Banking-Trojaner, Malware-Familien

Banking-Trojaner: 34 Malware-Familien greifen 1.200 Institute an

Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 19:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mobilgeräte-Angriffe steigen massiv, während Microsoft mit Rekord-Patchday reagiert. KI-gestützte Abwehrsysteme sollen die Sicherheitslücke schließen.

Cyber-Bedrohungen 2026: Neue Malware umgeht 2FA-Schutz
Ein stilisiertes, leuchtendes Vorhängeschloss-Symbol über einem Netzwerk digitaler Geräte und Datenströme, das Cybersicherheitsbedrohungen und -schutz symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Rein signaturbasierte Methoden stoßen an ihre Grenzen – und die Bedrohungslage eskaliert rasant.

Explosives Wachstum bei mobilen Angriffen

Die Gefahr für Smartphone-Nutzer hat sich drastisch verschärft. Der aktuelle Banking Heist Report von Zimperium identifiziert 34 Malware-Familien, die weltweit über 1.200 Finanzinstitute angreifen. Die Zahl der Android-Malware-Transaktionen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 67 Prozent. Fast die Hälfte dieser Schädlinge verfügt inzwischen über Ransomware-Funktionen.

Besonders perfide: Hacker setzen zunehmend auf QR-Code-Phishing, sogenanntes Quishing. Im ersten Quartal 2026 verzeichneten Sicherheitsforscher hier einen Zuwachs von 146 Prozent. Beim SMS-Phishing (Smishing) legten die Zahlen im zweiten Quartal sogar um 162 Prozent zu. Die Angreifer locken ihre Opfer auf gefälschte Anmeldeseiten bekannter Banken oder Mobilfunkanbieter.

Anzeige

Angesichts der massiv steigenden Angriffe auf mobiles Banking und persönliche Daten ist ein Basisschutz für das Smartphone unerlässlich. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 5 einfache Schritte, mit denen Ihr Android-Gerät sofort sicherer vor Hackern und Malware wird. 5 Schutzmaßnahmen jetzt entdecken

Kaspersky warnt zudem vor gefälschten E-SIM-Shops, die Identitäten etablierter Provider imitieren.

Hochspezialisierte Schädlinge umgehen 2FA

Mitte Juli entdeckten Forscher die Mac-Malware „notnullOSX“. Sie umgeht Zwei-Faktor-Authentifizierungen, indem sie gezielt Daten aus dem Telegram-Ordner kopiert. Hauptziel: Krypto-Konten mit einem Guthaben über 10.000 US-Dollar sowie Wallet-Erweiterungen und Passwörter aus dem macOS-Schlüsselbund.

Parallel dazu greifen neue Kampagnen europäische Content-Kreatoren an. Die Angreifer nutzen DLL-Sideloading, um den Infostealer „Rhadamanthys“ zu verbreiten. Personalisierte E-Mails mit angeblichen Urheberrechtsverletzungen sollen Zugriff auf Unternehmensnetzwerke über Freelancer ermöglichen.

Rekord-Patchday zeigt Ausmaß der Bedrohung

Microsoft veröffentlichte im Juli das umfangreichste Sicherheitsupdate der Firmengeschichte: über 570 Patches, darunter 60 kritische Schwachstellen. Unter den geschlossenen Lücken befanden sich aktiv ausgenutzte Zero-Day-Lücken wie CVE-2026-56155 in den Active Directory Federation Services und CVE-2026-56164 in SharePoint. Die SharePoint-Lücke CVE-2026-58644 erhielt einen CVSS-Score von 9,8 – die höchste Risikostufe.

Anzeige

Ein veraltetes Betriebssystem ist wie eine offene Haustür für Cyberkriminelle, die gezielt Sicherheitslücken in Android-Systemen ausnutzen. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, wie Sie durch die richtigen Updates und Einstellungen Datenverlust und Malware dauerhaft verhindern. Kostenlosen Sicherheits-Report herunterladen

KI und Kooperationen als Antwort

Die Branche reagiert mit strategischer Neuausrichtung. Hornetsecurity stellte am 18. Juli einen KI-Cyber-Assistenten vor. Er analysiert E-Mail-Berichte automatisiert und scannt Microsoft Teams auf Malware. Ebenfalls am 18. Juli gaben KnowBe4 und Amazon Web Services eine mehrjährige Kooperation bekannt. Ziel: Belegschaften besser gegen Social Engineering und Deepfakes zu schützen.

Spezialisierte Plattformen wie SentinelOne zeigen in unabhängigen Tests nach dem MITRE ATT&CK-Framework, dass vollständige Angriffserkennung ohne Zeitverzögerung möglich ist. Experten raten Unternehmen und Privatnutzern zu mehrstufigen Sicherheitskonzepten – weit über den klassischen Virenschutz hinaus.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69798101 |