Behörden-IT, Computer

Behörden-IT: 44% Computer ausfallend, 97% ohne Notstrom

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 05:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine CPD-Analyse bewertet Bangladeschs digitale Verwaltung mit 38,9 Punkten und zeigt Defizite bei Technik, Zugang und Sicherheit.

CPD-Studie zeigt große Lücken bei Bangladeschs E-Governance
Ein veraltetes, unaufgeräumtes Behördenbüro mit ausgeschalteten Computern und Kabelsalat in einer schwach beleuchteten Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In einer am 31. August 2026 vorgestellten Untersuchung hat das Centre for Policy Dialogue (CPD) den aktuellen Stand der digitalen Verwaltung analysiert.

Die Ergebnisse der Umfrage zeichnen ein kritisches Bild der E-Governance-Bereitschaft: Unter mehr als 700 gelisteten öffentlichen Diensten konnte kein einziges Angebot identifiziert werden, das einen vollständig automatisierten digitalen Prozess abbildet. Trotz der Bemühungen um eine digitale Transformation bleibt die praktische Umsetzung in der Verwaltung hinter den Erwartungen zurück.

Mangelhafte Infrastruktur bremst digitale Verwaltung

Die Studie bewertet die allgemeine Bereitschaft für E-Governance mit lediglich 38,9 von 100 möglichen Punkten. Besonders deutlich treten die Defizite im Bereich der physischen Infrastruktur hervor, die mit 24,1 Punkten bewertet wurde, während der operative Bereich immerhin 44 Punkte erreichte.

Die technischen Rahmenbedingungen in den Behörden erweisen sich laut den Erhebungen oft als unzureichend. So seien 44 % der vorhandenen Computer nicht funktionsfähig. Zudem verfügen 97 % der untersuchten Standorte über keinerlei Notstromversorgung, was die Verlässlichkeit digitaler Dienste massiv einschränkt.

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Diese infrastrukturellen Mängel spiegeln sich auch in der regionalen Verteilung wider. Während Mymensingh mit 57,3 Punkten vergleichsweise gut abschneidet, fällt die Region Rangpur mit einem Wert von nur 8,8 Punkten weit ab. Auf der Ebene der lokalen Verwaltungseinheiten wurde die Arbeit der Upazila Nirbahi Officers (UNO) am besten bewertet, während die Union Parishads einen Wert von 40,7 erreichten.

Hürden beim Zugang und mangelnde Nutzersicherheit

Die digitale Kluft in der Gesellschaft bleibt laut der CPD-Umfrage bestehen. Nur 31,9 % der Frauen und 43,8 % der Jugendlichen gaben an, Dienstleistungen online abgeschlossen zu haben. Auch bei Menschen mit Behinderungen bestehen Barrieren: 43 % der Betroffenen empfanden die E-Dienste lediglich als teilweise zugänglich.

Ein weiteres zentrales Problem stellt die subjektive und objektive Sicherheit dar. Rund 60 % der befragten Frauen gaben an, sich bei der Nutzung digitaler Dienste unsicher zu fühlen. Zudem bleibt die Korruption ein Faktor im analogen wie im digitalen Raum; 6,6 % der Befragten berichteten, dass sie trotz der Nutzung öffentlicher Dienste Bestechungsgelder zahlen mussten.

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Empfehlungen für eine bürgerzentrierte E-Governance

Im Rahmen eines Dialogs zur Veröffentlichung der Studie am 31. August 2026 wurden verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen, um die Digitalisierung der Verwaltung voranzutreiben. Experten fordern ein bürgerzentriertes Modell, das unter anderem das Konzept „Ein digitales Mitglied pro Haushalt“ („One Digital Member per Household“) verfolgt, um die digitale Teilhabe in der Breite zu fördern.

Vorgeschlagen wurde zudem die Einführung eines sogenannten „No Wrong Door“-Systems. Ziel dieses Ansatzes ist es, dass Bürger an jedem Verwaltungsknotenpunkt Zugang zu allen benötigten Diensten erhalten, ohne an andere Stellen verwiesen zu werden.

Für eine erfolgreiche Umsetzung sei jedoch eine durchgängige Digitalisierung der Prozesse sowie eine deutliche Stärkung der IKT-Infrastruktur unerlässlich. Weitere Empfehlungen umfassen die Einrichtung effektiver Beschwerdemechanismen und gezielte Programme zur Förderung der digitalen Kompetenz in der Bevölkerung.

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de | wissenschaft | 70033198 |