Banking-Apps im Visier: Gefälschte Bildschirm-Overlays stehlen Zugangsdaten
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 23:42 Uhr | Redaktion boerse-global.deFinanzinstitute und Aufsichtsbehörden schlagen Alarm: Kriminelle setzen zunehmend auf manipulierte Bildschirm-Overlays innerhalb legitimer Banking-Apps, um Authentifizierungsdaten von Bankkunden abzufangen.
Wie aus Berichten mehrerer Sicherheitsbehörden und Banken hervorgeht, kombinieren Angreifer dabei mobile Schadsoftware, gefälschte Benachrichtigungen und manipulierte Webportale, um Login-Informationen, Einmalpasswörter und Transaktions-PINs zu erbeuten.
Schadsoftware schleust Overlays auf Smartphones
Ein zentraler Angriffsvektor verläuft über trojanisierte Anwendungen. Das Sicherheitsunternehmen Zscaler ThreatLabz meldete die Android-App „PDF Reader“ des Entwicklers Duka Zuri (Paket com.railforge.footplate.documentreader_pdfviewer) im Google Play Store.
Die Anwendung verzeichnete über 10.000 Installationen und lud den seit 2020 bekannten Banking-Trojaner Anatsa – auch als TeaBot geläufig – als scheinbares Update nach. Die Zahl der tatsächlich infizierten Geräte wurde nicht veröffentlicht. Nachdem Zscaler ThreatLabz am 8. Oktober einen neuen Installer gemeldet hatte, war der Eintrag am 9. Oktober nicht mehr im App-Store abrufbar.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik rät Betroffenen im Falle eines Befalls, einen Virenscan durchzuführen, umgehend die Hausbank zu kontaktieren und Zugangsdaten ausschließlich über ein separates, sicheres Gerät zu ändern.
Nach dem Löschen verdächtiger Apps sollten Sicherheitsfunktionen wie Google Play Protect und vergebene Berechtigungen überprüft werden; im Zweifelsfall sei ein vollständiges Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen erforderlich.
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Auch Nutzer von Apple-Geräten geraten ins Visier: Am 26. Oktober warnte die Vietcombank vor den iOS-Malware-Familien Coruna und DarkSword, die Schwachstellen des Betriebssystems ausnutzen, um Daten abzugreifen. Zuvor hatten bereits am 25. Oktober die Institute Agribank, BIDV und VietinBank auf diese Bedrohung hingewiesen.
Nach Angaben des Sicherheitsunternehmens iVerify vom 9. Oktober handelt es sich bei der Variante P7 DarkSword um ein Exploit-Kit, das im August 2026 auf dem Smartphone eines Mitarbeiters einer Finanzinstitution entdeckt worden war, jedoch keine neuen Sicherheitslücken nutzt, sodass aktualisierte Geräte geschützt bleiben.
Manipulationen über SMS-Absender und manipulierte Schnittstellen
Parallel zu Schadprogrammen nutzen Angreifer gefälschte Identitäten im Nachrichtendienst. Die vietnamesische Vietbank warnt vor Kurznachrichten, die durch gefälschte Absenderkennungen im selben Chatverlauf wie reguläre Banknachrichten auftauchen.
Unter dem Vorwand von Kontosperrungen oder dringenden biometrischen Abgleichen leiten enthaltene Links auf Phishing-Seiten weiter. Die Bank rät dazu, Links konsequent zu meiden, eigene Apps manuell zu öffnen und bei Unregelmäßigkeiten die Hotline 1800 1122 anzurufen.
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Zudem warnt das Cybersecurity and High-Tech Crime Prevention Department in Vietnam vor gefälschten Zahlungs-Apps, mit denen Betrüger manipulierte Bestätigungsbildschirme für angebliche Überweisungen erzeugen, um Waren unbezahlt mitzunehmen. Die Behörde stellte klar, dass dies nach Artikel 174 des Strafgesetzbuchs als Betrug strafbar ist.
In Nigeria wies die Association of Corporate Affairs Managers of Banks nach abgefangenen SMS darauf hin, dass Banken niemals Passwörter oder PINs per Link verlangen. Ähnliche Betrugswellen meldet CERT Orange Polska für Polen, wo Kriminelle gezielt Kunden der PKO BP über E-Mails und PDF-Anhänge auf nachgebaute Portale leiten.
Die Hong Kong Monetary Authority sprach Warnungen bezüglich gefälschter Internetseiten und Phishing-E-Mails aus, die unter anderem die Bank of East Asia, Shanghai Commercial Bank, Chong Hing Bank, Chiyu Banking Corporation, OCBC Bank (Hong Kong) und Bank of Communications (Hong Kong) betreffen.
Die Behörde hob hervor, dass Finanzinstitute niemals Transaktionslinks per Nachricht verschicken oder Geheimzahlen abfragen. Betroffene können sich an die jeweiligen Institute oder die Telefonnummer 2860 5012 des Hong Kong Police Crime Wing Information Centre wenden.
Zudem warnt die Behörde vor einer betrügerischen Website im Zusammenhang mit Octopus Cards Limited, die unter Einbindung des Anti-Deception Coordination Centre untersucht wird.
