Bauchspeicheldrüsenkrebs: Neuer Impfstoff aktiviert Immunsystem bei 90%
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 12:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein neuer Impfstoff gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs liefert vielversprechende Ergebnisse. Die Vakzine namens mKRAS-VAX aktiviert das Immunsystem gezielt gegen KRAS-Mutationen – und das bei 90 Prozent der Probanden.
Immunsystem schlägt an
Eine Phase-I-Studie des Johns Hopkins Kimmel Cancer Center untersuchte den Peptidimpfstoff an 20 Hochrisikopersonen. Die Teilnehmer hatten entweder eine erbliche Veranlagung für Bauchspeicheldrüsenkrebs oder bereits nachweisbare Vorstufen. Die Ergebnisse, veröffentlicht am 16. Juli 2026 im Fachjournal Cancer Discovery, sind beeindruckend: 18 von 20 Probanden entwickelten eine spezifische T-Zell-Antwort.
Die Immunreaktion fiel deutlich aus. Im Median stieg die Anzahl der mKRAS-spezifischen T-Zellen um das 18,2-Fache. Dabei aktivierte der Impfstoff sowohl CD4+- als auch CD8+-T-Zellen. Entscheidend für die Prävention: Die Immunzellen blieben bis zu zwei Jahre nach der Impfung nachweisbar.
Klinische Erfolge sichtbar
Noch wichtiger als die Immunantwort sind die klinischen Beobachtungen. Über einen Zeitraum von durchschnittlich 16,5 Monaten erkrankte keiner der 20 Teilnehmer an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Zudem bildeten sich bei 37,5 Prozent der Probanden bestehende Pankreaszysten zurück – fünf vollständig, drei teilweise. In einer Vergleichsgruppe lag dieser Wert bei nur 6,8 Prozent.
Die neuen Studienergebnisse zum mKRAS-VAX-Impfstoff sind vielversprechend: 90 % der Probanden entwickelten eine Immunantwort, und nach 16,5 Monaten erkrankte keiner an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Erfahren Sie in unserem kostenlosen Ratgeber, wie Sie von diesen Fortschritten profitieren können – mit einer Checkliste zur Früherkennung und einem Experteninterview zur aktuellen Studienlage. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern
Die Nebenwirkungen fielen mild aus. Am häufigsten traten Reaktionen an der Einstichstelle (85 Prozent), Müdigkeit (70 Prozent) sowie Schüttelfrost und grippeähnliche Symptome (je 40 Prozent) auf. Finanziert wurde die Studie unter anderem vom National Cancer Institute und der Lustgarten Foundation.
Besserer Test für Mutationen
Parallel zur Impfstoffentwicklung gibt es Fortschritte bei der Diagnostik. Eine am 21. Juli 2026 in Clinical Cancer Research veröffentlichte Studie verglich zwei Methoden zum Nachweis von KRAS-Mutationen im Blut. Die digitale Tröpfchen-PCR (ddPCR) erwies sich als deutlich sensitiver als das Next-Generation Sequencing (NGS).
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Nach einer Operation wies ddPCR bei 56 Prozent der 106 Patienten KRAS-Mutationen nach – NGS nur bei 9 Prozent. Der Nachweis hat direkte Auswirkungen auf die Prognose: Patienten mit negativen Ergebnissen in beiden Tests lebten median 41 Monate, während es bei positiven Ergebnissen nur 11 Monate waren.
Die Kombination aus präventivem Impfstoff und verbesserter Früherkennung könnte die Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs grundlegend verändern. Derzeit läuft die Rekrutierung für eine größere Folgestudie.
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