Bauministerkonferenz, Bund

Bauministerkonferenz: Bund und Länder beschließen Gebäudetyp E

Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 01:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bund und Länder bündeln Lösungen für niedrigere Baukosten, während Gebäudetyp E, Hitzeschutz und Wohngeldkürzungen umstritten bleiben.

Bund und Länder planen einfacheres Bauen und neue Wohnraumhilfen
Eine Baustelle mit Rohbau-Elementen und Gerüsten vor einem urbanen Hintergrund bei bewölktem Himmel. Illustration mit AI erstellt.

Im Rahmen der 149. Bauministerkonferenz im Roten Rathaus in Berlin haben sich der Bund und die Länder auf weitreichende Maßnahmen zur Senkung der Baukosten verständigt. Unter dem Vorsitz von Christian Gaebler (SPD) unterzeichneten die Beteiligten eine Vereinbarung zur neuen Plattform „Kostenreduziertes Bauen“. Ziel dieser Initiative ist es, bestehende Normen und Standards grundlegend zu überarbeiten und das Baurecht signifikant zu vereinfachen.

Bündelung von Standards und Wissenstransfer

Die Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) formulierte die Erwartung, dass die neue Bund-Länder-Plattform zu einer spürbaren Reduktion der Baukosten führen werde. Die Plattform solle als zentrales Instrument dienen, um bereits etablierte Lösungen der einzelnen Bundesländer zu bündeln. Ein wesentlicher Aspekt sei dabei der strukturierte Wissenstransfer für Kommunen sowie für die gesamte Bau- und Wohnungswirtschaft.

Hinsichtlich der Marktentwicklung stellte die Ministerin fest, dass sich die Baugenehmigungszahlen sowie die allgemeinen Erwartungen der Branche in den vergangenen 13 Monaten positiv entwickelt hätten. Sie wies jedoch darauf hin, dass diese Erholung von einem insgesamt niedrigen Niveau aus erfolge.

Ein weiterer Baustein zur Beschleunigung des Wohnungsbaus sei der sogenannte Bau-Turbo, durch den bald eine Zahl von 50.000 geförderten Wohnungen erreicht werde.

Gesetzliche Neuerungen und Klimaanpassung

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Bund und Länder haben sich auf der Bauministerkonferenz auf die Plattform „Kostenreduziertes Bauen“ verständigt; der Gesetzentwurf zum Gebäudetyp E ist bis Jahresende angepeilt. Wer heute plant, sollte die Spielräume für Abweichungen von kostentreibenden Komfortstandards schon kennen. Unser kostenloser Praxis-Leitfaden zeigt in 5 Schritten, wie Sie Normen prüfen und Baukosten senken, ohne Sicherheit und Gebrauchstauglichkeit zu gefährden. Praxis-Leitfaden Gebäudetyp E jetzt anfordern

Ein zentrales Vorhaben der Konferenzteilnehmer ist die Einführung des „Gebäudetyp E“, der einfacheres und damit günstigeres Bauen ermöglichen soll. Wie Ina Scharrenbach (CDU) und Berichte aus der Konferenz bestätigen, wird ein entsprechender Gesetzentwurf bis zum Ende des Jahres angepeilt. Dieser rechtliche Rahmen soll es ermöglichen, von kostentreibenden Komfortstandards abzuweichen, sofern die grundlegende Sicherheit und Gebrauchstauglichkeit der Gebäude gewahrt bleiben.

Parallel zu den baurechtlichen Vereinfachungen rückten ökologische Herausforderungen in den Fokus. Angesichts vorläufiger Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD), wonach der Sommer 2026 mit einer Durchschnittstemperatur von 19,6 Grad als zweitwärmster seit Aufzeichnungsbeginn gilt, forderten die Länder-Bauminister zusätzliche Unterstützung vom Bund. Sie sprachen sich für ein Sonderprogramm mit dem Namen „Cooles Land“ aus. Dieses solle ein Volumen von 500 Millionen Euro umfassen und Maßnahmen gegen extreme Hitze finanzieren, wobei die Länder eine Kofinanzierung ablehnen.

Soziale Sicherung und kommunale Wohnraumstrategien

Kritik äußerten die Ländervertreter an geplanten Kürzungen beim Wohngeld. Nach Berechnungen der Länder würden bundesweit über 380.000 Haushalte aus dem Wohngeldbezug fallen. Karen Pein (Hamburg) konkretisierte diese Zahl und betonte den Widerstand der Länder gegen die vorgesehenen Kürzungen.

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Steigende Baukosten durch überzogene Normen belasten jede Kalkulation — und die Rechtslage zum Gebäudetyp E ist noch offen. Bis der Gesetzentwurf steht, entscheidet die Vorbereitung: Wer die geplanten Abweichungs-Spielräume jetzt in seine Projektplanung einbaut, verliert keine Zeit. Unsere Checkliste kostenreduziertes Bauen führt Sie durch die entscheidenden Prüfpunkte. Checkliste kostenreduziertes Bauen jetzt sichern

Auf kommunaler Ebene werden bereits spezifische Konzepte zur besseren Ausnutzung vorhandener Flächen umgesetzt. Ein Beispiel hierfür ist die Stadt Potsdam, die für den Start im Jahr 2027 die Einrichtung einer Wohnraumagentur beschlossen hat. Mit vier vorgesehenen Vollzeitstellen soll die Agentur Angebote wie Azubiwohnen, „Wohnen für Hilfe“, Umbauberatungen sowie Konzepte für sicheres Vermieten und Umzüge koordinieren.

Das Vorbild für dieses Projekt ist die Gemeinde Ludwigsfelde. Bis zum Jahr 2030 strebt die Stadt Potsdam die Mobilisierung von Wohnraum in rund 200 Einzelfällen an. Das langfristige Ziel besteht darin, durch diese optimierte Nutzung zusätzlichen Wohnraum im Umfang von einem Drittel des jährlichen Neubauvolumens zur Verfügung zu stellen.

Mehr zum Thema bei Süddeutsche Zeitung: „Bauministerkonferenz - Bund und Länder wollen Baukosten senken - Wirtschaft“

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