BEPPO-Studie: 346 junge Krebspatienten testen Bewegungstherapie
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 15:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der medizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit onkologischen Erkrankungen gewinnt die begleitende Bewegungstherapie zunehmend an Bedeutung. Ein zentrales Vorhaben in diesem Bereich ist das Programm BEPPO (Evaluation Bewegungs- und sporttherapeutischer Interventionen unter medizinischer Therapie in der pädiatrischen Onkologie).
Unter der Federführung der Uniklinik Köln wird in diesem Rahmen eine bundesweite Studie durchgeführt, welche die Umsetzbarkeit von Sport- und Bewegungstherapie im klinischen Alltag für junge Krebspatienten untersucht. Das Projekt erfolgt in enger Kooperation mit dem Universitätsklinikum Essen und zielt darauf ab, belastbare Daten für eine mögliche Integration in die Standardversorgung zu gewinnen.
Struktur und Zielsetzung des BEPPO-Forschungsprogramms
Die Studie ist als großflächiges Vorhaben konzipiert, das insgesamt 346 Kinder und Jugendliche umfasst. Die Teilnehmenden befinden sich im Alter zwischen 3 und 18 Jahren. Um eine breite Datenbasis zu gewährleisten, wird die Untersuchung an 13 spezialisierten kinderonkologischen Zentren in Deutschland durchgeführt.
Unterstützt wird das Projekt durch eine Kooperation mit namhaften gesetzlichen Krankenversicherungen. Zu den Projektpartnern von BEPPO zählen die AOK Rheinland/Hamburg, die BARMER, die DAK-Gesundheit sowie die Techniker Krankenkasse.
Diese Zusammenarbeit unterstreicht das Interesse der Kostenträger an fundierten Erkenntnissen über den therapeutischen Nutzen und die organisatorische Machbarkeit von Bewegungsangeboten während einer intensiven Krebsbehandlung.
Methodischer Aufbau der bundesweiten Interventionsstudie
Der methodische Ansatz der Studie sieht einen Vergleich zwischen einer Interventionsgruppe und einer Kontrollgruppe vor, die die herkömmliche Standardversorgung (Usual Care) erhält. Für die Teilnehmenden der Interventionsgruppe beginnt nach der Diagnosestellung ein strukturiertes, sechsmonatiges Bewegungsprogramm. Dieses zeichnet sich durch eine hohe Flexibilität aus, um den unterschiedlichen Phasen der medizinischen Therapie gerecht zu werden.
Die BEPPO-Studie untersucht an 13 kinderonkologischen Zentren, wie Bewegungstherapie für junge Krebspatienten sicher in den Klinikalltag passt. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Kind dabei unterstützen und welche Schritte zur Erstattung möglich sind. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern
Das Programm umfasst stationäre Einheiten während des Klinikaufenthalts, ambulante Angebote sowie digitale Komponenten, die von den Patienten zu Hause durchgeführt werden können. Ergänzt wird die körperliche Betätigung durch vier familienorientierte Bewegungsberatungen. Dieser ganzheitliche Ansatz soll sicherstellen, dass die Therapie nicht nur punktuell wirkt, sondern fest in den Alltag der betroffenen Familien integriert wird.
Wissenschaftlicher Hintergrund und aktuelle Hürden der Regelversorgung
Die theoretische Grundlage für die Durchführung der BEPPO-Studie bildet eine umfassende Datenlage. Eine Auswertung von mehr als 12.000 Studien hat bereits belegt, dass individuell angepasste Bewegungsprogramme für junge Krebspatienten sicher durchführbar sind. Die vorliegenden Erkenntnisse deuten darauf hin, dass gezielte Aktivität die Muskelkraft, die allgemeine körperliche Funktion sowie die Ausdauer der Betroffenen deutlich verbessern kann.
Bewegungstherapie ist bislang kein fester Bestandteil der kinderonkologischen Regelversorgung — eine Erstattung erfolgt nur in Ausnahmefällen. Unser Leitfaden erklärt, wie Sie einen Kassenantrag stellen und welche Praxistipps Familien im Klinikalltag wirklich helfen. Kassen-Checkliste jetzt sichern
Trotz dieser positiven wissenschaftlichen Indikationen ist die Bewegungstherapie bislang kein fester Bestandteil der kinderonkologischen Regelversorgung in Deutschland. Eine Erstattung durch die Krankenkassen erfolgt gegenwärtig nur in dokumentierten Ausnahmefällen.
Die Ergebnisse des BEPPO-Programms könnten somit eine wesentliche Grundlage schaffen, um die Diskrepanz zwischen wissenschaftlicher Evidenz und dem aktuellen Versorgungsstatus zu überbrücken und sporttherapeutische Maßnahmen dauerhaft im klinischen Umfeld zu etablieren.
