BEPPO-Studie, Bewegungsprogramm

BEPPO-Studie: Bewegungsprogramm wird an 13 Kinderkrebszentren erprobt

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 10:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BEPPO prüft Bewegungsangebote für krebskranke Kinder; Tanztherapien und vernetzte Betreuung unterstützen Menschen mit Parkinson und Demenz.

Bewegung bei Krebs und Parkinson: Studien und Programme im Überblick
Heller, leerer Therapieraum mit Holzboden und Übungsmatten in einer ruhigen, klinischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Strukturierte Bewegungsprogramme gewinnen in der Behandlung chronischer und schwerwiegender Erkrankungen zunehmend an Bedeutung. Aktuelle klinische Studien und Versorgungsmodelle untersuchen derzeit, inwieweit gezielte körperliche Aktivität den Behandlungserfolg bei onkologischen und neurologischen Diagnosen unterstützen kann. Im Fokus steht dabei insbesondere die Übertragbarkeit klinischer Erkenntnisse in die flächendeckende Regelversorgung.

Die BEPPO-Studie: Bewegungsprogramme für die Kinderonkologie

Ein zentrales Vorhaben in diesem Bereich ist die bundesweite BEPPO-Studie, die in insgesamt 13 kinderonkologischen Zentren durchgeführt wird. Ziel der Untersuchung ist es, die Umsetzbarkeit sowie den potenziellen Zusatznutzen eines strukturierten Bewegungsprogramms im Vergleich zur bisherigen Regelversorgung wissenschaftlich zu belegen. Die Studie richtet sich an eine Zielgruppe von geplanten 346 Patientinnen und Patienten im Alter zwischen 3 und 18 Jahren.

Das Interventionsmodell sieht vor, dass die Teilnehmenden unmittelbar ab der Diagnosestellung ein sechsmonatiges Programm durchlaufen. Dieses umfasst stationäre und ambulante Einheiten, die durch digital begleitete Trainingsmodule ergänzt werden. Zusätzlich sind vier Familienberatungen integriert, um das soziale Umfeld in den Genesungsprozess einzubeziehen.

Gefördert wird die BEPPO-Studie durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Die Förderung begann im Oktober 2025 und umfasst ein Volumen von rund 7,3 Millionen Euro über einen Zeitraum von 3,5 Jahren. Sollten sich Nutzen und Umsetzbarkeit des Konzepts bestätigen, ist eine Überführung des Programms in die Regelversorgung vorgesehen.

Spezifische Tanz- und Bewegungstherapien bei Parkinson und Demenz

Anzeige

Wer die eigene Mobilität und geistige Fitness unterstützen möchte, findet in diesem Ratgeber gezielte Methoden zur Stärkung der Konzentration. 11 Alltagsübungen für geistige Fitness kostenlos herunterladen

Neben der Onkologie zeigen auch Projekte im neurologischen Sektor differenzierte Ansätze. In Wien wird mit der sogenannten Neurotango-Methode gearbeitet, die sich unter anderem an Menschen mit Parkinson oder Demenz richtet.

Das Konzept nutzt vereinfachte Elemente klassischer Tänze wie Tango, Vals, Milonga und Canyengue. Dabei werden 12 spezifische Bewegungs-Tools eingesetzt, die jeweils über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen intensiv eingeübt werden.

Wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Methode insbesondere bei Parkinson-Patienten positive Veränderungen des Gangmusters bewirken kann. In den Kursen für Demenzerkrankte liegt der Schwerpunkt hingegen auf der Begegnung und der Aktivierung bereits gespeicherter Fähigkeiten. Die Gruppen sind in der Regel auf acht Personen begrenzt, wobei die Teilnahme auch unter Verwendung von Hilfsmitteln wie Rollatoren möglich ist.

Anzeige

Gezielte körperliche Aktivität ist ein wichtiger Baustein für die Gesundheit im Alter und kann helfen, typischen Beschwerden wirksam vorzubeugen. Dieser kostenlose Leitfaden eines erfahrenen Sportmediziners zeigt 17 einfache Übungen für maximale Ergebnisse bei minimalem Zeitaufwand. Kostenlosen Ratgeber mit 3-Minuten-Übungen sichern

Ähnliche Zielsetzungen verfolgt das Projekt «KonTAKT» am Luzerner Theater. Hier treffen sich Menschen mit Parkinson und anderen neurologischen Herausforderungen zum gemeinsamen Tanztraining. Berichten zufolge steht bei diesem Angebot neben der rein physischen Bewegung das soziale Erleben im Vordergrund. Auch hier nehmen Personen mit unterschiedlichen Mobilitätshilfen am Training teil, was den integrativen Charakter des Ansatzes unterstreicht.

Vernetzung von Lebensstilberatung und medizinischer Begleitung

Ein weiterer integrativer Ansatz wird durch die Organisation Proteion und die Initiatoren des Lifestyleprogramms „Parkinson Fit & Vitaal“ verfolgt. Die Partner bündeln ihre Angebote, um Menschen mit Parkinson oder Parkinsonismus eine umfassende Unterstützung zu bieten.

Das Programm wird in kleinen Gruppen von höchstens zehn Teilnehmenden durchgeführt und kombiniert das Training körperlicher sowie kognitiver Funktionen mit Elementen der Psychoedukation.

Zusätzlich erhalten die Teilnehmenden eine spezifische Lebensstilberatung und soziale Unterstützung, ergänzt durch monatliche Themenveranstaltungen. Die fachliche Betreuung erfolgt durch Trainer, die über eine Ausbildung im Netzwerk ParkinsonNet verfügen, während Proteion die medizinische Begleitung sicherstellt.

Eine Besonderheit dieses Modells ist die Erstattungsfähigkeit durch Krankenversicherer, sofern eine entsprechende Überweisung durch einen Haus- oder Facharzt vorliegt.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70203027 |