Bayern und Schleswig-Holstein: Länder kooperieren bei Open-Source-Software
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 19:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas Bayerische Staatsministerium für Digitales und die Staatskanzlei Schleswig-Holstein haben in Berlin eine Kooperationsvereinbarung über den gemeinsamen Einsatz offener IT-Lösungen geschlossen. Ziel der länderübergreifenden Zusammenarbeit ist es, die Abhängigkeit der öffentlichen Verwaltung von einzelnen Softwareanbietern zu verringern und die digitale Souveränität des Staates zu stärken.
Unabhängigkeit und Datenhoheit im Fokus
Dirk Schrödter (CDU), Digitalisierungsminister und Chef der Staatskanzlei Schleswig-Holstein, hob anlässlich der Vereinbarung hervor, dass die staatliche Souveränität maßgeblich davon abhängt, kritische digitale Infrastrukturen zu kontrollieren und die Hoheit über öffentliche Daten zu behalten. Digitale Eigenständigkeit beginne zwingend bei der Kontrolle über die Daten der Verwaltung.
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Der bayerische Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) bezeichnete digitale Souveränität als eine fundamentale Frage staatlicher Handlungsfähigkeit. Das Ziel des Vorhabens sei jedoch keine Abschottung, sondern das Schaffen echter Wahlfreiheit auf Augenhöhe. Wer über keine tragfähigen Alternativen verfüge, sei den Marktbedingungen großer Anbieter ausgeliefert.
Schleswig-Holstein als Vorreiter bei Open-Source-Software
Schleswig-Holstein verfolgt seit geraumer Zeit eine umfassende Umstellung auf Open-Source-Lösungen. Rund 80% der Arbeitsplätze in der dortigen Landesverwaltung laufen mittlerweile nicht mehr über Microsoft. Stattdessen kommen das freie Betriebssystem Linux sowie die Bürosoftware LibreOffice zum Einsatz.
LibreOffice ist inzwischen auf 100% der Arbeitsplätze der schleswig-holsteinischen Landesverwaltung als Standard-Office-Lösung eingerichtet. Lediglich auf rund 20% der Rechner sind weiterhin Einzellizenzen für Programme wie Word oder Excel erforderlich. In der Kieler Staatskanzlei arbeiten bereits mehr als 200 Mitarbeitende nahezu vollständig auf Basis von Linux.
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Bayerns Ausstiegsschritte und bundesweite Beschlusslage
Bayern schlägt einen ähnlichen Weg ein: Das Bundesland stoppte im Juni den bestehenden Rahmenvertrag mit Microsoft. Bis Ende März 2027 sollen 20% der Beschäftigten im Ministerium von Digitalminister Mehring ausschließlich alternative Programme für ihre tägliche Arbeit nutzen.
Die Initiative der beiden Länder stützt sich auch auf gemeinsame Vereinbarungen der Bundesländer. Bereits im Dezember 2025 hatte die Ministerpräsidentenkonferenz beschlossen, dass bis zum 31.3.2027 digital souveräne Alternativen in den Verwaltungen bereitgestellt werden sollen. Die Kooperation zwischen Bayern und Schleswig-Holstein soll nun als praktischer Schritt dienen, um diesen Umstellungsprozess voranzutreiben.
Mehr zum Thema bei n-tv: „Hamburg & Schleswig-Holstein: Schleswig-Holstein und Bayern kooperieren bei IT-Lösungen - n“
