Banking-Trojaner auf dem Handy: Mit 116116 das Online-Banking sperren
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 08:13 Uhr | Redaktion boerse-global.deAndroid-Nutzer können ihr Gerät direkt über die integrierte Telefonverwaltung auf schädliche Software untersuchen. Bei der Nutzung des vorinstallierten Handy-Managers unter dem Menüpunkt für den Sicherheitsschutz empfiehlt es sich allerdings, nicht unmittelbar die standardmäßige Scan-Schaltfläche zu betätigen.
Stattdessen sollten Anwender zunächst oben rechts das Menü für die Virenscan-Einstellungen ansteuern, die gewünschte Prüfmethode festlegen und den Vorgang erst nach der Rückkehr zur Hauptansicht starten.
Verschiedene Scanmodi und Vorbereitung
Innerhalb der Einstellungen stehen in der Regel mehrere Modi zur Auswahl. Während ein Schnellscan primär Schlüsselbereiche und bereits installierte Anwendungen prüft, passt ein intelligenter Scan den Umfang an den aktuellen Gerätestatus an. Liegt der Verdacht auf einen unbekannten Befall vor, ist ein Vollscan ratsam, da dieser zusätzlich sämtliche Dateien analysiert, auch wenn dies deutlich mehr Zeit beansprucht.
Vor dem Start der Untersuchung sollten alle laufenden Programme geschlossen werden. Zudem gilt es, die Virendatenbank auf den neuesten Stand zu bringen und den Bildschirm während des Vorgangs entsperrt zu lassen. Nach Abschluss können entdeckte Sicherheitslücken geschlossen oder identifizierte Schadanwendungen gelöscht werden.
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Neben herstellereigenen Werkzeugen – wie der Virenscan-Funktion bei OPPO-Geräten – lassen sich ähnliche Prüfungen über Sicherheitsanwendungen wie den Tencent Handy-Manager, 360 Mobile Security oder den manuellen Scan über Google Play Protect durchführen.
Warnsignale für einen Schädlingsbefall
Ein Scan ist insbesondere dann angezeigt, wenn das Gerät ungewöhnliche Symptome zeigt. Dazu gehören wiederholte App-Abstürze, ein sprunghaft ansteigender Datenverbrauch im Hintergrund, rapide Akkuentladung sowie eine spürbare Überhitzung des Smartphones ohne aktive Nutzung.
Weitere Anzeichen sind unerwartete Werbe-Pop-ups auf dem Startbildschirm, mysteriöse Posten auf der Abrechnung, eigenständig versendete Spam-Nachrichten an hinterlegte Kontakte oder plötzliche Berechtigungsanfragen für sensible Bereiche wie SMS und Bedienungshilfen.
Die Bandbreite mobiler Schädlinge reicht von Spyware und Würmern über Ransomware bis hin zu Banking-Trojanern. Da manche Angreifer Schadsoftware über scheinbar unverdächtige Hilfsprogramme wie PDF-Reader oder QR-Code-Scanner in Umlauf bringen und die eigentlichen Schadroutinen erst später über Updates nachladen, bietet die automatische Überprüfung über Play Protect keine lückenlose Garantie.
Da herkömmliche Schutzfunktionen oft nicht ausreichen, um alle Sicherheitslücken zu schließen, empfehlen IT-Experten zusätzliche Maßnahmen für jedes Android-Smartphone. Sichern Sie WhatsApp, PayPal und Online-Banking jetzt mit einem gratis Leitfaden wirksam ab. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber herunterladen
Sofortmaßnahmen und Prävention
Besteht der Verdacht auf eine Infektion, sollten zuletzt installierte Apps unverzüglich deinstalliert und riskante Zugriffsrechte entzogen werden. Bei Anzeichen für Banking-Trojaner ist schnelles Handeln erforderlich: Betroffene sollten ihre Bank verständigen, Kontobewegungen prüfen, TAN-Verfahren sperren lassen und Passwörter über ein zweites, sicheres Gerät ändern.
Zur Sperrung des Online-Bankings kann unter anderem der Sperr-Notruf 116116 genutzt werden. Ergänzend wird die Aktivierung einer Zwei-Faktor-Authentifizierung angeraten.
Lässt sich das Problem nicht beheben, kommt laut Empfehlungen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) das Starten im abgesicherten Modus oder das Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen infrage. In diesem Fall sollte das Smartphone als Neugerät eingerichtet werden, um eine erneute Infektion durch alte Backups zu verhindern.
Zur Vorbeugung wird empfohlen, Geräte nicht zu rooten, keine unbekannten Links zu öffnen und Apps ausschließlich über vertrauenswürdige, offizielle Plattformen statt über Foren oder ungesicherte Drittanbieter zu beziehen.
