Baugewerbe: KI-Einsatz verfünffacht sich – von 7 auf 40 Prozent
06.06.2026 - 05:19:35 | boerse-global.de
Eine neue Studie legt nahe: Ja – aber die Zusammenhänge sind komplexer als gedacht.
Die Produktivitätsspirale dreht sich
Der Handwerkskompass 2026 liefert überraschende Erkenntnisse. Die Studie von IW Consult im Auftrag von Isotec zeigt: Höhere Löhne steigern die Produktivität und machen Betriebe attraktiver für Fachkräfte. Befragt wurden dafür mehr als 600 Handwerker.
Das Prinzip klingt einfach: Bessere Gehälter helfen, qualifizierte Mitarbeiter zu binden und zu gewinnen. Das wiederum pusht die Produktivität und den wirtschaftlichen Erfolg. Experten wie Steffen Müller vom IWH bestätigen diesen Effekt – besonders in einem angespannten Arbeitsmarkt.
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Die Kehrseite der Medaille
Doch Vorsicht vor zu einfachen Schlüssen. Christian Dustmann vom University College London warnt vor einer möglichen Kausalitätsumkehr. Seine These: Vielleicht zahlen gerade jene Betriebe besonders gut, die ohnehin schon hochproduktiv arbeiten – etwa durch bessere Technik oder effizientere Prozesse.
Die International Labour Organization (ILO) sieht das etwas anders. Generaldirektor Gilbert F. Houngbo forderte auf der 114. Internationalen Arbeitskonferenz in Genf: Produktivitätsgewinne müssen in höhere Löhne fließen. Sonst drohe wachsende Ungleichheit.
Entlastung bei den Nebenkosten gefordert
Neben den Bruttolöhnen rückt ein zweiter Punkt in den Fokus: die Lohnnebenkosten. Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), schlägt eine drastische Senkung vor. Sein Ziel: Die Sozialbeiträge von knapp 43 auf 40 Prozent drücken. Das würde Entlastungen in zweistelliger Milliardenhöhe bringen.
Der Handwerkspräsident sieht darin den Schlüssel für mehr Spielraum bei Investitionen und Lohnsteigerungen. Finanzieren ließe sich das durch Strukturreformen in den Sozialsystemen. Klare Ansage an die Politik: fundierte Reformen statt Entscheidungen unter öffentlichem Druck.
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KI erobert das Baugewerbe
Ein weiterer Treiber der Produktivität: Künstliche Intelligenz. Das Ifo-Institut meldet einen massiven Schub. Im Bauhauptgewerbe setzen inzwischen 40 Prozent der Unternehmen KI ein – vor drei Jahren waren es nur 7 Prozent.
Die Würth-Gruppe spürt die Effekte bereits. Für die ersten vier Monate 2026 meldet der Konzern ein Umsatzplus von 3,2 Prozent und ein Betriebsergebnis plus 8 Prozent. Firmengründer Reinhold Würth führt das auf Produktivitätsfortschritte zurück. Seine Warnung ist trotzdem deutlich: Die wirtschaftlich einfachen Jahre für Deutschland seien vorbei. Er mahnt mehr Leistungsbereitschaft an und warnt vor einer schleichenden Deindustrialisierung.
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