwaltung in Deutschland ein.

Dirk Engling vom CCC wies darauf hin, dass die Angreifer offenbar leichtes Spiel hatten. Er kritisierte, dass leicht zu erratende Passwörter sowie eine fehlende Mehrfaktor-Authentifizierung den unbefugten Zugriff erheblich erleichtert hätten.

Während die Wahl-IT nach aktuellem Stand nicht von dem Angriff betroffen sei, forderte der CCC angesichts der Schwere des Falls umfassende neue Sicherheitskonzepte für die gesamte Verwaltung.

Auch politisch sorgt der Vorfall für scharfe Reaktionen. Der Grünen-Politiker Konstantin von Notz bezeichnete die Situation als einen erheblichen Datenvorfall und stufte sie als Daten-Super-GAU ein. Fachleute aus dem IT-Sektor warfen dem Senat zudem grobe Fahrlässigkeit beim Schutz der kritischen Infrastruktur vor.

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Risiken für weitere Behörden und Sicherheitswarnungen

Ein technischer Cyberdefense-Bericht verdeutlicht zudem die Tragweite für andere Sicherheitsbehörden. Obwohl der Bundesnachrichtendienst (BND) nicht direkt Ziel des Hacks war, gilt die Behörde als technisch exponiert. Dies liege an der Vernetzung über das sogenannte BeLa-Netz sowie an der Nutzung gemeinsamer Dienstleister. Zudem wird eine fehlende SINA-Infrastruktur als Sicherheitsrisiko in der Kommunikation zwischen den beteiligten Entitäten analysiert.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat unterdessen eine Warnung an alle Personen ausgesprochen, deren Daten in den geleakten Dateien enthalten sein könnten. Die Behörde warnt ausdrücklich vor einer erhöhten Gefahr durch Phishing-Angriffe und Identitätsdiebstahl.

Betroffene sollten in den kommenden Monaten besonders wachsam gegenüber unaufgeforderten Kontaktanfragen oder ungewöhnlichen Kontobewegungen sein. Eine detaillierte Analyse der Angriffsvektoren dauert derzeit noch an, während die Berliner Verwaltung versucht, das volle Ausmaß der kompromittierten Systeme zu erfassen.

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