Bahnnetze: O2 erreicht nur 20%, EE führt mit 42% Abdeckung
07.06.2026 - 11:09:11 | boerse-global.de
Während O2-Telefónica sein 5G-Netz weiter ausbaut, zeigen aktuelle Studien erhebliche Qualitätsunterschiede bei der Netzabdeckung – besonders auf Bahnstrecken und bei datenintensiven Diensten.
Netzqualität auf der Schiene: Großes Gefälle zwischen den Anbietern
Eine im Juni 2026 veröffentlichte Studie der britischen Regulierungsbehörde Ofcom wirft ein Schlaglicht auf die Mobilfunkversorgung auf Bahnstrecken. Die Untersuchung, die 24 Zuglinien analysierte, zeigt: Nur selten erreichen die Netze die geforderten Mindeststandards von 5 Mbit/s im Download, 1,5 Mbit/s im Upload und einer Latenz von 50 Millisekunden.
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O2 erfüllte diese Kriterien lediglich auf 20 Prozent der getesteten Streckenabschnitte. Damit liegt der Anbieter im Mittelfeld – hinter EE mit 42 Prozent, aber vor Vodafone mit 17 Prozent. Three erreichte 21 Prozent. Besonders ernüchternd: Das Bord-WLAN der Züge schnitt mit nur einem Prozent Erfüllungsquote katastrophal ab. Branchenvertreter fordern daher Planungsreformen und höhere Investitionen.
Technische Hürden bei modernen Diensten
Die Infrastruktur für Voice over LTE (VoLTE) und verwandte Funktionen bleibt an bestimmte technische Voraussetzungen gebunden. Aktualisierte Richtlinien vom Juni 2026 stellen klar: Die Visual-Voicemail-Funktion (VVM) bei O2 und T-Mobile benötigt zwingend aktive mobile Daten für die Authentifizierung per SMS.
Das bedeutet: Der Dienst funktioniert nicht allein über WLAN. Nutzer mit Verbindungsproblemen sollten sicherstellen, dass mobile Daten in den Entwicklereinstellungen aktiviert sind. Gelegentlich kann auch das vorübergehende Deaktivieren von WLAN-Calling helfen, um die zellulare Authentifizierung für die Voicemail-Synchronisation zu priorisieren.
O2-Netzausbau: Von 4G zu 5G
Die aktuelle Infrastruktur ist das Ergebnis von über einem Jahrzehnt LTE-Ausbau. O2 startete sein 4G-Netz am 29. August 2013 in London, Leeds und Bradford. Das Ziel: 98 Prozent Bevölkerungsabdeckung bis 2017.
In Deutschland führte O2 am 1. März 2013 neue LTE-Tarife ein und positionierte sich als preisaggressiver vierter Anbieter. Der damalige Premium-Tarif Blue XL mit unbegrenzter Sprache und SMS sowie 5 GB Datenvolumen kostete über 24 Monate insgesamt 1.740 Euro. Zum Vergleich: Vodafone verlangte für einen 10-GB-Tarif in derselben Ära 2.880 Euro.
Aktueller Ausbau und internationale Partnerschaften
In der ersten Juniwoche 2026 verdichtete O2-Telefónica sein 5G-Netz weiter. Neue Stationen in den Frequenzbändern n28 und n78 gingen in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin und Brandenburg ans Netz.
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Auch international tut sich etwas: Der russische Anbieter T2 Mobile kündigte an, seine VoLTE-Roaming-Abdeckung bis Ende 2026 auf rund 48 Länder auszuweiten. Aktuell arbeiten 30 Partnernetze in 23 Ländern zusammen, darunter Deutschland, Frankreich und die USA. Der Dienst ermöglicht Reisenden hochwertige Sprachverbindungen über Grenzen hinweg – ein Trend, der bereits Anfang 2022 mit der Umstellung von Legacy-Roaming auf VoLTE-Protokolle Fahrt aufnahm.
Wettbewerb im Kernnetz: 1&1 auf dem Vormarsch
Im Wettbewerb der Netzbetreiber bleibt Bewegung. Seit Ende 2025 migriert 1&1 über zwölf Millionen Kunden auf ein eigenes Open-RAN-Kernnetz. Dennoch sind die Kunden weiterhin auf nationales Roaming über Vodafone angewiesen – die eigene Infrastruktur von 1&1 umfasst erst rund 1.000 Stationen, während etablierte Anbieter wie O2 über Zehntausende verfügen.
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