Banking-Trojaner, Angriffe

Banking-Trojaner explodieren: +196% Angriffe im Q1 2026

29.05.2026 - 09:01:27 | boerse-global.de

Neobanken und Finanzdienstleister bauen ihre Apps zu digitalen Ökosystemen mit Telefonie, Krypto und Aktienhandel aus.

Banking-Trojaner explodieren: +196% Angriffe im Q1 2026 - Foto: über boerse-global.de
Banking-Trojaner explodieren: +196% Angriffe im Q1 2026 - Foto: über boerse-global.de

Banken und Finanzdienstleister verwandeln ihre mobilen Plattformen zunehmend in digitale Ökosysteme – mit Telefonie, Kryptowerten und Aktienhandel aus einer Hand.

Vom Banking zum Mobilfunk-Anbieter

Die britische Neobank Monzo wagt den Schritt in die Telekommunikation. Am 28. Mai kündigte das Unternehmen Monzo Mobile an – einen eSIM-basierten Dienst, der im Sommer 2026 starten soll. Partner sind Virgin Media O2 und 1GLOBAL. Drei flexible Tarife zwischen 8 und 20 Pfund pro Monat sind geplant. Die Besonderheit: Datenverbrauch und Roaming-Kosten lassen sich direkt in der Monzo-App verfolgen. Ein Treue-Rabatt von fünf Prozent auf die monatliche Rechnung – gedeckelt auf maximal 30 Prozent – soll Kunden langfristig binden.

In Kenia geht Safaricom einen anderen Weg. Der Konzern aktualisierte am 27. Mai seine My OneApp und öffnet damit das M-Pesa-Ökosystem für Nutzer fremder Netze und SIM-Karten. Transaktionen, Rechnungszahlungen und Kontoverwaltung sind jetzt netzunabhängig möglich. Neue biometrische Optionen wie Fingerabdruck- und Gesichtserkennung ergänzen die klassische PIN-Abfrage.

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Kryptowährungen und Aktienhandel direkt in der App

Finanzinstitute integrieren zunehmend digitale Vermögenswerte in ihre mobilen Oberflächen. SoFi, eine US-Nationalbank, führte am 27. Mai SoFiUSD ein – einen an den Dollar gekoppelten Stablecoin für rund 15 Millionen App-Nutzer. Die Abwicklung läuft über öffentliche Blockchains, zunächst Ethereum, später Solana. 1:1-Rücktausch und 24-Stunden-Transfers sind möglich. SoFis Geschäftszahlen für das erste Quartal 2026 zeigen ein Umsatzplus von 41 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar – getragen von Rekord-Kreditvolumina.

Parallel dazu startete Safaricom am selben Tag die Plattform Ziidi Trader. Nutzer können damit Aktien der Nairobi Securities Exchange direkt über M-Pesa handel. Marktbeobachter führen einen Anstieg der Börsenkapitalisierung um umgerechnet rund 800 Millionen Euro innerhalb von fünf Tagen auf die neue Funktion zurück. Nachhaltiges Wachstum bleibe jedoch von regulatorischer Unterstützung und der Akzeptanz der Nutzer abhängig.

Hardware-Strategien und regionales Wachstum

Der südafrikanische Einzelhandelskonzern Pepkor verzeichnete für das erste Halbjahr 2025/26 ein Umsatzplus von 13,2 Prozent auf umgerechnet rund 2,7 Milliarden Euro. Besonders die Finanzdienstleistungssparte legte zu: Der Gewinn stieg um 63,4 Prozent. Treiber war unter anderem das Smartphone-Mietprogramm FoneYam, das 1,3 Millionen neue Konten hinzugewann. Pepkor hat zudem die regulatorische Genehmigung für eine eigene Banklizenz in Südafrika erhalten.

In Vietnam stieg die Zahl der mobilen Transaktionen in den ersten fünf Monaten 2026 um 33 Prozent im Vergleich zum Jahresende 2025. QR-Code-Zahlungen legten um 50 Prozent zu. Vietnamesische Banken verknüpfen ihre QR-Systeme derzeit mit Partnern in China, Südkorea und Singapur.

Cyberkriminalität wächst rasant

Die schnelle Digitalisierung hat eine Kehrseite: Im ersten Quartal 2026 stieg die Zahl der Banking-Trojaner-Angriffe um 196 Prozent auf 1,24 Millionen Fälle. Der Mamont-Trojaner war für 70 Prozent aller Angriffe auf Android-Geräte verantwortlich. Analysten schätzen, dass KI-gesteuerter Betrug im Mobile Banking im gesamten Jahr 2026 Schäden von rund 440 Milliarden Euro verursachen könnte. Ein Großteil der Phishing-Kampagnen wird inzwischen von künstlicher Intelligenz gesteuert.

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Deutschland zieht bei digitaler Identität nach

Die Bundesregierung reagiert auf die wachsenden Bedrohungen. Am 27. Mai billigte das Kabinett einen Gesetzentwurf zur proaktiven Cyberabwehr. Das Bundeskriminalamt und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik erhalten erweiterte Befugnisse, um Schadsoftware und Angreifer-Server zu stören.

Ebenfalls Ende Mai verabschiedete Deutschland das Digital-Identitäten-Gesetz (DIdG). Es bereitet den Weg für die EUDI-Wallet, die am 2. Januar 2027 starten soll. Bürger können dann Personalausweis und Führerschein auf dem Smartphone speichern – ein Kernstück der europäischen Digitalstrategie.

Auf einem Zahlungsverkehrs-Panel am 28. Mai gaben Vertreter von Bank of America und U.S. Bank bekannt, dass 57 Prozent der Finanzvorstände Betrugsprävention als Hauptgrund für die Modernisierung ihrer Zahlungssysteme nennen. Banken setzen daher verstärkt auf API-basierte Architekturen und modulare Systeme, um Sicherheit zu erhöhen und Kunden schneller onboarden zu können.

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