Baidu Buddy: KI-Tool wächst um 1.064% in einem Monat
Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 11:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der chinesische Technologiekonzern Baidu treibt die Transformation seines Geschäftsmodells voran und setzt dabei verstärkt auf intern entwickelte Softwarelösungen für Unternehmen.
Mit der Einführung einer neuen Suite von KI-gestützten Büro-Werkzeugen, die intern als „New Three Tigers“ bezeichnet werden, strebt das Unternehmen eine führende Position im Markt für Enterprise-Software an. Die Suite umfasst die Anwendungen Baidu Buddy, Kuku AI und Miaoda, die allesamt vollständig auf hauseigenen Technologien basieren.
Massive Nutzerzuwächse bei KI-Anwendungen
Die jüngsten Kennzahlen verdeutlichen die schnelle Akzeptanz der neuen Werkzeuge. Besonders Baidu Buddy verzeichnete eine signifikante Dynamik: Im Juli 2026 erreichte die Anwendung 6,743 Millionen monatlich aktive Nutzer (MAU). Dies entspricht einem Anstieg von 1063,79 % gegenüber dem Vormonat. Parallel dazu stiegen die monatlichen Besuche um 845 % auf 8,97 Millionen.
Auch technisch konnte sich die Anwendung behaupten; so belegte Baidu Buddy im Juli 2026 den ersten Platz im PinchBench v2 mit einer Erfolgsquote von 94,6 % und erreichte im August 2026 im SuperCLUE-Ranking 97,62 Punkte. Bereits im Mai des Jahres war es dem Unternehmen gelungen, die Token-Kosten für diese Anwendung um 75 % zu senken.
Die weiteren Bestandteile der Suite weisen ebenfalls hohe Reichweiten auf. Kuku AI registrierte im August 2026 mehr als 25 Millionen monatlich aktive Nutzer. Die Plattform Miaoda bedient unterdessen über 40 Millionen Anwender und hostet rund 3,5 Millionen Apps, was einem Marktanteil von 33,4 % entspricht.
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Unterstützt werden diese Dienste durch die massive Infrastruktur von Baidu Netdisk, die über eine Milliarde Nutzer zählt und mehr als 1000 Milliarden Gigabyte Speicher verwaltet.
Wachsender Markt für KI-Büro-Lösungen
Die Offensive von Baidu erfolgt in einem Marktumfeld, das von hohen Wachstumsraten geprägt ist. In der ersten Hälfte des Jahres 2026 erreichte das Volumen des Marktes für KI-Büro-Tools in China 23 Milliarden Yuan, was einem Zuwachs von 47 % entspricht. Marktanalysen zufolge sind rund 59,1 % der Nutzer bereit, für entsprechende KI-Dienste zu zahlen.
Branchenexperten prognostizieren zudem, dass bis zum Ende des Jahres 2026 etwa 40 % der Unternehmen KI-Agenten in ihre Arbeitsprozesse integriert haben werden. Baidu selbst unterstützt über seine Plattform Qianfan bereits mehr als 1,3 Millionen solcher Agenten in über 100 verschiedenen Anwendungsszenarien.
Finanzieller Umbruch und Herausforderungen
Trotz der Erfolge im Softwarebereich steht Baidu vor einer schwierigen finanziellen Neuausrichtung. Im zweiten Quartal 2026 belief sich der Gesamtumsatz auf 31,3 Milliarden Yuan.
Davon entfielen 12,5 Milliarden Yuan auf das KI-Geschäft, was einem Anteil von 40 % und einem Wachstum von 25 % im Jahresvergleich entspricht. Besonders die KI-Cloud-Infrastruktur legte im zweiten Quartal um 50 % auf 7,3 Milliarden Yuan zu, während die GPU-Cloud ein Wachstum von 283 % verzeichnete.
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Diese positiven Entwicklungen im KI-Sektor stehen jedoch massiven Einbußen im Kerngeschäft gegenüber. Die Online-Marketing-Umsätze sanken im ersten Quartal 2026 um 22 % auf 12,6 Milliarden Yuan.
Im zweiten Quartal setzte sich dieser Trend fort: Baidu meldete den achten Quartalsrückgang bei den Werbeeinnahmen in Folge, die um 19 % auf 13,1 Milliarden Yuan fielen. Der Nettogewinn brach im zweiten Quartal um 68 % auf 2,3 Milliarden Yuan ein.
Angesichts dieser Zahlen stuften Finanzanalysten von Morgan Stanley die Aktie auf „Underweight“ herab und nannten ein Kursziel von 80 US-Dollar. Der CEO des Unternehmens räumte ein, dass die hauseigene KI-Technologie ERNIE wieder zur absoluten Spitzengruppe aufschließen müsse, um die Marktposition langfristig zu sichern.
