Beckenbodentraining: 10 Millionen Betroffene profitieren von konservativen Methoden
27.06.2026 - 15:03:49 | boerse-global.de
Fachverbände mahnen eine Neuregelung des Osteopathie-Berufs an, während Fortbildungskonzepte verstärkt auf die Verbindung von Schmerzphysiologie und Praxis setzen.
Kritik an Bewertung von Osteopathie bei Kreuzschmerzen
Die Osteopathie-Allianz, bestehend aus dem Verband der Osteopathen Deutschland (VOD) und dem Bundesverband Osteopathie (BVO), forderte gestern die Umsetzung des Koalitionsvertrags von 2025. Darin ist eine berufsgesetzliche Regelung der Osteopathie verankert.
Hintergrund ist eine kontroverse Bewertung des IGeL-Monitors zur Wirksamkeit von Osteopathie bei unspezifischen Kreuzschmerzen. Die Verbände kritisieren methodische Schwächen in der Analyse. Eine Untersuchung des Instituts für Osteopathie (INIOST) bemängelte eine unvollständige Studienauswahl und die fehlende Berücksichtigung osteopathiespezifischer Datenbanken.
Den Experten zufolge werde im IGeL-Monitor nicht ausreichend zwischen geringer Evidenzqualität und tatsächlich fehlender Wirksamkeit unterschieden. Die Fachwelt fordert eine methodische Neubewertung der Datenlage.
Moderne Ansätze in der Faszienbehandlung
Parallel zur politischen Debatte entwickeln sich therapeutische Ansätze für das Fasziengewebe weiter. Im September 2026 ist in Trier eine Fortbildung unter dem Titel „Das Matrix-Prinzip“ geplant. Das Konzept verknüpft theoretische Grundlagen der Schmerzphysiologie, Neuromodulation und Propriozeption eng mit praktischen Anwendungen.
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Das Programm richtet sich an Physiotherapeuten, Ärzte und Osteopathen. 70 Prozent der Zeit entfallen auf praktische Arbeit. Ziel ist es, Therapeuten im sogenannten Matrix-Loading zu schulen, um Schmerzzustände gezielter über das Bindegewebe zu beeinflussen. Veranstaltet wird die Fortbildung vom Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland des Physio Deutschland e.V.
Ausbau der schmerzmedizinischen Infrastruktur
Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) gab gestern den Abschluss des bundesweiten Aufbaus ihrer Landeszentren bekannt. Mit der Gründung des neuen Zentrums in Sachsen-Anhalt ist die Organisation nun in jedem Bundesland mit einem Landes- oder Exzellenzzentrum vertreten.
Diese Struktur soll eine einheitliche Qualität in der Schmerzmedizin sicherstellen. Patienten erhalten so Zugang zu modernen Therapieformen – darunter auch manuelle und faszienorientierte Behandlungen.
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Interdisziplinäre Zusammenarbeit bei Beckenbodenbeschwerden
Dass manuelle Therapie und gezieltes Training auch in spezialisierten Bereichen eine Rolle spielen, zeigte eine Informationsveranstaltung in Sigmaringen. Über 110 Besucher diskutierten mit Fachärzten über moderne Behandlungen bei Inkontinenz – in Deutschland sind rund 10 Millionen Menschen betroffen.
Neben roboterassistierten Operationsverfahren hoben die Experten die Bedeutung des Beckenbodentrainings hervor. Das zeigt: Konservative und muskulär-fasziale Trainingsansätze gewinnen als Ergänzung zu chirurgischen Eingriffen an Akzeptanz.
