Bayern-Cybersicherheit: Ransomware-Angriffe um 18% gestiegen
Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 10:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die bayerische Staatsregierung hat eine besorgniserregende Bilanz zur digitalen Sicherheitslage im Freistaat gezogen. Im Rahmen der Vorstellung des Berichts zur Cybersicherheit 2026 machten Innenminister Joachim Herrmann, Finanzminister Albert Füracker und Justizminister Georg Eisenreich deutlich, dass die Intensität und Qualität der Angriffe auf staatliche Behörden und kritische Infrastrukturen ein neues Niveau erreicht haben. Insbesondere die Aktivitäten staatlich gelenkter Akteure aus Russland, China und Nordkorea stünden dabei im Fokus der Sicherheitsbehörden.
Steigende Fallzahlen und hohe Dunkelziffer in der Kriminalstatistik
Die polizeiliche Erfassung von Straftaten im digitalen Raum spiegelt die wachsende Bedrohungslage wider. Für das Jahr 2025 registrierten die bayerischen Ermittlungsbehörden insgesamt 49.468 Fälle von Cyberkriminalität. Dies entspricht einer Steigerung von 1,7 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Berichtszeitraum.
Trotz dieser präzisen statistischen Erfassung gehen die Behörden von einer weitaus höheren Dunkelziffer aus, da viele Vorfälle nicht zur Anzeige gebracht werden oder unentdeckt bleiben.
Besonders auffällig ist die geografische Verteilung der Täterschaft. Dem Bericht zufolge agieren 72 Prozent der identifizierten Angreifer vom Ausland aus. Dies erschwert die Strafverfolgung erheblich und unterstreicht die globale Dimension der Bedrohung, die zunehmend durch geopolitische Konflikte befeuert wird.
Gezielte Attacken auf Infrastruktur und Verwaltung
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Neben der allgemeinen Kriminalität verzeichnete das bayerische Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI) eine deutliche Zunahme bei spezifischen Sicherheitsvorfällen. Mit rund 6.000 registrierten Vorfällen stieg die Zahl in diesem Bereich um 10 Prozent an.
Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf sogenannten Ransomware-Angriffen, bei denen IT-Systeme verschlüsselt werden, um Lösegelder zu erpressen. Die Zahl dieser Fälle kletterte um 18 Prozent auf insgesamt 230 Delikte, nachdem im Jahr 2024 noch 195 Fälle dokumentiert worden waren.
Zusätzlich gerieten staatliche Webpräsenzen vermehrt unter Beschuss. Insgesamt wurden 105 DDoS-Angriffe (Distributed Denial of Service) auf Webseiten des Freistaats verzeichnet. Diese Attacken zielen darauf ab, Server durch eine Flut von Anfragen gezielt zu überlasten und damit die digitale Erreichbarkeit von Behörden für die Bürger einzuschränken.
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Hybride Bedrohungen und der Einsatz Künstlicher Intelligenz
Die bayerischen Minister wiesen zudem auf eine qualitative Veränderung der Angriffsmethoden hin. Ein zentraler Faktor sei der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz durch die Angreifer, was die Effektivität und Tarnung von Schadsoftware oder Phishing-Kampagnen massiv erhöhe. Die Bedrohungslage durch ausländische Nachrichtendienste habe laut den Regierungsvertretern ein beispielloses Niveau erreicht.
Diese hybriden Bedrohungen verbinden klassische Spionage und Sabotage mit modernen digitalen Angriffsmitteln. Angesichts der kontinuierlich steigenden Aktivitäten aus Staaten wie Russland, China und Nordkorea betonte die Staatsregierung die Notwendigkeit, die Abwehrmechanismen für die kritische Infrastruktur und die öffentliche Verwaltung weiter zu verstärken, um der permanenten Gefährdung durch staatlich gelenkte Cyber-Operationen wirksam zu begegnen.
