Banking-Trojaner: Russische VTB-App tarnt sich als Timer im App Store
06.06.2026 - 18:24:16 | boerse-global.de
Eine getarnte Banking-App der sanktionierten VTB Bank hat es in die US-Version des Apple App Store geschafft – und das mit einer dreisten Tarnung.
Getarnt als Produktivitätstool
Am 5. Juni 2026 entdeckten Sicherheitsexperten die App namens Sirius im US-amerikanischen App Store. Sie gab sich als Pomodoro-Timer für Zeitmanagement aus – doch in Wirklichkeit handelte es sich um ein mobiles Portal zur russischen VTB Bank. Trotz der rein russischen Benutzeroberfläche kletterte die Anwendung auf Platz drei der kostenlosen iPhone-Charts in den Vereinigten Staaten.
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Branchenbeobachter vermuten, dass die Entwickler bereits Ersatz-Apps in der Hinterhand haben. Sobald Apple Sirius entfernt, könnten weitere getarnte Anwendungen folgen. Der Konzern bestätigte am selben Tag, bereits eine andere russische Anwendung namens Max gelöscht zu haben – den nationalen Messaging- und ID-Dienst. Die Löschung erfolgte am 3. Juni wegen Verstößen gegen internationale Sanktionen.
Der Verlust der Max-App trifft mehr als 20 Millionen iOS-Nutzer in Russland. Seit September 2025 war die Software dort auf Smartphones vorgeschrieben. Russische Regierungsvertreter und Telekom-Manager reagierten verärgert. Sie erwägen nun einen Umstieg auf Android-Geräte oder das heimische Betriebssystem Aurora.
Microsoft patcht Sicherheitslücke in Android-Apps
Ein schwerwiegender Programmierfehler in mehreren Microsoft-365-Apps für Android sorgte für Aufsehen. Die als FlagLeft bezeichnete Schwachstelle betraf Word, PowerPoint, Excel, OneNote sowie die Anwendungen Copilot und Loop.
Der Fehler: Ein Entwickler-Schalter namens setIsDebugMode(true) blieb versehentlich in der Produktionsversion aktiv. Dadurch konnten bösartige Apps auf demselben Gerät Account-Token stehlen und unbefugten Zugriff auf Nutzerdaten erlangen. Microsoft hat inzwischen einen Patch veröffentlicht.
Gezielte Angriffe auf Krypto-Nutzer
Sicherheitswarnungen vom 6. Juni 2026 zeigen: Das Exploit-Kit Coruna ist weiterhin auf betrügerischen Krypto- und Finanzseiten aktiv. Es zielt auf ältere iOS-Versionen von 13.0 bis 17.2.1 ab. Angreifer stehlen damit Seed-Phrasen und Wallet-Daten aus Apps wie MetaMask und Trust Wallet. Experten raten dringend zum Update auf die neueste iOS-Version oder zur Nutzung des Lockdown-Modus.
Cisco warnt vor kritischer Zero-Day-Lücke
Im Unternehmensnetzwerkbereich schlägt Cisco Alarm: Eine kritische Sicherheitslücke (CVE-2026-20245) im Catalyst SD-WAN Manager ermöglicht Command-Injection und Root-Zugriff. Der CVSS-Score liegt bei 7,8. Ein Patch ist bislang nicht verfügbar. Angreifer können die Schwachstelle ausnutzen, sobald sie bereits über Administratorrechte verfügen – etwa durch andere kürzlich entdeckte Lücken.
Weitere Sicherheitsvorfälle Anfang Juni 2026
WordPress-Exploits: Eine kritische Schwachstelle im Plugin Everest Forms Pro (CVE-2026-3300) wird aktiv zur Übernahme von Websites genutzt. Seit Mitte April wurden mehr als 29.300 Exploit-Versuche blockiert.
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Magecart-Kampagne: Eine neue Angriffswelle nutzt Stripe-Metadaten und Google Tag Manager für die Kommando-Infrastruktur. Die Schadsoftware stiehlt Kreditkartendaten und leitet sie über die Stripe-API ab.
Datenleck: Der Cheat-Dienst Atlas Menu erlitt im Mai 2026 einen Datenbruch. 64.000 Nutzerdatensätze mit E-Mail-Adressen und gehashten Passwörtern wurden gestohlen.
Schädliche Werbung: Die Kampagne Operation FlutterBridge verbreitet über Google Ads einen Backdoor namens FlutterShell – gezielt gegen macOS-Nutzer.
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