Banking-Trojaner: 66% können Mobilgeräte komplett fernsteuern
Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 15:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Bedrohungslage für Nutzer von mobilem Banking hat sich durch eine technologische Weiterentwicklung der Schadsoftware drastisch verschärft. Aktuellen Untersuchungen von Zimperium zLabs zufolge sind mittlerweile 66 Prozent der bekannten Banking-Trojaner-Familien in der Lage, eine vollständige Fernsteuerung der infizierten Mobilgeräte zu übernehmen.
Konkret betrifft dies 25 von 34 analysierten Malware-Familien. Diese Entwicklung markiert einen signifikanten Wandel in der Strategie von Cyberkriminellen, die zunehmend auf direkte Gerätekontrolle statt auf reine Datenspionage setzen.
Massive Zunahme bei Android-basierten Angriffen
Die Analyse der Sicherheitsforscher verdeutlicht das Ausmaß der Bedrohung insbesondere für das Android-Betriebssystem. Im Jahr 2025 stieg die Zahl der Angriffe auf Android-Geräte um 56 Prozent an. Besonders besorgniserregend ist die Menge der registrierten Installationspakete für Schadsoftware: Mit 255.090 registrierten Paketen verzeichneten die Experten einen Anstieg von 271 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Diese Flut an neuer Malware zielt auf eine breite Basis an Finanzinstituten ab. Den Daten zufolge sind weltweit 1.243 Finanzmarken in 90 Ländern von diesen Angriffen betroffen. Ein Schwerpunkt der Aktivitäten liegt dabei in den USA, wo 162 Banken identifiziert wurden, deren Kunden im Visier der Trojaner stehen.
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Die Relevanz dieser Bedrohung spiegelt sich auch in der allgemeinen Betrugsstatistik wider, wonach inzwischen 80 Prozent des gesamten Finanzbetrugs online oder über mobile Endgeräte abgewickelt werden.
Dominante Malware-Familien und Erpressungspotenzial
Innerhalb der beobachteten Bedrohungslandschaft kristallisieren sich klare Marktführer heraus. Die drei Top-Familien TsarBot, CopyBara und Hook decken bereits 60 Prozent der angegriffenen Finanz-Apps ab.
Die Funktionalität dieser Schadprogramme beschränkt sich dabei nicht nur auf den Diebstahl von Zugangsdaten oder die Fernsteuerung. Laut Zimperium zLabs ermöglichen 45 Prozent der untersuchten Banking-Trojaner-Familien zudem die finanzielle Erpressung der Opfer, was den Angreifern zusätzliche Einnahmequellen eröffnet.
Technologische Evolution am Beispiel von Toxicpanda 2.0
Ein aktuelles Beispiel für die fortschreitende Komplexität dieser Bedrohungen ist die Entdeckung von Toxicpanda 2.0. Diese weiterentwickelte Version der Malware verfügt über ein Arsenal von 167 Remote-Befehlen. Zielgerichtet werden damit 349 unterschiedliche Anwendungen aus den Bereichen Banking, Finanzen, E-Wallet und Kryptowährungen in 16 Ländern angegriffen.
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Technisch gesehen nutzt Toxicpanda 2.0 dabei legitime Funktionen des Android-Betriebssystems aus, um sowohl die Kontrolle über das Gerät zu erlangen als auch eine dauerhafte Präsenz (Persistenz) auf dem System sicherzustellen.
Nico Chiaraviglio, Chief Scientist bei Zimperium, wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Entwicklung von Toxicpanda 2.0 beispielhaft zeige, wie rasant sich mobile Malware derzeit weiterentwickle. Die Fähigkeit, legitime Systemressourcen für bösartige Zwecke umzufunktionieren, erschwert die Erkennung und Bekämpfung durch herkömmliche Sicherheitsmechanismen erheblich.
Für Finanzinstitute und Endnutzer unterstreichen diese Ergebnisse die Notwendigkeit, Sicherheitsstrategien kontinuierlich an die neuen Fähigkeiten der Angreifer anzupassen, da die Fernsteuerung infizierter Geräte inzwischen zum Standardrepertoire moderner Banking-Trojaner gehört.
