Banking-Betrug, Versuche

Banking-Betrug: 90 Prozent der Versuche gehen von Mobilgeräten aus

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 18:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BioCatch meldet mehr Banking-Betrugsversuche und höhere Schäden durch Investmentbetrug; mobile Geräte stehen bei Angriffen im Mittelpunkt.

BioCatch-Bericht: 90 Prozent der Betrugsversuche starten mobil
Ein minimalistischer Bank-Innenraum mit polierten Betonböden und neutralen architektonischen Linien bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Das Sicherheitsunternehmen BioCatch hat in seinem aktuellen Bericht „Global Scams Research 2026“ eine signifikante Verschiebung der Kriminalitätsmuster im Finanzsektor festgestellt.

Während im vorangegangenen Jahr noch 85 % der versuchten Betrugsfälle im Banking-Sektor von Mobilgeräten ausgingen, stieg dieser Anteil laut den nun veröffentlichten Daten auf mittlerweile 90 %. Die Untersuchung verdeutlicht damit die wachsende Bedeutung von Smartphones und Tablets als primäres Angriffsziel für Cyberkriminelle weltweit.

Die Datengrundlage des Berichts ist umfassend und stützt sich auf Informationen von mehr als 370 Finanzinstituten sowie Kunden des Sicherheitsunternehmens. Diese Institute sind in 21 Ländern ansässig und bedienen gemeinsam eine Nutzerbasis von mehr als 760 Millionen Menschen. Diese breite Datenbasis ermöglicht eine detaillierte Analyse der globalen Bedrohungslage im Bereich der digitalen Finanztransaktionen.

Moderates Wachstum bei steigender Professionalisierung

Innerhalb der vergangenen zwölf Monate verzeichnete das Unternehmen einen Anstieg der versuchten Banking-Betrugsfälle um 35 %. Damit setzte sich der Wachstumstrend der letzten Jahre zwar fort, die Dynamik hat sich jedoch im Vergleich zum Vorjahr abgeschwächt. Im Berichtszeitraum 2025 war noch eine Zunahme der Betrugsversuche um 65 % gemessen worden. Trotz dieses verlangsamten Wachstums bleibt die Bedrohungslage auf einem hohen Niveau.

Besonders bei traditionellen Formen des nicht autorisierten Betrugs ist die Dominanz mobiler Endgeräte deutlich sichtbar. Hier lag der Anteil der über Mobilgeräte initiierten Angriffe laut dem Bericht bei 75 %. Die Kriminellen nutzen dabei vermehrt die mobile Infrastruktur, um Sicherheitsmechanismen der Banken zu umgehen oder die Bequemlichkeit der Nutzer auszunutzen.

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Massive Zunahme bei Beschäftigungs- und Investmentbetrug

Die Analyse differenziert zudem nach verschiedenen Betrugsmaschen, wobei einige Kategorien ein extremes Wachstum aufweisen. Die Zahl der gemeldeten Opfer von Beschäftigungsbetrug nahm demnach um 258 % zu. Hierbei werden oft vermeintlich attraktive Jobangebote genutzt, um persönliche Daten oder finanzielle Vorleistungen von den Betroffenen zu erschleichen.

Kaufbetrug stellte mit einem Anteil von 33 % an allen gemeldeten Versuchen die am häufigsten beobachtete Betrugsart dar. Auch sogenannte Romance-Scams, bei denen Kriminelle emotionale Beziehungen vortäuschen, um an Geld zu gelangen, verzeichneten einen Anstieg von 23 %.

Finanziell besonders folgenreich für die Betroffenen ist laut den Analysten jedoch der Investmentbetrug. Hier lag der durchschnittliche Schaden bei 6.600 US-Dollar je Einzelfall. Diese Summe ist fast fünfmal so hoch wie der Durchschnittsschaden über alle untersuchten Betrugsarten hinweg, was die hohe Effektivität und den großen finanziellen Hebel dieser spezifischen Masche unterstreicht.

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Regulatorischer Rahmen und historische Schadenssummen

Ein Blick auf den britischen Markt, für den spezifische Daten der Organisation UK Finance vorliegen, zeigt die langfristigen Auswirkungen der Problematik. Im Jahr 2024 beliefen sich die Verluste durch nicht autorisierten Bankbetrug über mobile Endgeräte im Vereinigten Königreich auf 46,7 Millionen Pfund.

Um dem steigenden Risiko für Verbraucher zu begegnen, wurden die regulatorischen Anforderungen bereits seit dem Jahr 2024 verschärft. Britische Zahlungsdienstleister sind seither verpflichtet, Opfer von autorisierten Zahlungsbetrugsfällen (APP-Betrug) in den meisten Fällen mit bis zu 85.000 Pfund zu entschädigen.

Diese Entschädigung muss in der Regel innerhalb von fünf Geschäftstagen erfolgen, sofern keine außergewöhnlichen Umstände vorliegen. Diese Regelungen unterstreichen den Druck auf Finanzinstitute, ihre Sicherheitsvorkehrungen insbesondere für mobile Transaktionen stetig zu optimieren.

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