Basalinsulin bei Typ-2-Diabetes: Ein Drittel hält die Therapie nicht ein
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 01:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Verlässlichkeit bei der täglichen Arzneimitteleinnahme stellt in der Behandlung chronischer Erkrankungen eine zentrale Herausforderung dar. Eine wissenschaftliche Untersuchung zur klinischen Praxis in Spanien verdeutlicht nun das Ausmaß dieses Problems bei der Behandlung von Typ-2-Diabetes: Demnach erreicht ein Drittel der Betroffenen, die auf Basalinsulin angewiesen sind, keine ausreichende Therapietreue. Die daraus resultierende unzureichende Adhärenz zieht erhebliche medizinische Folgeschäden sowie messbare wirtschaftliche Belastungen nach sich.
Erhöhtes Risiko für Gefäß- und Organschäden
Die unter dem Titel „Adherencia a la insulina basal en paciente con diabetes mellitus tipo 2 en la práctica clínica en España“ im Fachjournal Diabetes Therapy publizierte Untersuchung belegt einen deutlichen Anstieg von Folgeerkrankungen bei mangelnder Therapietreue.
Gegenüber Patientengruppen mit konsequenter Insulingabe verzeichneten nicht-adhärente Betroffene ein Plus von 15,9 Prozent bei den jährlichen makrovaskulären Komplikationen. Bei den mikrovaskulären Folgeschäden lag der Zuwachs bei 5,5 Prozent.
Dr. Dídac Mauricio von der Fachgesellschaft SED, dem Forschungsnetzwerk Ciberdem sowie dem Hospital Santa Creu i Sant Pau hob in diesem Kontext hervor, dass das Ausbleiben einer regelmäßigen Therapie das Auftreten spezifischer Krankheitsbilder merklich begünstige.
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Dem Mediziner zufolge treten bei unzureichender Therapietreue vermehrt kardiovaskuläre Ereignisse sowie Retinopathien, Neuropathien und Nephropathien auf. Die Unterbrechung oder unregelmäßige Durchführung des therapeutischen Schemas wirkt sich somit direkt auf Gefäße, Netzhaut, Nerven und Nierenfunktion aus.
Spürbare Mehrkosten für das Gesundheitssystem
Neben den gesundheitlichen Konsequenzen analysiert die Untersuchung auch die ökonomischen Begleiterscheinungen. Die Bewältigung und Behandlung auftretender Komplikationen verursacht demnach bei nicht-adhärenten Patienten jährliche Aufwendungen in Höhe von 1.306 Euro pro Person. Bei therapietreuen Patienten beläuft sich dieser Wert hingegen auf 1.092 Euro pro Jahr. Dies entspricht etwa dem 1,2-Fachen der regulären Aufwendungen.
Betrachtet man die gesamten direkten Kosten, ergibt sich bei mangelnder Therapietreue ein Mehraufwand von 7,4 Prozent. Auch bei den indirekten Kosten spiegelt sich dieser Trend wider: Diese beliefen sich bei adhärenten Betroffenen auf 785 Euro, während sie in der Vergleichsgruppe ohne ausreichende Adhärenz auf 953 Euro anstiegen.
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Hintergrund der Datenerhebung
Die in Fachberichten von Mitte Oktober 2026 aufgegriffene Untersuchung wurde von dem pharmazeutischen Unternehmen Novo Nordisk mit einer neuen Marke unterstützt.
Die Erhebung liefert praxisnahe Daten über das Zusammenspiel von Behandlungsdisziplin, klinischen Behandlungserfolgen und volkswirtschaftlichen Gesamtausgaben im Bereich des spanischen Gesundheitswesens. Sie unterstreicht, dass eine unzureichende Verabreichung von Basalinsulin nicht nur die Prognose der Betroffenen verschlechtert, sondern auch die Budgets der Versorgungsträger spürbar belastet.
