Bauchfett-Abbau: Schon 10% weniger senken Diabetes-Risiko um 28%
18.06.2026 - 22:47:43 | boerse-global.de
Das zeigt eine Langzeitstudie der Universität Leipzig und der Ben-Gurion-Universität, veröffentlicht am 16. Juni im Fachjournal „Circulation“.
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Der Schutz bleibt – auch bei späterer Gewichtszunahme
Die Forscher untersuchten 366 Probanden über mehrere Jahre. Ihr zentraler Befund: Der Schutzeffekt bleibt weitgehend bestehen, solange der Taillenumfang und die Fettdepots reduziert bleiben – selbst wenn das Körpergewicht später wieder steigt.
Ergänzend zeigt eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2025 mit über 5.700 Teilnehmerinnen: Eine Hormonersatztherapie bei postmenopausalen Frauen senkt die Insulinresistenz. Krafttraining verbessert laut Daten von 2021 zudem den HOMA-Index, einen wichtigen Marker für Diabetes-Risiken.
Intervallfasten: Drei Tage pro Woche reichen
Die zeitliche Steuerung der Nahrungsaufnahme gewinnt in der Forschung an Bedeutung. Der Gastroenterologe Wedemeyer betont: „Die zeitliche Struktur der Nahrungsaufnahme hat maßgeblichen Einfluss auf die metabolische Gesundheit.“
Eine Studie der Adelaide University in „Clinical Nutrition“ verglich über 18 Monate Intervallfasten mit klassischer Kalorienrestriktion. Das Modell: An drei Tagen pro Woche nur zwischen 8:00 und 12:00 Uhr essen – 20 Stunden Fastenzeit. Ergebnis: Rund sieben Kilogramm Gewichtsverlust in sechs Monaten. Das ist vergleichbar mit einer dauerhaften Reduktion der Kalorien auf 70 Prozent des üblichen Bedarfs.
Eine norwegische Untersuchung, vorgestellt im Mai 2026 auf einem Adipositas-Kongress, bestätigt die Effektivität schneller Gewichtsabnahme. Probanden mit einer achtwöchigen Diät unter 1.000 Kilokalorien pro Tag hielten das Gewicht nach einem Jahr besser (14,4 Prozent Erfolgsquote) als die Vergleichsgruppe (10,5 Prozent).
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Neue Wirkstoffe gegen Fettleber und Entzündungen
Die Forschung macht auch medikamentös Fortschritte. Ein Team der Universität Zürich veröffentlichte am 2. Juni Ergebnisse zu BET-Protein-Inhibitoren. Diese epigenetischen Wirkstoffe programmieren das perivaskuläre Fettgewebe um, reduzieren Entzündungen und verbessern die Gefäßgesundheit bei Adipositas.
Spezifisch für die Fettleberentzündung (MASH) identifizierten Forscher der National Research Foundation of Korea im Juni das Protein THBS1 als Treiber der Leberfibrose. Die Blockade dieses Proteins reduzierte in Tierversuchen Entzündungen und Kollagenablagerungen deutlich.
Finnische Daten der Universität Jyväskylä zeigen zudem: Täglich 2,8 Gramm eines speziellen Prebiotikums (XOS) über vier Monate reduzieren schädliche Stoffwechselprodukte im Darm – besonders bei Personen im frühen Stadium einer Fettleber.
Prävention: DGVS fordert Abgabe auf Süßgetränke
Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie (DGVS) fordert im Juni 2026 mehr Präventionsforschung. Der Grund: Immer mehr junge Menschen erkranken an Stoffwechselproblemen – oft durch energiereiche Ernährung und Bewegungsmangel.
Die Fachgesellschaft spricht sich für eine Herstellerabgabe auf Süßgetränke aus, um den Fruktosekonsum zu senken. Zeitgleich wurden die S3-Leitlinien für Jugendliche aktualisiert – wegen der zunehmenden Fettlebererkrankungen in dieser Altersgruppe.
In der medikamentösen Therapie empfahl ein EMA-Ausschuss Ende Mai die Zulassung einer hochdosierten Semaglutid-Tablette. Experten wie Dr. Tran Dinh Nghia warnen jedoch: Bei bestehenden Nierenerkrankungen birgt Intervallfasten Risiken wie Dehydratation und Elektrolytstörungen. Eine engmaschige ärztliche Überwachung ist dann Pflicht.
