Barrierefreier, Wohnraum

Barrierefreier Wohnraum: Nur 5-7% in deutschen Städten altersgerecht

01.07.2026 - 07:09:50 | boerse-global.de

Studie zeigt kritischen Mangel an altersgerechten Wohnungen. Neues KfW-Programm fördert Umbau von Gewerbeflächen zu Wohnraum.

Barrierefreier Wohnraum: Neue Förderung und innovative Konzepte
Barrierefreier - Eine Nahaufnahme der Hand eines älteren Menschen, die einen Haltegriff in einem modernen, barrierefreien Badezimmer erreicht. 01.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Besonders in deutschen Städten klafft eine riesige Lücke.

Kritischer Mangel in deutschen Städten

Das Pestel-Institut hat die Lage untersucht – mit ernüchternden Ergebnissen. In Krefeld, Kaiserslautern, dem Oberbergischen Kreis und dem Kreis Herzogtum Lauenburg sind gerade mal fünf bis sieben Prozent aller Wohnungen voll altersgerecht. Besonders problematisch: die Zugänge zu den Gebäuden sowie die Ausstattung von Küchen und Bädern.

Die bodengleiche Dusche gilt als zentrales Kriterium für Barrierefreiheit im Bad. Doch nur rund ein Viertel bis knapp ein Drittel der Wohnungen in den untersuchten Gebieten erfüllt dieses Merkmal. Dabei werden allein in diesen Regionen in den nächsten zehn Jahren zehntausende Menschen das Rentenalter erreichen. Experten fordern deshalb mehr Förderung für den barrierearmen Umbau.

Sturzprävention: Das unterschätzte Risiko

Stürze in den eigenen vier Wänden sind ein globales Problem. Daten des brasilianischen Gesundheitsministeriums zeigen: Jährlich stürzt etwa jeder vierte Mensch über 60. Die Architektin Adriana Peccin will in einer Mitte Juli 2026 erscheinenden Fachveröffentlichung zeigen, wie sich Wohnräume ohne große Baumaßnahmen sicherer machen lassen.

Ihr Ansatz: Jeden Raum mit einer Checkliste analysieren, Stolperfallen beseitigen und die Ergonomie verbessern. Ohne sofortige Kernsanierung. Die Longevity-Architektur-Forschung belegt: Schon kleine Anpassungen senken das Risiko schwerer Verletzungen deutlich. Relevant ist das vor allem, weil die WHO prognostiziert, dass bis 2030 weltweit mehr Menschen über 60 als Kinder unter zehn Jahren leben werden.

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300 Millionen Euro für Umbau von Gewerbeflächen

Anfang Juli 2026 startete ein neues Förderprogramm des Bundesbauministeriums und der KfW. Titel: „Gewerbe zu Wohnen“. Insgesamt 300 Millionen Euro stehen bereit, um ungenutzte Gewerbeflächen in Wohnraum umzuwandeln. Pro Wohneinheit gibt es bis zu 30.000 Euro Zuschuss – allerdings nur, wenn energetische Mindeststandards wie der EH 85 EE erreicht werden. Das könnte das Angebot an modernem, barrierearmem Wohnraum in Städten spürbar erhöhen.

Neben Geld gewinnen auch Beratungsangebote an Bedeutung. In Berlin ist seit November 2025 eine Landesfachstelle für Barrierefreiheit aktiv – getragen vom Sozialhelden e.V. Mit 450.000 Euro jährlich für 2026 und 2027 unterstützt sie Akteure bei der Umsetzung barrierefreier Lösungen in Mobilität und Kommunikation.

Neue Quartiere fürs Alter

Neben der Sanierung von Bestandswohnungen entstehen immer mehr spezialisierte Seniorenquartiere. Ende Juni 2026 wurde im saarländischen Tholey der Grundstein für ein neues Projekt gelegt: Es kombiniert stationäre Pflegeplätze, betreute Wohneinheiten und ambulante Kapazitäten. Gebaut wird in CO?-neutraler Holzhybridbauweise, die Eröffnung ist für 2027 geplant.

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Während neue Wohnkonzepte Sicherheit im Außen bieten, ist die Erhaltung der eigenen Mobilität die Basis für ein langes, selbstbestimmtes Leben. Dieser Ratgeber eines renommierten Sportmediziners zeigt Ihnen, wie Sie auch zu Hause effektiv Muskeln aufbauen und Beschwerden aktiv vorbeugen. Kostenlose Anleitung für Ihr Heim-Training anfordern

Auch kleinere Einrichtungen zeigen den Trend zu dezentralen Versorgungsformen. Die im April 2026 eröffnete Seniorenwohnstätte in Ottweiler setzt auf individuelle Wohneinheiten mit eigenen Bädern – Privatsphäre plus professionelle Betreuung. Marktforscher wie McKinsey weisen darauf hin, dass Unternehmen das wirtschaftliche Potenzial der älteren Generation oft noch unterschätzen. Dabei wird die Gruppe der über 60-Jährigen laut Prognosen des IBGE bis 2050 massiv wachsen.

Und noch ein Ansatz: Präventive Trainingsprogramme. Das Gymnastikprogramm „Rollastic“ wurde im Spätsommer 2025 digitalisiert und ist speziell für die Nutzung mit Rollatoren entwickelt. Ziel: Mobilität und Trittsicherheit im Alltag fördern – bevor es zum Sturz kommt.

de | wissenschaft | 69665334 |