Banking-Trojaner, Phishing-Nachrichten

Banking-Trojaner: 344 Phishing-Nachrichten im Umlauf – so schützen Sie sich

Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 10:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

344 Phishing-Nachrichten und 221 Fake-Webseiten zeigen die aktuelle Bedrohung. Neue Filtertricks erschweren den Schutz vor Datendiebstahl.

Banking-Trojaner im Aufwind: Neue Phishing-Tricks bedrohen Smartphone-Nutzer
Dunkler, modern wirkender Serverraum mit unscharfen, bläulich leuchtenden Serverschränken in einer kühlen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Sicherheitsbehörden und Medienberichte warnen aktuell vor einer deutlichen Zunahme von Banking-Trojanern und betrügerischen Screen-Freeze-Methoden. Diese Angriffe zielen primär auf die Erlangung sensibler Bankdaten auf Smartphones ab. Die Täter setzen dabei verstärkt auf technische Manipulationen und psychologischen Druck, um Nutzer zur Preisgabe ihrer Zugangsdaten zu bewegen.

Umfangreiche Phishing-Kampagnen und gefälschte Webseiten

Laut aktuellen Erhebungen der Organisation Watchlist Internet befanden sich Anfang September 344 verschiedene Phishing-Nachrichten im Umlauf. Das Spektrum der betroffenen Institutionen ist breit gefächert und umfasst sowohl staatliche Stellen als auch private Dienstleister.

Unter anderem werden die Namen der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK), FinanzOnline, GMX sowie diverser Bankinstitute wie der Raiffeisen, Oberbank und easybank missbraucht. Auch Kunden von Netflix, Spotify sowie Paketdiensten wie DHL und GLS stehen im Fokus der Angreifer.

Parallel dazu verzeichnet die automatisierte Fake-Shop-Warnliste 221 verdächtige Webseiten. Besonders auffällig ist die Imitation offizieller Behördenportale durch Adressen wie online-finanz.com oder meineogk.at. Die Täter nutzen häufig gefälschte Absenderadressen und erzeugen künstlichen Zeitdruck, um die Opfer zu unüberlegten Handlungen zu verleiten.

Neue technische Methoden zur Umgehung von Sicherheitsfiltern

Ein Bericht von Microsoft verdeutlicht die technologische Evolution dieser Angriffe. In der ersten Jahreshälfte 2026 wurde ein massiver Einsatz von sogenanntem ASCII-Smuggling beobachtet. Dabei werden unsichtbare Unicode-Zeichen verwendet, um automatisierte Spam-Filter zu umgehen. In Spitzenzeiten wurden täglich bis zu 2,37 Millionen solcher Nachrichten versendet, wobei die Methode vor allem im Bereich des Finanz-Phishings zum Einsatz kam.

Die Auswirkungen solcher Betrugsmaschen zeigen sich in konkreten Kriminalfällen. In Tirol verlor eine 53-jährige Frau eine niedrige vierstellige Summe, nachdem sie über eine gefälschte SMS zu FinanzOnline auf eine Betrugsseite geleitet wurde.

Im Anschluss gab sie gegenüber einem vermeintlichen Bankmitarbeiter am Telefon Verifizierungscodes preis. Ähnliche Vorfälle ereigneten sich im Landkreis Gifhorn, wo Nutzer beim Kauf von Haushaltsgeräten auf gefälschten Internetseiten mit Kreditkartendaten betrogen wurden.

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Prävention und erweiterte Sicherheitsmaßnahmen

Verbraucherschützer empfehlen zur Identifizierung von Betrugsversuchen die sogenannte SLAM-Methode, bei der Sender, Links, Attachments und die eigentliche Nachricht (Message) kritisch geprüft werden sollten.

Falls ein Betrug bereits stattgefunden hat, raten Experten zur sofortigen Information der Bank, einer Änderung der Passwörter sowie zur Erstattung einer Anzeige. Lastschriften können in der Regel innerhalb von acht Wochen zurückgefordert werden.

Auf technologischer Ebene reagieren Diensteanbieter mit neuen Funktionen. So führte WhatsApp Ende August 2026 erweiterte Sicherheitsmerkmale ein, darunter die Verwendung von Passkeys und Passwörtern anstelle der herkömmlichen sechsstelligen PIN für die Zwei-Schritt-Verifizierung.

In Bremen kooperiert der Verfassungsschutz zudem erstmals mit einem Außenwerber, um Warnungen vor Phishing-Wellen direkt auf digitalen Werbetafeln im öffentlichen Raum anzuzeigen.

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Da immer mehr Dienste auf moderne Sicherheitsverfahren umstellen, stellt sich für viele Nutzer die Frage, wie diese Technologien im Alltag funktionieren. Ein neuer Gratis-Report erklärt leicht verständlich, wie Sie Passkeys bei Diensten wie Amazon oder WhatsApp einrichten und so Ihre Konten dauerhaft vor Datenraub schützen. Kostenlosen Passkey-Report herunterladen

Globales Ausmaß der Cyberkriminalität

Die aktuellen Warnungen stehen im Kontext einer allgemein angespannten Cybersicherheitslage. Der Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung, bei dem die Gruppe Rhysida 5,8 Terabyte an Daten im Darknet veröffentlichte, gilt als einer der bisher größten Vorfälle dieser Art in Deutschland. Die Angreifer hatten eine Lösegeldforderung von 30 Bitcoin gestellt, was etwa 2 Millionen Euro entspricht.

Auch im Bereich der Kryptowährungen bleibt das Risiko hoch. Das Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) meldete für einen Zeitraum von etwa zwei Jahren verdächtige Transaktionen im Zusammenhang mit Investmentbetrug in Höhe von 12,7 Milliarden US-Dollar. Dabei fungierten vor allem Stablecoins als zentrale Transitstationen für die betrügerischen Gelder.

In der Ukraine gelang es der Polizei zudem kürzlich, ein Netzwerk zu zerschlagen, das mit gefälschten Investment-Plattformen monatliche Umsätze von bis zu einer Million US-Dollar generiert hatte.

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