Bauchspeicheldrüsenkrebs: Daraxonrasib verdoppelt Überlebenszeit
07.06.2026 - 10:39:53 | boerse-global.de
Ein neuer Wirkstoff namens Daraxonrasib zeigt in Studien bemerkenswerte Erfolge gegen metastasierten Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die mittlere Überlebenszeit der Patienten verdoppelt sich nahezu im Vergleich zur herkömmlichen Chemotherapie. Experten sprechen von einem Wendepunkt in der Krebsforschung – denn das zugrunde liegende KRAS-Gen galt lange als nicht behandelbar.
Studienergebnisse übertreffen Erwartungen
Die Daten stammen aus der Phase-3-Studie RASolute 302 mit rund 500 vorbehandelten Patienten. Vorgestellt wurden sie am 31. Mai 2026 auf der ASCO-Tagung in Chicago und zeitgleich im New England Journal of Medicine veröffentlicht.
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Unter Daraxonrasib lag das mediane Gesamtüberleben bei 13,2 Monaten – in der Chemotherapie-Gruppe waren es nur 6,7 Monate. Die Behandlung senkte das Sterberisiko um 60 Prozent. Bei etwa einem Drittel der Probanden bildete sich die Tumormasse zurück.
Besonders deutlich fielen die Ergebnisse bei Patienten mit einer spezifischen RAS-Mutation aus: Das progressionsfreie Überleben betrug 7,3 Monate, etwa doppelt so viel wie in der Kontrollgruppe. Ein Jahr nach Studienbeginn lebten in der Daraxonrasib-Gruppe noch über 53 Prozent der Patienten, unter Chemotherapie nur knapp 19 Prozent.
Wie der Wirkstoff das „Undruggable“ knackt
Die wissenschaftliche Sensation liegt in der erfolgreichen Adressierung des KRAS-Proteins. Dieses treibt das Wachstum von rund 92 Prozent aller Bauchspeicheldrüsentumore an. Jahrzehntelang galt es wegen seiner glatten Oberfläche als chemisch nicht angreifbar.
Daraxonrasib ist ein sogenannter Pan-RAS-Inhibitor. Er wirkt wie ein molekularer Kleber: Der Wirkstoff bindet an das Protein Cyclophilin A und blockiert anschließend das aktive KRAS-Protein. So lassen sich mehrere KRAS-Mutationen gleichzeitig bekämpfen.
Eileen O'Reilly vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center bezeichnet die Entwicklung als „Beginn einer neuen Welle therapeutischer Möglichkeiten“. Der Ansatz könnte künftig auch bei Lungen- oder Darmkrebs zum Einsatz kommen.
Weniger Nebenwirkungen, bessere Lebensqualität
Ein entscheidender Vorteil: Daraxonrasib wird als Tablette eingenommen, nicht als Infusion verabreicht. Die Abbruchrate wegen Nebenwirkungen lag bei nur 1,2 Prozent – in der Chemotherapie-Gruppe bei 12 Prozent.
Häufigste Nebenwirkung war Hautausschlag (86 Prozent der Patienten). Dazu kamen Entzündungen der Mundschleimhaut, Durchfall und Übelkeit. Dennoch betonen Fachleute: Die Therapie ermöglicht eine deutliche Lebensverlängerung ohne die schweren Belastungen einer klassischen Chemotherapie.
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Zulassung in den USA und Europa geplant
Revolution Medicines strebt eine zeitnahe Markteinführung an. Zulassungsanträge bei der FDA und der europäischen EMA sind eingereicht oder in Vorbereitung. Die FDA hat den Zugang zu dem Medikament für bestimmte Patientengruppen bereits erweitert.
Parallel laufen die Vorbereitungen für den Einsatz in früheren Krankheitsphasen. Entsprechende Studien sollen im Sommer 2026 beginnen. Die Frage: Kann eine frühzeitige Blockade des KRAS-Proteins den Krankheitsverlauf noch nachhaltiger beeinflussen? Bei zügiger Genehmigung könnte das Präparat innerhalb weniger Monate für die breite klinische Anwendung verfügbar sein.
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