Bayerische, Demenzwoche

Bayerische Demenzwoche: Hausbesuche und Frühintervention 18.–27. Sept.

Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 13:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Schulungsorte, digitale Kurse und regionale Aktionen stärken die Ausbildung von Gesundheitsfachkräften sowie die Unterstützung pflegender Angehöriger.

Gesundheitsbildung wächst: Neue Campus- und Pflegeangebote
Ein heller, minimalistischer Schulungsraum in einer medizinischen Einrichtung mit leeren Stühlen in einem Halbkreis. Illustration mit AI erstellt.

Angesichts steigender Anforderungen in der Gesundheitswirtschaft erweitern Bildungsträger, Versicherungen und Kommunen ihre Kapazitäten für die Qualifizierung von Fachkräften und pflegenden Angehörigen. Die aktuellen Initiativen reichen von spezialisierten Campus-Eröffnungen bis hin zu digitalen Lernangeboten mit Fokus auf Arbeitsschutz und Demenzbetreuung.

Neue Kapazitäten für die medizinische Fachausbildung

Im Munich Airport Business Park in Hallbergmoos entstehen neue Räumlichkeiten für die medizinische Aus- und Weiterbildung. Die DEKRA Akademie hat dort rund 735 Quadratmeter im Sirius Office Center für den HealthCare Campus Airport München angemietet. Der Standort soll für den Probebetrieb ab September 2026 vorbereitet werden.

Das Schulungsspektrum umfasst zentrale Bereiche wie Hygiene, Notfallmedizin, Rettungswesen sowie den Schutz kritischer Infrastrukturen (KRITIS). Zur Ausstattung gehören eigene Räume für die Aufbereitung von Medizinprodukten (AEMP) sowie Simulationsflächen. Das Projekt wird in Kooperation mit der Airport Clinic realisiert, um eine praxisnahe Ausbildung des Gesundheits- und Pflegepersonals sicherzustellen.

Digitale Lernplattformen und Gewaltprävention

Parallel zur physischen Infrastruktur gewinnt die digitale Wissensvermittlung an Bedeutung. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hat das Lernportal „Take Care“ grundlegend überarbeitet. Das kostenlose Angebot richtet sich an Lehrkräfte in der Pflege und deckt Themen wie Ergonomie, Hautgesundheit und Stressvorbeugung ab.

Ein neu integriertes Modul widmet sich der Prävention von Gewalt und Belästigung. Es beinhaltet Ansätze zur Deeskalation und informiert über die formale Meldung solcher Vorfälle als Arbeitsunfall. Erstmals bietet die Organisation in diesem Kontext auch spezifische Seminare für Praxisanleitende an, um die Sicherheit am Arbeitsplatz strukturell zu verankern.

Regionale Schwerpunkte während der Demenzwoche

Im Rahmen der 7. Bayerischen Demenzwoche, die für den Zeitraum vom 18. bis 27. September 2026 angekündigt ist, bündeln Städte wie München ihre Unterstützungsangebote. Das Programm umfasst ergotherapeutische und zahnärztliche Hausbesuche sowie Fachforen zu Prävention und Frühintervention bei Alzheimer-Erkrankungen. Beteiligt sind hierbei das Gesundheits-, Sozial- und Kulturreferat der Landeshauptstadt.

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Auch in anderen Regionen werden thematische Aktionswochen vorbereitet. In Lehrte sind für Ende September Informationsveranstaltungen zu Gedächtnistraining und pflegerischer Betreuung geplant. In Hanau steht eine Kooperation verschiedener Stiftungen im Fokus, die kreative Ansätze wie die Herstellung von „Demenz-Tieren“ zur Beschäftigung von Betroffenen fördert.

Unterstützung und Schulung für pflegende Angehörige

Ein wesentlicher Teil der aktuellen Bildungsinitiativen richtet sich an das private Umfeld von Pflegebedürftigen. Organisationen wie die Johanniter bieten im Raum Dresden eintägige Kurse an, die unter anderem Sturzprävention und den Umgang mit Demenz behandeln. Ergänzend dazu werden Sicherheitswochen durchgeführt, bei denen Hausnotrufsysteme für einen testzeitraum von vier Wochen kostenfrei zur Verfügung stehen.

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Häufige Vergesslichkeit im Alltag sorgt oft für Unsicherheit bei Betroffenen und Angehörigen gleichermaßen. Ein spezieller, anonymer Selbsttest hilft dabei, erste Warnsignale richtig einzuordnen und in nur zwei Minuten eine fachliche Einschätzung zu erhalten. Zum kostenlosen 2-Minuten-Demenz-Selbsttest

In Würzburg wird ein kostenfreier Pflegekurs mit zehn Einheiten organisiert, der wöchentliche Termine zwischen September und November 2026 vorsieht. Auch internationale Organisationen wie die Lions nutzen digitale Kanäle, um Familien und Pflegende durch Online-Kurse zu unterstützen. Das Programm umfasst Videokonferenzen mit Neurologen und Psychotherapeuten zur Krankheitsbewältigung.

Methodische Ansätze und psychosoziale Begleitung

Experten betonen zunehmend die Bedeutung einer einfühlsamen Kommunikation in der Pflege. Ein Vertreter der AOK verwies darauf, dass bei der Betreuung von Demenzpatienten das Validieren von Gefühlen gegenüber einer Korrektur von Sachaussagen vorzuziehen sei. Studien deuteten darauf hin, dass nicht-medikamentöse Maßnahmen oft wirksamer sein könnten als eine rein pharmakologische Therapie.

Ergänzend dazu etablieren Träger wie die Malteser in Greven Begegnungsstätten, die nach speziellen Konzepten wie dem schwedischen Silviahemmet-Modell arbeiten.

Diese Einrichtungen sollen als Orte des Austauschs dienen, um die soziale Isolation von Betroffenen und ihren Angehörigen zu verringern. In Dortmund und anderen Kommunen werden zudem regelmäßig Gesprächskreise angeboten, die durch lokale Seniorenbüros und Diakoniestationen begleitet werden.

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