Berlin, Deutschland

Vogelzählung: Rückgang bei Spatzen, Schwalben, Mauerseglern

26.05.2026 - 07:00:08 | dpa.de

Bei der «Stunde der Gartenvögel» sollte die Bevölkerung Ausschau nach Piepmätzen halten. Die Resultate sind eher ernüchternd.

  • Haussperlinge baden in einer Vogeltränke. - Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa
    Haussperlinge baden in einer Vogeltränke. - Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa
  • Zwei Mauersegler kuscheln sich aneinander. - Foto: Boris Roessler/dpa
    Zwei Mauersegler kuscheln sich aneinander. - Foto: Boris Roessler/dpa
  • Ein Buchfink sitzt auf einer Wiese. - Foto: Felix Kästle/dpa
    Ein Buchfink sitzt auf einer Wiese. - Foto: Felix Kästle/dpa
Haussperlinge baden in einer Vogeltränke. - Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa Zwei Mauersegler kuscheln sich aneinander. - Foto: Boris Roessler/dpa Ein Buchfink sitzt auf einer Wiese. - Foto: Felix Kästle/dpa

Für Vogelfreunde gibt es gute und schlechte Nachrichten zugleich: Während es etwa bei den Spatzen schlecht aussieht, sieht die Lage bei Finken erfreulicher aus, wie der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) mitteilt. Grundlage ist die «Stunde der Gartenvögel», bei der Menschen in Deutschland am zweiten Maiwochenende Vögel beobachten und melden sollten.

Düster seien die Resultate für die Spatzenarten, erklärte Vogelschutz-Experte Martin Rümmler vom Nabu. «Der Haussperling liegt zwar nach wie vor auf Platz eins unserer Rangliste der am meisten gemeldeten Vögel, aber er hat einen Verlust von 9 Prozent zum Vorjahr eingefahren. Damit setzt sich der Negativtrend der vergangenen Jahre vorerst leider fort.» Beim Feldsperling liege der Verlust bei 6 Prozent.

Starker Rückgang bei Mauerseglern und Mehlschwalben

«Diese Zahlen müssen uns besorgen», so Rümmler. «Denn wenn so häufige Arten wie der Haussperling immer weniger gemeldet werden, könnte das ein Alarmsignal für den Zustand der Natur in unseren Siedlungen sein.» Gründe seien meist ein mangelndes Nahrungsangebot und der Verlust von Wohn- und Lebensraum in Städten.

Die Sichtungen von Mauerseglern brachen demnach im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent ein, die von Mehlschwalben um 12 Prozent. «Beide Arten sind Gebäudebrüter und Insektenfresser», erläuterte Rümmler. «Es könnten also Insektenschwund und nicht vogelfreundliche Sanierung alter Gebäude eine Rolle spielen.» Möglich sei aber auch, dass ein Teil der Tiere später als üblich aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt sei.

Deutlicher Abwärtstrend von Sichtungen seit Jahren

Doch der Nabu nennt auch positive Trends: So wurden verschiedene Finken nach einem zeitweiligen Rückgang wieder öfter gesichtet. «Bei den Buchfinken können wir sogar ein sattes Plus bei den Sichtungen von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verbuchen, auch der Grünfink machte bundesweit 3 Prozent Plus», so Rümmler. 

Grund für den vorherigen Einbruch könnten Krankheiten gewesen sein: «Eine Ursache ist vermutlich, dass der Grünfink stärker unter den Infektionswellen mit Trichomonaden gelitten hat als der Buchfink», erläuterte Rümmler. Diese Erreger verbreiten sich vor allem an Futter- und Wasserstellen. «Wer Vögel füttert, sollte daher unbedingt auf die Hygiene achten. Am besten Futtersäulen nutzen und Wasser täglich wechseln.» Amseln wurden laut Nabu ähnlich häufig wie 2025 gesichtet.

Bei der Zählung meldeten bundesweit rund 56.000 Menschen aus mehr als 38.000 Gärten weit über eine Million Vögel. Dabei setzte sich der Abwärtstrend der Vorjahre fort: Wurden 2018 noch im Mittel knapp 34 Vögel pro Garten oder Park gezählt, so waren es 2026 nur noch etwa 28,4 Vögel. Bei der «Stunde der Gartenvögel» sollten vom 8. bis 10. Mai eine Stunde lang die gefiederten Gäste vor der Haustür gezählt werden.

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