Banken-Allianz plant Stablecoin: Circle-Aktie fällt 6 Prozent
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 22:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein breites Bündnis aus 21 international agierenden Banken und Asset Managern hat am 1. September 2026 die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens angekündigt, das den Markt für digitale Währungen maßgeblich verändern soll.
Ziel der Allianz, der unter anderem die Bank of America, Goldman Sachs, Citi, Wells Fargo und Fidelity sowie europäische Institute wie die Deutsche Bank, UBS, Santander und Lloyds angehören, ist die Einführung eines eigenen US-Dollar-Stablecoins.
Die offizielle Firmengründung ist für die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehen, während der operative Start des Tokens für das erste Halbjahr 2027 geplant ist.
Fokus auf regulatorische Konformität und globale Expansion
Das neue Konsortium setzt bei der Entwicklung seines digitalen Assets auf eine strikte Einhaltung internationaler regulatorischer Standards. Der geplante Stablecoin soll sowohl den Anforderungen des US-amerikanischen GENIUS Act als auch der europäischen MiCA-Verordnung entsprechen. Neben dem primären Fokus auf den US-Dollar hat die Gruppe bereits angekündigt, das Portfolio in einem weiteren Schritt um einen Euro-Token zu ergänzen.
Während zentrale Details wie der endgültige Firmenname, die Bezeichnung des Tokens sowie die zugrunde liegende Blockchain-Technologie noch nicht feststehen, ist auch die Frage der Reserve-Verwaltung gegenwärtig noch offen.
Bemerkenswert ist zudem die Zusammensetzung der Allianz: Während ein Großteil der globalen Schwergewichte vertreten ist, wird das Vorhaben ohne die Beteiligung von JPMorgan umgesetzt. Die Initiative geht auf erste Abstimmungen im Oktober 2025 zurück, an denen ursprünglich zehn Institute beteiligt waren.
Marktdruck auf etablierte Krypto-Dienstleister
Die Ankündigung löste umgehende Reaktionen an den Finanzmärkten aus. Die Aktie des Stablecoin-Emittenten Circle verzeichnete am Tag der Bekanntgabe einen Kursrückgang von rund 6 Prozent. Analysten von Morgan Stanley reagierten auf den zunehmenden Wettbewerb im Sektor und senkten das Kursziel für Circle von zuvor 106 US-dollar auf nunmehr 38 US-Dollar.
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Bereits im Juni 2026 hatte die Initiative „Open USD“, ein Zusammenschluss von 140 Unternehmen unter Beteiligung von Stripe, für Unruhe gesorgt und Circle zeitweise Kursverluste von etwa 17 Prozent beschert.
Das Marktumfeld für digitale Währungen bleibt dynamisch. Neben dem neuen Banken-Konsortium bereitet auch die Gruppe Qivalis, ein Zusammenschluss von 37 Instituten – darunter 12 europäische Banken –, den Start eines Euro-Stablecoins für die zweite Jahreshälfte 2026 vor.
Wachstumsprognosen und technologischer Fortschritt
Hintergrund der massiven Investitionen sind optimistische Marktprognosen. Branchenanalysten von Citi schätzen das Marktvolumen für Stablecoins bis zum Jahr 2030 in einem Basisszenario auf 1,9 Billionen US-Dollar, während in einem optimistischen Szenario bis zu 4 Billionen US-Dollar erreicht werden könnten.
Demgegenüber warnt Standard Chartered vor erheblichen Verschiebungen im klassischen Bankwesen und prognostiziert bis zum Jahr 2028 einen Abfluss von rund 500 Milliarden US-Dollar aus traditionellen US-Bankeinlagen in Richtung digitaler Alternativen. Aktuell beläuft sich die gesamte Marktkapitalisierung in diesem Segment auf etwa 303,7 Milliarden US-Dollar.
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Parallel zur Stablecoin-Entwicklung schreitet die Tokenisierung im Interbanken-Verkehr voran. So führte die First Abu Dhabi Bank (FAB) in den letzten Tagen als erstes Institut im Nahen Osten Live-Transaktionen in US-Dollar über ein gemeinsames System mit Citi auf dem Swift Ledger durch.
An dieser Erprobungsphase, die von Juli bis Dezember 2026 läuft, nehmen insgesamt 17 Banken teil, darunter auch MUFG, UBS und Wells Fargo. Im Gegensatz zu Stablecoins verbleiben diese tokenisierten Einlagen jedoch direkt in den Bilanzen der jeweiligen Banken.
