Bad, Wörishofen

Bad Wörishofen: Turnhallen-Abriss bedroht Tanz- und Tischtennisvereine

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 12:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Für 339 fehlende Ganztagsplätze treibt die Stadt den Schulausbau voran; Sportvereine fürchten um ihre Trainingsstätte.

Bad Wörishofen plant Schulanbau: Alte Turnhalle soll weichen
Eine leere, alte Turnhalle mit Holzboden und einfallendem Tageslicht durch hohe Fenster. Illustration mit AI erstellt.

Der Ausbau schulischer Infrastruktur stellt Kommunen zunehmend vor logistische und soziale Herausforderungen. In Bad Wörishofen zeigt sich beispielhaft, wie der dringende Bedarf an Ganztagsplätzen mit den Interessen etablierter Sportvereine kollidiert. Im Zentrum der Auseinandersetzung steht die Alte Turnhalle an der Pfarrer-Kneipp-Schule, die für einen geplanten Schulanbau abgerissen werden soll.

Kapazitätsengpässe und gesetzliche Anforderungen im Schulwesen

An der Pfarrer-Kneipp-Grund- und Mittelschule besteht ein erheblicher Defizit an Betreuungskapazitäten. Aktuellen Planungen zufolge fehlen insgesamt 339 Ganztagsplätze.

Da der gesetzliche Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab dem neuen Schuljahr zunächst für Erstklässler in Kraft tritt, erhöht sich der Handlungsdruck auf die Stadtverwaltung. Auch die bestehende Mensa stößt an ihre Grenzen und kann den Bedarf bereits zum jetzigen Zeitpunkt nur noch durch einen organisierten Schichtbetrieb decken.

Um diesen langfristigen Anforderungen gerecht zu werden, hat der Stadtrat nach einer zusätzlichen Beratungsrunde bezüglich der Kosten die Weichen für einen Erweiterungsbau gestellt. In den kommenden Jahren ist zudem der Bau einer neuen Dreifachturnhalle geplant, die östlich der Klassenzimmer angesiedelt werden soll.

Existenzängste der Vereine und vertragliche Unstimmigkeiten

Der vorgesehene Abriss der Alten Turnhalle sorgt bei den betroffenen Nutzern für erhebliche Bedenken. Sowohl der Tanzsportverein als auch der Tischtennisverein sehen durch den Wegfall ihrer Trainingsstätte ihre Existenz bedroht.

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In diesem Zusammenhang verwies Beate Fenster auf bestehende Vereinbarungen mit der Stadt Bad Wörishofen. Demnach sei bereits in den Jahren 2005/2006 ein Nutzungsrecht mit einer Laufzeit von 25 Jahren vertraglich festgehalten worden.

Bürgermeister Daniel Pflügl und die Vertreter der Vereine haben angekündigt, die bestehenden Kommunikationsprobleme klären zu wollen. Das Ziel ist es, eine Lösung zu finden, die den dringenden Schulausbau ermöglicht, ohne die Vereinsstrukturen nachhaltig zu schädigen.

Modulare Übergangslösungen und finanzielle Aufwendungen

Als erste Reaktion auf die Raumnot wurden am Schulzentrum bereits zwei neue Klassenzimmer als Übergangslösung fertiggestellt. Dabei handelt es sich um vorgefertigte Ziegelmodul-Räume mit einer Fläche von jeweils 71 m². Ergänzt werden diese Einheiten durch zwei Toiletten und einen Lagerraum.

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Die Investitionskosten für diese Ziegelmodul-Klassenzimmer inklusive der Gestaltung der Außenanlagen beliefen sich auf 400.000 Euro. Ein markanter Vorteil dieser Bauweise ist die Nachhaltigkeit der Investition: Die Module sind so konzipiert, dass sie nach der vorübergehenden Nutzung am Schulzentrum demontiert und an einem anderen Standort wiederverwendet werden können.

Dennoch bleibt der langfristige Erweiterungsbau die zentrale Säule der städtischen Strategie, um den gesetzlichen Anforderungen der Ganztagsbetreuung dauerhaft zu entsprechen.

Mehr zum Thema bei Augsburger Allgemeine: „Turnhallen-Abriss Bad Wörishofen: Irritation um einen Rücktritt und den Vertrag mit der Stadt“

Teile dieses Beitrags beruhen auf Recherchen von Augsburger Allgemeine.

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