Bayerns, Grundschulen

Bayerns Grundschulen: Sechs zusätzliche Wochenstunden geplant

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 19:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die bayerische Reform soll den Unterricht nach Klassenstufen erweitern und Mathematik, Deutsch, Sport sowie Musik stärker berücksichtigen.

Bayern plant sechs zusätzliche Wochenstunden an Grundschulen
Ein leerer, sonnendurchfluteter Klassenraum mit leeren Holztischen und einer leeren Tafel. Illustration mit AI erstellt.

Als Reaktion auf die aktuelle Pisa-Studie plant die bayerische Landespolitik eine spürbare Ausweitung des Unterrichts an Grundschulen. In den kommenden Jahren soll das Unterrichtspensum für Schülerinnen und Schüler um insgesamt sechs zusätzliche Wochenstunden erhöht werden.

Ministerpräsident Söder hatte Ende September eine entsprechende Unterrichtsoffensive angekündigt. Die bildungspolitischen Pläne folgen auf die jüngsten Befunde des bundesweiten Pisa-Monitorings, wonach große Teile der 15-Jährigen in Deutschland die grundlegenden Mindeststandards in den Kernbereichen Mathematik, Deutsch und Naturwissenschaften nicht erreichen.

Staffelung nach Klassenstufen und Fokus auf Kernkompetenzen

Die inhaltliche und organisatorische Ausgestaltung der Ausweitung liegt federführend bei Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) im bayerischen Kultusministerium. Inhaltlich zielt die Reform darauf ab, die Fächer Mathematik, Deutsch, Sport und Musik gezielt zu stärken.

Über die geplante Verteilung der zusätzlichen Unterrichtszeit informierte Peter Tomaschko (CSU), der Vorsitzende des Bildungsausschusses im Landtag, via Augsburger Allgemeine.

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Vorgesehen ist demnach eine Staffelung nach Jahrgangsstufen: Die Klassenstufen eins und zwei sollen jeweils eine zusätzliche Unterrichtsstunde pro Woche erhalten, während für die Jahrgangsstufen drei und vier ein Plus von jeweils zwei Wochenstunden vorgesehen ist.

Ein Teil dieser Maßnahmen ist bereits terminiert. Zu den insgesamt sechs zusätzlichen Stunden zählt eine Zusatz-Sportstunde für erste Klassen, die zum Schuljahr 2027/28 eingeführt werden soll.

Neben dem reinen Stundenzuwachs strebt Tomaschko eine stärkere Fokussierung auf elementare Grundfertigkeiten an. Der Ausschussvorsitzende will die Vermittlung der Handschrift, die Rechtschreibung sowie das Auswendiglernen des Einmaleins gezielt vertiefen und setzt sich dafür ein, Diktate wieder fest im Lehrplan zu verankern.

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Hoher Bedarf an zusätzlichem Lehrpersonal

Die Realisierung des erweiterten Unterrichtsangebots ist mit erheblichem personellem Aufwand verbunden. Laut Berechnungen von Tomaschko erfordert die Reform grob geschätzt 1300 zusätzliche Lehrkräfte. Die entsprechenden Stellen sollen binnen zwei Jahren geschaffen werden, um das zusätzliche Unterrichtsvolumen an den bayerischen Grundschulen personell abzusichern.

Mehr zum Thema bei Süddeutsche Zeitung: „Bildung - Nach Pisa: Sechs Stunden mehr an Bayerns Grundschulen - Bayern“

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